Businessplan
Die Grundlage für jede erfolgreiche Geschäftsgründung
Die Gründung des eigenen Unternehmens steht und fällt mit einem guten Businessplan. Vielleicht werden sich an dieser Stelle jene zu Wort melden und sagen, dass sie keinen Businessplan brauchen, da sie sich nicht von einer Bank finanzieren lassen und keinen Zuschuss beim Arbeitsamt beantragen wollen. Wer eine Bankfinanzierung benötigt oder sich von der Arbeitsagentur bezuschussen lassen möchte, für den ist ein Businessplan sowieso zwingend vorgeschrieben. Das bedeutet allerdings nicht, dass alle anderen, die keine Finanzierung oder Bezuschussung anstreben, auf einen Businessplan verzichten sollten.
Der Businessplan ist nicht nur ein „Mittel zum Zweck“, also ein Instrument, mit dem man sich optimal präsentiert, um etwas von einer dritten Seite dafür zu bekommen. Der Businessplan ist für jede Existenzgründung sinnvoll, weil man hier alle möglichen Einnahmen und Ausgaben realistisch einschätzen lernt und bereits im Vorfeld sieht, was auf einen zukommen wird. Aus diesem Grunde macht ein Businessplan für jeden angehenden Heilpraktiker Sinn, der sich mit einer eigenen Praxis selbstständig machen möchte. Die Industrie- und Handelskammern in Deutschland geben viele praktische Tipps zur Erstellung eines ausführlichen Businessplans. So hat die IHK München beispielsweise eine Vorlage zu einem Businessplan zum kostenfreien Download als Pdf-Datei zur Verfügung gestellt. In dieser Vorlage werden wirklich alle Faktoren berücksichtigt, die man bedenken muss, wenn die Existenzgründung gelingen soll.
Einen Businessplan kostenfrei und professionell erstellen lassen kann man in der geschäftlichen Community von http://www.unternehmenswelt.de Dazu meldet man sich kostenfrei an und gibt bereits alle Daten in das Onlinetool ein. Anschließend gibt man noch seine Telefonnummer an, unter der man eine Bestätigungs-SMS bzw. einen Bestätigungsanruf erhalten kann. Zunächst schaltet man seine E-Mail-Adresse jedoch frei, indem man den Link in der zugesandten E-Mail bestätigt. Hat man seinen kostenfreien Account und die Daten im Businessplan bestätigt, kann es bis zu 48 Stunden dauern, dass die Angaben geprüft werden. Sind die Daten reif für die Freischaltung, bekommt man entweder eine Bestätigungs-SMS oder einen telefonischen Rückruf. Nach diesem abermaligen Datenabgleich wird der Businessplan freigeschaltet.
Man kann sich für ein Layout entscheiden und jederzeit noch Angaben ändern. Man kann sich den individuellen Businessplan nun als Pdf-Datei herunterladen und ausdrucken oder ggf. anpassen. So bekommt man einen ausführlichen und sehr professionellen Businessplan, den man jederzeit bei Banken und Behörden vorlegen kann, bereits komplett fertiggestellt. Das Tool ist eine kostenfreie Serviceleistung von Unternehmenswelt.de für die Mitglieder des Business-Networks. Es lohnt sich also, dem Netzwerk beizutreten.
Daneben gibt es noch ein sehr ausführliches Handbuch online einsehbar als Pdf-Datei, in dem man alles Wissenswerte zur Erstellung eines Businessplans findet. Wer seinen Businessplan selbst in die Hände nehmen will und ihn auf seinem Rechner auch offline erstellen möchte, kann sich beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie das Softwarepaket 10 herunterladen und auf seinem Rechner installieren. Es enthält viele Informationen zur Unternehmensgründung und ein Tool zur Erstellung eines Businessplans.
Finanzierung der eigenen Praxis
Der Idealfall wäre, wenn man eigene Kapitalmittel angespart hätte und seine Existenzgründung ganz hieraus finanzieren könnte. Die wenigsten verfügen allerdings darüber und müssen sich von einer Bank Kapital aufnehmen. Um den benötigten Kapitalbedarf ermitteln zu können, ist der Businessplan notwendig. In ihm werden alle realen und zu erwartenden Kosten erfasst und die tatsächlichen und erwarteten Einnahmen gegenübergestellt. An dieser Stelle ist es unverzichtbar, realistisch zu kalkulieren. Schönrechnereien bringen nicht viel und werden von Bankmitarbeitern schnell entlarvt. Im Gegensatz zum Laien verstehen sie es nämlich, Bilanzen und Businesspläne zu lesen. Eine Bank würde niemals Luftschlösser finanzieren, sondern immer nur realistische Projekte mit einer ordentlichen Gegenfinanzierung.
Wer Schwierigkeiten bei der exakten Kostenermittlung hat, aber vor dem Bankgespräch mit einem gut kalkulierten Businessplan für sich und sein Unternehmen werben möchte und auf eine Finanzierung angewiesen ist, der tut gut daran, sich hierfür professionelle Hilfe eines Unternehmensberaters zu suchen. Ein Unternehmensberater wird immer realistische Planungen dort erstellen, wo der Existenzgründer vielleicht ein wenig zu optimistisch plant.
Mit einem guten Businessplan muss man nur noch die Bank von dem eigenen Vorhaben überzeugen. Mit etwas Glück bekommt man die Finanzierung.
Staatliche Förderungen in Anspruch nehmen
• Gründungszuschuss: Bezieher von Arbeitslosengeld I können sich auf Antrag von der Arbeitsagentur bei der Existenzgründung unterstützen lassen. Der Gründungszuschuss setzt sich zusammen aus einem Betrag in Höhe des letzten Arbeitslosengeldes plus 300,- Euro für einen begrenzten Zeitraum. Wie lange der Gründungszuschuss gewährt wird und welche Voraussetzungen hierzu erfüllt sein müssen, ist der Informationsseite der Arbeitsagentur zu entnehmen.
• Zuschüsse für ALG II Bezieher: Auch Bezieher von Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) können sich in bestimmten Fällen durch Zuschüsse bei der Existenzgründung unterstützen lassen, um ihrer Langzeitarbeitslosigkeit so zu entkommen. Einen Rechtsanspruch hierauf gibt es allerdings nicht, da es sich dabei um eine sogenannte „Kann-Regelung“ handelt. Ob ein Zuschuss zur Existenzgründung gewährt wird, hängt demnach vom Ermessen des jeweiligen Sachbearbeiters ab.
• Businessplan: Um einen Gründungszuschuss oder eine andere Bezuschussung zu bekommen, muss ein professioneller Businessplan vorgelegt werden, mit dem der Sachbearbeiter von der Ernsthaftigkeit und Realisierbarkeit des Gründungsvorhabens überzeugt wird.
Zusammenfassung:
• Die eigene Praxisgründung will in Ruhe geplant werden. Schnellschüsse in Sachen Mietverträge sind zu vermeiden, auch wenn es sich um günstige Angebote handelt.
• Ein Businessplan sollte unbedingt erstellt werden. Vordrucke bekommt man bei den Industrie- und Handelskammern, wie zum Beispiel bei der IHK-München als kostenfreie Pdf-Vorlage zum Download.
• Sofern der Punkt nicht schon im Businessplan enthalten ist, sollte eine gründliche Marktanalyse für den eigenen Geschäftsbereich durchgeführt werden (Angebot, Nachfrage, Wettbewerb)
• Wer nicht ohne Finanzierung auskommt, muss umso mehr Wert auf eine gründliche Erstellung seines Businessplans legen, zur Not mit professioneller Unterstützung durch einen Unternehmensberater.
• Bezieher von Arbeitslosengeld I haben Anspruch auf einen Gründungszuschuss und Bezieher von ALG II können sich ebenfalls bezuschussen lassen, wenn der jeweilige Sachbearbeiter nach seinem Ermessen die Existenzgründung befürwortet. Dazu ist aber ein realistisch und gründlich durchkalkulierter Businessplan notwendig.
Gründliche Marktanalyse
Eine gründliche Marktanalyse für eine erfolgreiche Unternehmensgründung
Im Businessplan-Vordruck der IHK sind bereits die Punkte zur Markteinschätzung und zur Wettbewerbssituation enthalten. Diese beiden Punkte sind eigentlich die wichtigsten im gesamten Businessplan. Für Heilpraktiker gibt es bei der Markteinschätzung noch besondere Dinge zu berücksichtigen:
Wer einmal begonnen hat, sich Fragen wie in dieser Grafik zu stellen, dem werden noch viel mehr Punkte einfallen, die hinterfragt werden sollten. Allerdings nützt die tollste Marktanalyse nichts, wenn sie keine veränderte Unternehmensausrichtung zur Folge hat. Humanheilpraktiker, die in ihrer unmittelbaren Gegend auf eine sehr hohe Ärzte- und Heilpraktikerdichte stoßen, tun gut daran, sich auf ein oder zwei nicht so gängige Naturheilverfahren zu spezialisieren. Heilpraktiker für Psychotherapie, die sich den regionalen Markt mit vielen (medizinischen und psychologischen) Psychotherapeuten teilen müssen, sollten ein Therapieverfahren anbieten, das vor Ort so noch nicht angeboten wurde und sich darauf spezialisieren. Tierheilpraktiker in der Großstadt sollten genau darauf achten, wie viele Tierärzte es gibt, die ebenfalls Naturheilverfahren anbieten und wie viele Tierheilpraktiker noch vor Ort ansässig sind und was deren Angebote sind.
Ist die Nachfrage nach guten Heilangeboten für Hunde bereits abgedeckt, sollte man vielleicht in Erwägung ziehen, sich auf Katzen oder andere Kleintiere zu spezialisieren. Dasselbe gilt für den ländlichen Raum: Viele träumen von einer Tierheilpraxis mit Schwerpunkt „Pferde“, stoßen auf dem Lande aber häufig auf eine hohe Anzahl an Konkurrenten unter den Tierärzten, Hufschmieden, Pferdetrainern etc., die sich in puncto Heilpraxis weitergebildet haben. Vielleicht würde es dann Sinn machen, sich auf die landwirtschaftlichen Nutztiere zu konzentrieren oder auf Kleintiere, falls der Markt für Heilpraktiker für Pferde bereits übersättigt ist. Solche Beispiele zeigen, dass man sich nicht einfach mit einer eigenen Praxis selbstständig machen kann, sondern vorher viele Punkte bedenken sollte, will man später mit seiner Praxis auch Erfolg haben.





