Ablauf der Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie

Im Bereich der Heilpraxis für Psychotherapie zeigen sich einige Unterschiede in der Ablauf- und Schwerpunktgestaltung bei der Ausbildung in den verschiedenen Schulen und Fernlehrinstituten. Während manche Schulen lediglich eine intensive Prüfungsvorbereitung im psychotherapeutischen Bereich anbieten, sind in den Lehreinheiten auch nur therapeutische Grundlagen enthalten. Die gesamten basispsychologischen und psychoanalytischen Grundlagen werden dabei schon vorausgesetzt oder nur am Rande mit gelehrt, während der Fokus auf den Therapiemethoden und der Diagnostik liegt. Relativ einheitlich gehen die großen staatlich zugelassenen Fernlehrinstitute vor.


Vermittlung von psychologisch-psychiatrischen und psychoanalytischen Grundlagen


Es macht Sinn, die Ausbildung auf ein fachlich solides Fundament zu stellen. Dazu gehört, dass man sich Einblicke in die Grundlagen der Psychologie, Psychiatrie und Psychoanalyse verschafft. Diese Grundlagen sind notwendig, um später richtige Diagnosen erstellen und zwischen den einzelnen Psychotherapiemethoden die richtigen anwenden zu können. Wer die basispsychologischen Grundlagen nicht besitzt, wird sich bei den Diagnosethemen und den psychotherapeutischen Methoden schwer tun, die Zusammenhänge zu verstehen. Aus diesem Grunde starten die großen Fernlehrinstitute aber auch viele Heilpraktikerschulen erst einmal mit den Grundlagen.


Vermittlung der unterschiedlichen Störungen organischer und psychischer Art und Diagnostik


Hat man die Grundbegriffe des Psychischen gelernt und kennt eine Menge über die Zustände, wie der psychische Apparat aufgebaut sein sollte, erfährt man nun alles über psychische Störungen und Erkrankungen. Man lernt die Ursachen kennen, ob sie organischer oder psychischer Art sind. Das die Voraussetzungen, um eine zielsichere Diagnose treffen und die Art der Störung klassifizieren zu können. Dazu gehören auch die richtigen Anamnesemethoden.


Vermittlung der klassischen und alternativen psychotherapeutischen Methoden


Natürlich muss der angehende Heilpraktiker für Psychotherapie die wichtigsten Instrumente zur Ausübung seines künftigen Berufs lernen: die klassischen Methoden der Psychotherapie. Er muss schließlich künftig in der Lage sein, nach einer Anamnese und einer Diagnose auch die richtige Behandlungsmethode für den Klienten zu finden. Neben den klassischen Psychotherapiemethoden wie die klientenzentrierte Gesprächstherapie oder tiefenpsychologische Therapien kommen auch alternative Therapiemethoden in der Heilpraxis zum Einsatz. Das kann eine Mal- oder Kunsttherapie genauso sein wie das Neurolinguistische Programmieren, kurz NLP genannt. Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Therapieverfahren, die von den klassischen Methoden abweichen.

Intensivkurs zur Prüfungsvorbereitung


Einige Heilpraktikerschulen bieten kurz vor der bevorstehenden amtsärztlichen Überprüfung noch eine Intensivschulung zur Wiederholung des komplexen Prüfungsstoffs an. Einige bieten das auch als optionale Zusatzseminare kurz vor der Prüfung an. Solche Seminare sind dann gesondert zu bezahlen, lohnen sich aber in jedem Fall, weil hierin wirklich fachgerecht alle prüfungsrelevanten Themen aufgearbeitet werden. Man bekommt nochmals eine geballte Ladung des Prüfungsstoffs, vergleichbar mit einer Injektion eines Vitaminpräparates. Diese Seminare wirken sehr kurzfristig, helfen aber dem Prüfling, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.


Vorgehensweise beim Fernstudium


Man kann davon ausgehen, dass in den großen staatlich zugelassenen Fernlehrinstituten nur didaktisch kompetente Lehrkräfte sitzen. Daher kann man dem Studienablauf, so wie ihn jede Fernschule für sich festlegt, getrost vertrauen. Auch im Fernstudium lernt der Heilpraktiker für Psychotherapie in spe alle basispsychologischen und psychiatrischen Fachkenntnisse, erlernt die Anamnese, Diagnostik und Klassifizierung sowie die klassischen und alternativen Therapiemethoden. Auch die meisten Fernschulen bieten Vertiefungsseminare oder Praxisseminare an. Dazu steht dem Studierenden noch die Möglichkeit zum interaktiven Austausch mit anderen Studierenden und mit dem Fernlehrer über Onlineplattformen zur Verfügung. Auch beim Fernstudium ist man nicht alleine auf sich gestellt, sondern erhält reichlich Unterstützung.


Anmeldung zur Prüfung


Die Anmeldeformalitäten für die Heilpraktiker-Kenntnisprüfung mit Beschränkung auf die Psychotherapie sind identisch mit der uneingeschränkten Heilpraktikerprüfung. Man muss


•    mindestens 25 Jahre alt sein und das durch seine Geburtsurkunde belegen,
•    mindestens den Hauptschulabschluss haben, was durch ein entsprechendes Zeugnis belegt wird,
•    einen einwandfreien Leumund haben (polizeiliches Führungszeugnis, nicht älter als drei Monate alt),
•    eine Erklärung abgeben, dass kein Strafverfahren in der Schwebe liegt,
•    ein nicht älter als drei Monate altes ärztliches Attest vorlegen
•    sowie den Nachweis über ein abgeschlossenes psychotherapeutisches Verfahren.


Der letzte Punkt ist für angehende Heilpraktiker für Psychotherapie sehr wichtig und sollte besonders hervorgehoben werden. Nicht selten wollen besonders jene Menschen einen psychotherapeutischen Beruf ergreifen, die selbst über offensichtliche oder latente psychische Probleme verfügen. Eine Tätigkeit in der Therapie könnte demnach als versteckter Weg zur Eigentherapie missbraucht werden. Oftmals wissen die Betreffenden gar nicht, dass dies die eigentliche Intention ihres Berufswunsches ist.
Psychotherapeuten müssen allerdings im Umgang mit ihren Klienten absolut in der Lage sein, sich vom Therapieinhalt zu distanzieren und die Lage objektiv zu betrachten. Keinesfalls dürfen sie in irgendeiner Form involviert sein, sei es durch Erinnerungen an eigene Erfahrungen, die im Laufe der Therapiesitzungen mit dem Klienten wieder hochkommen. Natürlich können auch Menschen mit psychisch belastenden Vergangenheitssituationen psychotherapeutisch tätig werden.


Das geht aber nur, wenn man selbst psychotherapeutisch seine Vergangenheit aufgearbeitet und alle Probleme überwunden hat, d. h. sich von seinen Problemen sachlich distanziert hat. Aus diesem Grunde darf zur Ausübung der Psychotherapie nur zugelassen werden, wer ein eigenes psychotherapeutisches Verfahren abgeschlossen hat mit dem Ergebnis, dass man absolut stabil ist.Auch hier geben die Paracelsusschulen wieder einen bundesweiten Überblick über die Prüfungsmodalitäten aller Bundesländer


Zusammenfassung:

•    Die Grundlagen jeder Psychotherapieausbildung sind Kenntnisse der Psychologie, Psychiatrie und Psychopathologie. Darauf baut alles andere auf, wie nachfolgende Übersicht zeigt:
•    In der Prüfungsphase schließt sich eine intensive Lernphase an.
•    Man meldet sich mit allen erforderlichen Formalitäten zur Prüfung an.
•    Die zuständige Behörde gibt Bescheid, wann man zur Prüfung zugelassen wird.
•    In der Regel werden die Kenntnisüberprüfungen von den zuständigen Behörden zweimal jährlich durchgeführt. Wann die Termine sind, erfährt man vor Ort.