Die meisten Heilpraktikerschulen gliedern ihre Ausbildung zum Heilpraktiker in zwei Abschnitte: in einen Basiskurs und in einen Intensivkurs. Wie diese Ausbildungsabschnitte dann im Einzelnen bezeichnet werden, kann von Schule zu Schule unterschiedlich sein. Der zweigliedrige Ablauf jedoch ist didaktisch zu empfehlen und wird deshalb auch meistens so durchgeführt.

Basiskurs – Vermittlung der Grundlagen

Die meisten Interessenten für eine Heilpraktikerausbildung bringen in der Regel keine medizinischen Grundkenntnisse mit, sondern müssen das ganze Fachwissen von Grund auf lernen. So werden sie im Basisteil der Ausbildung systematisch an die Medizinkenntnisse herangeführt. Daneben gilt es ja noch, die angehenden Heilpraktiker in die Grundlagen der Naturheilverfahren einzuführen und in die für den Beruf notwendige Gesetzeskunde. Dabei unterteilen sich die Unterrichtseinheiten in Anatomie und Physiologie und umfassen hierbei den Gesamtaufbau des Menschen, angefangen bei seinem Skelett, dem Bewegungsapparat, seinen Organen, sein Herz-Kreislaufsystem und vieles mehr. 


Nachdem die anatomisch-physiologischen Grundkenntnisse vermittelt wurden und der Heilpraktiker in spe eine Vorstellung von den komplexen Zusammenhängen des menschlichen Körpers bekommen hat, macht es Sinn, ihn an an die Pathologie heranzuführen. Die Pathologie ist die Lehre der Erkrankungen. Hier wird aufgezeigt, wie der menschliche Körper von seiner grundlegenden Beschaffenheit abweichen kann. Um das Pathologische erkennen zu können, muss man allerdings wissen, wie die Funktionen richtig sind. Daher beginnt man immer sinnvollerweise mit der Anatomie und der Physiologie und stellt erst im Anschluss die Abweichungen von der Norm vor.


Da eine Lerneinheit auf die andere aufbaut, lernt man zuerst, wie der menschliche Körper aufgebaut ist und anschließend, wie er durch Krankheit verändert werden kann. Jetzt erst macht es Sinn mit Behandlungsmethoden anzuschließen. Für angehende Heilpraktiker sind das natürlich Naturheilverfahren. Medizinische Behandlungsmethoden müssen zum Teil auch gelernt werden, zumindest die Fähigkeit, Spritzen zu setzen.Möglicherweise werden einige Schulen erst jetzt mit der naturheilkundlichen Diagnostik fortsetzen, also mit dem Fachwissen, wie man alternativ pathologische Zustände diagnostiziert. Andere ziehen diesen Punkt vor oder kombinieren ihn direkt mit den naturheilkundlichen Behandlungsmethoden. Das legt jede Schule für sich fest.Nach dem Basiskurs hat jeder Heilpraktiker in Ausbildung alle Fertigkeiten vermittelt bekommen, die ihn zur Ausübung seines Berufs befähigen.

Intensivkurs – Vorbereitung auf die Prüfung beim Gesundheitsamt

Die Intensivphase dient der vertieften Vorbereitung auf den prüfungsrelevanten Stoff. Angehende Heilpraktiker sind in dieser Phase bereits fachlich ausgebildet und verfügen über die notwendigen Fähigkeiten. Jetzt geht es darum, Stoffinhalte zu strukturieren und zu sinnvollen Themenclustern zusammenzufügen. Darüber hinaus muss alles, was möglicherweise in der amtsärztlichen Überprüfung abgefragt werden kann, verinnerlicht werden. Das ist die eigentliche Lernphase, die intensive Prüfungsvorbereitung.
Hier wird nichts mehr neu erlernt, sondern Bekanntes im Gedächtnis verfestigt. Mit dieser intensiven Vorbereitung geht man optimal in die Prüfung und hat beste Chancen, diese zu bestehen.

Vorgehensweise beim Fernstudium

Möglicherweise strukturieren staatlich anerkannte Fernschulen ihre Stoffinhalte etwas anders. Trotzdem wird dem Interessenten auch hier das Grundlagenwissen aus Anatomie, Physiologie, Diagnostik, Pathologie, Psychologie, Psychiatrie, Naturheilkunde und Gesetzeskunde systematisch vermittelt. Dabei erhält er seinen Lehrstoff in themenzentrierten Lehrbriefen, zu denen regelmäßige Übungsaufgaben zu lösen sind. Daneben stehen den Studierenden meistens auch Onlineplattformen zur Verfügung, auf denen sie sich mit anderen Teilnehmern und dem Dozenten austauschen können oder wichtige Seminarinhalte von zuhause aus verfolgen können. Gute Fernlehrinstituten bieten zudem in der Prüfungsvorbereitungsphase noch ein Intensivseminar an.

Anmeldung zur Prüfung

Hat man seinen kompletten Schulungskurs absolviert, kann man sich bei seinem zuständigen Gesundheitsamt zur amtsärztlichen Überprüfung anmelden, die notwendig ist, um die Zulassung als Heilpraktiker zu bekommen. An dieser Stelle erst müssen die Voraussetzungen, um überhaupt Heilpraktiker werden zu können, erfüllt sein. Man muss

•    seine Geburtsurkunde vorlegen als Nachweis, dass man das 25. Lebensjahr vollendet hat
•    ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, aus dem hervorgeht, dass man einen einwandfreien Leumund besitzt; dieses Führungszeugnis darf nicht älter als drei Monate sein
•    zusätzlich ist eine Erklärung abzugeben, dass keine strafrechtlich relevanten Verfahren anhängig sind, die einen künftigen Eintrag in das Bundeszentralregister erwarten lassen würden und den einwandfreien Leumund einschränken
•    ein nicht älter als drei Monate altes ärztliches Attest vorlegen, mit dem die körperliche und geistige Gesundheit bescheinigt sowie Suchterkrankungen ausgeschlossen werden
•    ein Zeugnis vorlegen, das mindestens den Hauptschulabschluss belegt


Der Antrag auf Zulassung zur Kenntnisprüfung bei den zuständigen Behörden kann formlos schriftlich gestellt werden und ist durch die erforderlichen Unterlagen (siehe vorige Auflistung) zu ergänzen. Nahezu alle Bundesländer führen zweimal pro Jahr zu feststehenden Zeiten Kenntnisprüfungen durch. Sind alle Unterlagen komplett bei der zuständigen Behörde eingegangen, erhält man einen Bescheid, wann man an der Prüfung teilnehmen darf. Für die Prüfung und den Verwaltungsaufwand werden gesonderte Gebühren fällig die an die jeweiligen Behörden selbst zu entrichten sind. Die Paracelsusschulen geben einen guten Überblick über die Prüfungsformalitäten der entsprechenden Bundesländer.

Zusammenfassung:

•    Nachfolgende Übersicht zeigt eine sinnvolle Ausbildungsstruktur in aufbauender Reihenfolge auf:

 


 
•    Nach der Vorbereitungsphase meldet man sich mit allen erforderlichen Unterlagen zur Kenntnisprüfung an
•    In der Regel finden die amtsärztlichen Überprüfungen an zwei festen Terminen im Jahr statt; Genaueres ist der zuständigen Behörde zu entnehmen

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