Ausbildungswege des Heilpraktikers


Drei grundsätzliche Wege stehen einem Interessenten offen, der sich zum Heilpraktiker ausbilden lassen möchte:
•    Präsenzstudium
•    Fernstudium
•    (ungesteuertes) Selbststudium

Die Heilpraktikerausbildung in einem Präsenzstudium

Alle großen und gängigen Heilpraktikerschulen bieten verschiedene Studienmodelle an. So gibt es das sehr zeitintensive Vollzeitstudium und daneben ein Teilzeitstudium mit verschiedenen Zeitmodellen:
•    Tageskurse
•    Abendkurse
•    Wochenendkurse
•    Intensivkurse (Blockseminare)


Die größtmögliche Intensivbetreuung bietet die Vollzeitausbildung an. Hier ist man in der Regel jeden Werktag zu regulären Unterrichtszeiten in der Heilpraktikerschule anwesend und erlernt unter Betreuung der Dozenten fachlich optimal aufbereitete Stoffinhalte. Der Vorteil der Vollzeitausbildung ist in der größtmöglichen Betreuung durch die Dozenten zu sehen, was die richtige Vorbereitung auf die spätere Heilpraktikerprüfung erleichtert. Als Nachteil ist hier anzumerken, dass man bei einer Vollzeitausbildung etwa ein bis zwei Jahre keiner beruflichen Tätigkeit nachgehen kann. Aus diesem Grunde eignet sich die Vollzeitvariante entweder für Arbeitssuchende ohne aktuelle Beschäftigung, für Hausfrauen und Hausmänner oder für jeden, der nicht unbedingt eine Berufstätigkeit nachzugehen hat.


Das Teilzeitstudium eignet sich zur berufsbegleitenden Durchführung und bietet verschiedene Zeitgestaltungsmöglichkeiten. Viele Heilpraktikerschulen bieten Abend- oder Wochenendkurse an. Das ist die gängigste Form der Zeiteinteilung. Einige Heilpraktikerschulen bieten aber auch Tageskurse an. So besuchen angehende Heilpraktiker an zwei Werktagen vormittags die Heilpraktikerschule, haben aber für den Rest der Woche immer noch genügend Zeit, um Beruf oder Familie gerecht werden zu können. Jedes Zeitmodell im Rahmen der Teilzeitausbildung hat seine eigenen Vor- und Nachteile.


•    Abendkurse: In diesem Sinne eignen sich Abend- oder Wochenendschulen am besten für Berufstätige, die ihre Heilpraktikerausbildung berufsbegleitend durchführen möchten oder müssen, weil sie aus finanziellen Gründen nicht auf ihre Arbeitsstelle verzichten können. Das bedeutet für einen Zeitraum von etwa zwei Jahren aber auch eine zusätzliche Belastung. Nach getaner Arbeit – wenn andere Feierabend haben – gehen Teilzeitstudenten der Heilpraxis in die Abendkurse und bilden sich weiter.


•    Tageskurse: Sie sind ideal für Teilzeitbeschäftigte oder für Hausfrauen beziehungsweise Hausmänner. Der Nachteil ist, dass Berufstätige ihren Dienstplan auf die Schulzeiten abstimmen können müssen. Ein weiterer Nachteil besteht dann, wenn man aufgrund der Erkrankung seines Kindes plötzlich ein Betreuungsproblem hat oder wenn das Kind aus irgendeinem Grunde früher von der Betreuungsstätte abgeholt werden muss. Sitzt der Elternteil dann gerade im Unterricht, sind Unterbrechungen hier sehr unangenehm.


•    Wochenendkurse: Sie lassen sowohl Berufstätigen als auch Eltern die größtmögliche Freiheit unter der Woche. Man kann problemlos seiner Arbeit oder seinen familiären Verpflichtungen nachkommen. Nachteil: Am Wochenende hat man dann keine Zeit für den Partner und die Familie. Dann, wenn alle gemeinsam etwas unternehmen könnten, fällt der angehende Heilpraktiker für solche Freizeitvergnügen aus. Hier muss man sich des Rückhaltes seiner Familie vollkommen sicher sein können, wenn man dieses Zeitmodell wählt.


•    Intensivkurse: Sie dauern in der Regel kürzer als die herkömmliche Teilzeitausbildung. Sie dient vor allem zur intensiven Vertiefung gelernter Stoffinhalte. Nachteil: Man muss schon eine gewisse Grundbildung mitbringen. Entweder besitzt man bereits Medizinkenntnisse aus anderen beruflichen Bereichen oder man hat sich bereits im Selbststudium einen Großteil des Stoffs angeeignet. Ganz ohne Vorkenntnisse ist diese Form der Ausbildung nicht geeignet. Vorteil: Wer nur noch mal kurz vor der Prüfung einen didaktisch gut aufbereiteten Impuls unter fachlicher Leitung benötigt, für den ist diese Ausbildungsform ideal.

Die Heilpraktikerausbildung in einem Fernstudium

Eine sehr beliebte Möglichkeit, sich die prüfungsrelevanten Stoffinhalte für die Heilpraktikerprüfung anzueignen, ist das Fernstudium. Die Liste der Vorteile überwiegt bei Weitem die Nachteile. Man erhält von seinem Ausbildungsinstitut didaktisch optimal aufbereitete Lehrbriefe und zusätzlich multimediale Unterstützung. Das können DVDs mit Seminarinhalten sein, aber auch die Möglichkeit, sich über geschlossene Onlineplattformen unmittelbar mit anderen Studierenden auszutauschen.
Die Lehrbriefe sind dabei sinnvoll nach zusammenhängenden Themenkomplexen gegliedert und gut strukturiert. Die Lehrbriefe werden von didaktisch geschulten Fachdozenten erstellt und überzeugen durch Verständlichkeit. Außerdem hat man jederzeit die Möglichkeit, mit seinem Ferndozenten in Kontakt zu treten über Email, online im Chat, telefonisch oder klassisch schriftlich.
Allerdings bleibt auch diese Studienform nicht völlig frei von Nachteilen: Man muss sich selbstständig disziplinieren und sich regelmäßig Zeit einräumen, um den Stoff zu lernen und die Übungsaufgaben zu erledigen. Vielen Menschen fällt genau das schwer. Müssen sie nicht unter der Anwesenheit eines Dozenten lernen, laufen viele Gefahr, sich abzulenken oder etwas völlig anderes zu machen und die eigentlich fällige Unterrichtseinheit auf einen anderen Zeitpunkt zu verschieben. Prokrastination heißt das Zauberwort dazu, für den sich im Deutschen der umgangssprachliche Ausdruck „Aufschieberitis“ eingebürgert hat. Am Ende steht man kurz vor der Prüfung und hat plötzlich ein enormes Zeitproblem oder man kann sich nicht nach einem selbst gewählten Zeitraum zur Prüfung anmelden, da man mit dem Lehrstoff noch nicht durch ist.

Die Heilpraktikerausbildung im (ungesteuerten) Selbststudium

Diese Ausbildungsform ist der härteste Weg von allen. Zwar sehen das Heilpraktikergesetz und regionale Vorschriften der Gesundheitsämter keine Regelung vor, wie man zu seinem Fachwissen als Heilpraktiker gelangt. Das bleibt jedem Interessenten selbst überlassen. Am Ende zählt das erfolgreiche Abschneiden in der Prüfung. Allerdings ist nicht alles, was als Methode erlaubt ist, auch unbedingt anzuraten.
Im ungesteuerten Selbststudium hat man keinerlei fachliche Betreuung, kann auf kein Feedback anderer Studierender hoffen und muss sich seinen Stoff selbst zusammensuchen und strukturieren. Der einzige Vorteil, den diese Studienform bietet, ist der günstige Preis. Man investiert lediglich die Kosten für die Fachliteratur, also beispielsweise kompakte Bücher über die Heilpraxis, Anatomiebücher, Gesetzesbücher und so weiter. Dann aber steht man völlig alleine da mit seinem geballten Heilpraktikerwissen und weiß nicht, wie man es sich am sinnvollsten aneignen soll.
Nicht alle Stoffinhalte sind wirklich prüfungsrelevant. Doch weiß niemand im reinen Selbststudium, was jetzt wirklich von den Amtsärzten abgefragt wird und was eher nicht. So läuft der Studierende Gefahr, sich mit zu viel Stoff zu überfordern, statt sinnvolle Prioritäten zu setzen. Die didaktische Stoffaufbereitung durch Dozenten an einer Präsenzschule oder im Fernstudium hat zwar ihren Preis, macht aber auch sehr viel Sinn. Das ungesteuerte Selbststudium eignet sich allenfalls für diejenigen, die sehr viel Erfahrung damit haben, Wesentliches aus komplexen Texten zu exzerpieren und dieses dann sinnvoll zu strukturieren. Die meisten Heilpraktiker in spe scheitern jedoch an dieser Methode.

Zusammenfassung:

Drei Lernwege führen zur Heilpraktikerprüfung:

- Präsenzstudium
- Fernstudium und
- (ungesteuertes) Selbststudium


Das Präsenzstudium bietet verschiedene Zeitmodelle an:
- Vollzeitausbildung
- Teilzeitausbildung in Abendkursen
- Teilzeitausbildung in Tageskursen
- Teilzeitausbildung in Wochenendkursen
-  Intensivkurse

Das Fernstudium verlangt viel Selbstdisziplin, bietet dafür aber die größtmögliche Flexibilität an.Das ungesteuerte Selbststudium ist am kostengünstigsten aber auch am schwierigsten, weil man mit der ganzen Stoffvielfalt vollkommen alleine dasteht.