Ausbildungswege des Heilpraktikers für Psychotherapie

Wie auch beim (Voll-)Heilpraktiker stehen angehenden Heilpraktiker für Psychotherapie drei Ausbildungswege zur Verfügung:


Die Heilpraktikerausbildung für Psychotherapie im Präsenzstudium


Auch bei der Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie gibt es die bekannten Zeitmodelle für den Präsenzunterricht in Voll- und Teilzeit:
•    Tagesunterricht
•    Abendunterricht
•    Wochenendunterricht


Die intensivste Ausbildungsform ist der Vollzeitunterricht an der Tagesschule. Hier hat man in der Regel an vier oder fünf Wochentagen den gesamten Vormittag über Unterricht. Die Unterrichtszeiten entsprechen hierbei den bekannten Schulzeiten und dauern etwa von 9.00 bis 13.30, wobei einige Variationen von Schule zu Schule auftreten können. Für die Vollzeitausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie setzt natürlich voraus, dass man die Zeit dazu aufbringen kann. Eine Berufstätigkeit verträgt sich mit diesem Zeitmodell nicht so gut, es sei denn, man kann auf Teilzeitbasis an den Nachmittagen seiner Arbeit nachgehen. Da die Vollzeitausbildung aber ein gutes Jahr umfasst, kann das in diesem Fall eine stressige Doppelbelastung bedeuten.


Dasselbe gilt für die Teilzeitausbildung in Abend- oder Wochenendkursen. Zwar kann diese berufsbegleitend durchgeführt werden, jedoch hat man für etwa eineinhalb Jahre die Doppelbelastung von Arbeit und Lernen in der Freizeit zu tragen. Das ist schaffbar, bedeutet aber viel Ehrgeiz und Energie. Nicht-Berufstätige haben es da leichter: Sie können sich uneingeschränkt auf ihre Heilpraktikerausbildung für die Psychotherapie konzentrieren.


So hat jedes Ausbildungs-Zeitmodell seine Vorteile aber auch seine Nachteile. Teilzeitmodelle lassen einem mehr zeitlichen Spielraum, um einer Berufstätigkeit nachgehen zu können oder anderen familiären Verpflichtungen. Sie bedeuten aber auch eine Zusatzbelastung, die sehr an die Substanz gehen kann. Aus diesem Grunde müssen alle beruflichen, finanziellen und privaten Kriterien sowie die eigene körperliche und seelische Belastbarkeit genau berücksichtigt und mit der Familie durchgesprochen werden. Die Familie mit ins Boot zu holen ist sowieso unerlässlich, denn Kinder und Partner tragen später einen wesentlichen Teil dazu bei, ob die Ausbildung klappt oder nicht.


Die Heilpraktikerausbildung für Psychotherapie im Fernstudium


Ein Fernstudium bietet dem angehenden Heilpraktiker für Psychotherapie die größtmögliche Zeitflexibilität. Zwischen 15 und 18 Monaten (je nach Fernlehrinstitut) dauert die reguläre Ausbildungszeit im Fernstudium. Wer schneller lernen möchte, kann früher fertig werden, wer länger Zeit benötigt, hat die Möglichkeit, auch über die reguläre Studienzeit hinausgehend zu studieren. Die Betreuung wird bei den großen Fernlehrinstituten in der Regel für sechs Monate über die Regelstudienzeit hinaus gewährleistet. Man muss sich allerdings auch vor Augen halten, dass es eine große Portion Selbstdisziplin erfordert, um sich regelmäßig selbstständig zum Lernen zu motivieren. Schnell ist die Gefahr vorhanden, dass man sich durch private Dinge ablenken lässt.


Wer es schafft, sich selbst immer zu motivieren, die Lehrbriefe und Bücher durchzuarbeiten, der darf sich über sinnvoll strukturierte und didaktisch optimal aufbereitete Lehrbriefe freuen. Außerdem steht einem während der gesamten Dauer des Fernstudiums ein Fernlehrer zur Verfügung, der die persönliche Betreuung übernimmt. Man kann sich per Email, Telefon oder online jederzeit an ihn wenden und persönliche Fragen zum Ablauf der Ausbildung und zum Stoff an ihn richten.
Viele Fernlehrinstituten bieten darüber hinausgehend Seminare zum Vertiefen des Stoffs in der Prüfungsphase an und in manchen Fällen auch Online-Seminare. Damit ist auch dem Fernstudenten der Heilpraxis für Psychotherapie eine gut strukturierte und didaktisch optimal aufbereitete Ausbildung garantiert.


Die Heilpraktikerausbildung für Psychotherapie im ungesteuerten Selbststudium


Fast als Ding der Unmöglichkeit anzusehen ist das Aneignen des komplexen Fachwissens für die Heilpraktikerprüfung für Psychotherapie im ungesteuerten Selbststudium. Neben allen basispsychologischen Kenntnissen und Einblicken in die klinische Psychologie und Psychiatrie gehört zum Ausbildungsinhalt auch das Erlernen der gängigen psychotherapeutischen Methoden. Hierzu bedarf es auf alle Fälle des Austauschs mit anderen oder mit einem erfahrenen Lehrer. Am besten geht dies in einer Gruppe aber auch im direkten Austausch im Fernstudium. Alleine durch theoretisches Studieren der Bücher ist es nahezu unmöglich, das prüfungsrelevante Wissen zu erlangen, denn dieses Wissen setzt auch einen praktischen Anteil voraus, um es besser anwenden zu können. Zwar ist es möglich, den Prüfungsstoff für die Heilpraktikerprüfung für Psychotherapie auch komplett im Selbststudium zu erlernen, aber sinnvoll ist es nicht, weil man die Zusammenhänge mangels praktischer Erfahrungen nicht erkennt.


Zusammenfassung:


•    Wie beim „Großen“ Heilpraktiker stehen dem angehenden Heilpraktiker für Psychotherapie drei Ausbildungswege zur Verfügung: Präsenzstudium, Fernstudium und Selbststudium
•    Das Präsenzstudium bietet die intensivste Ausbildung durch direkten interaktiven Austausch mit anderen und mit dem Lehrer.
•    Das Fernstudium bietet ebenso eine gute Betreuung, allerdings fehlt die direkte Motivation durch die Gruppendynamik. Man muss viel Selbstdisziplin aufbringen.
•    Ebenfalls zulässig ist das vollständige Selbststudium, wovon allerdings abzuraten ist, weil gerade das Erlernen psychotherapeutischer Methoden vom interaktiven Austausch mit anderen lebt.