Berufsbild – Tierheilpraktiker

Schon lange sind Tiere die ständigen Hausgenossen des Menschen, ob sie ihm als sogenannte “Nutztiere“ dienen oder als „Familienmitglieder“ mit ihm zusammenleben. So ist der Mensch darum bemüht, seinem Tier die größtmögliche Lebensqualität zu verschaffen. Dazu gehört auch die Gesunderhaltung des Tieres.

Auch in der Tiermedizin entdeckt man immer mehr die „sanfte“ Art zu heilen und konsultiert deshalb immer häufiger einen Tierheilpraktiker. Ähnlich wie der Heilpraktiker für den Humanbereich arbeiten Tierheilpraktiker mit alternativen Heilmethoden, bauen auf die Wirkkräfte der Natur, gehen homöopathisch vor und betrachten die Tiergesundheit ganzheitlich.


Die rechtlichen Grundlagen des Tierheilpraktikers


Leider gibt es in Deutschland keine verbindliche gesetzliche Regelung für den Beruf des Tierheilpraktikers. Auch ist die Berufsbezeichnung rechtlich ungeschützt, sodass sich rein theoretisch jeder „Tierheilpraktiker“ nennen und praktizieren dürfte. Tierheilpraktiker werden – im Gegensatz zu Veterinärmedizinern – als Laien betrachtet, die Tiere behandeln dürfen. Einzige gesetzliche Grundlage, denen Tierheilpraktiker unterliegen, ist das deutsche Tierschutzgesetz. In ihren Behandlungsmethoden sind Tierheilpraktiker insofern rechtlich eingeschränkt, als dass sie nach dem) nicht zur Verschreibung von klassischen oder homöopathischen Medikamenten berechtigt sind, sondern nur Tierärzte (gem. §43 AMG), und diese auch nicht selbstständig abgeben dürfen, was wiederum im deutschen Apothekengesetz (ApoG) geregelt ist.

Daneben haben sie sich noch an die Vorschriften des deutschen Infektionsschutzgesetzes zu halten, falls es um übertragbare Infektionskrankheiten von Tieren auf Menschen geht. Natürlich sind auch die regionalen veterinäramtlichen Bestimmungen in Sachen Hygienevorschriften, Quarantänemöglichkeiten und Tierhaltung für Tierheilpraktiker verbindlich.

Verbände und Berufsordnungen zum Schutze des Berufsbildes „Tierheilpraktiker“


Die Versäumnisse des Gesetzgebers, rechtliche Grundlagen analog zur humanen Heilkunde in Abgrenzung zur Medizin auch für den Bereich der Tierheilkunde zu schaffen, hat einige Berufsverbände ins Leben gerufen, die sich darum bemühen, einheitliche Berufsregelungen und ein gewisses Berufsethos zu etablieren und die Ausbildung zum Tierheilpraktiker zu organisieren. Gerade deswegen, weil es keine Rechtsgrundlagen zur Berufsausübung gibt, sind die Verbände umso mehr darum bemüht, verbindliche freiwillige Regelungen für ihre Mitglieder zu schaffen. Da jeder Verband für Tierheilpraktiker auch seine eigene Berufsordnung auflegen könnte, haben sich verschiedene Tierheilpraktiker-Verbände zusammengeschlossen und kooperativ eine gemeinschaftliche Berufsordnung entworfen.


Die Berufsausbildung für Tierheilpraktiker


Wie auch bei der Ausbildung zum Human-Heilpraktiker kann man das notwendige Fachwissen für den Tierheilpraktiker sowohl an einer Heilpraktikerschule im Präsenzunterricht erlernen als es sich auch über das Fernstudium selbst aneignen. Eine Überprüfung des Fachwissens durch das regionale Gesundheitsamt wie beim Human-Heilpraktiker findet nicht statt, da es keine einheitlichen gesetzlichen Vorschriften hierfür gibt. Trotzdem ist eine fundierte Ausbildung wichtig, damit der Beruf erfolgreich ausgeübt werden kann. Mangelndes Fachwissen wird sich schnell im Laufe des Praxisbetriebes zeigen und dann wird sich die Spreu vom Weizen trennen, wenn Kunden mit ihren Tieren einen Tierheilpraktiker aufsuchen, der über ein gründlicheres Fachwissen verfügt. Mangelnde Kompetenz lässt sich auf Dauer nicht verstecken. Erfolg hat derjenige, bei dem die Menschen spüren, dass er genau weiß, was er tut.


Die berufliche Praxis des Tierheilpraktikers


Es gibt zahlreiche alternative Behandlungsmethoden, wie zum Beispiel die Akkupunktur, die nicht nur ein Veterinärmediziner anwenden muss, sondern die genauso gut von einem Tierheilpraktiker angeboten werden können. In der Regel arbeitet ein Tierheilpraktiker selbstständig in der eigenen Praxis. Hier kommen zum geforderten Fachwissen noch zusätzliche Kenntnisse in der Betriebswirtschaft hinzu, da es anfangs eher unwahrscheinlich ist, dass man für solche administrativen Aufgaben eine Fachkraft beschäftigt. So dürfte sich ein Praxistag in geschätzte zehn Prozent Praxisvorbereitung vor der Sprechzeit, in 70 Prozent Praxisbetrieb und nach Praxisschluss in 20 Prozent betriebswirtschaftliche und administrative Tätigkeiten aufteilen.