Die Berufsordnung des Heilpraktikers

Die Berufsordnung des Heilpraktikers

Zwar gibt es für die Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung eine gesetzliche Grundlage durch das Heilpraktikergesetz, nicht aber eine gesetzliche Grundlage für die Ausbildungsregelung. Auch wenn der Gesetzgeber hier nicht mehr als notwendig in die Ausbildung eingreift, gibt es doch verschiedene Berufsverbände für Heilpraktiker, die sich einmal die Erstellung verbindlicher Berufsrichtlinien zum Ziel gesetzt hatten und diese auch 1992 in der Berufsordnung für Heilpraktiker (BOH) einheitlich festgehalten haben.


In welchen Verbänden können sich Heilpraktiker organisieren?


Der großen Berufsgemeinschaft der vielen Heilpraktiker in Deutschland ist es selbstverständlich wichtig, dass nur seriöse und ethisch einwandfrei arbeitende Menschen die Heilkunde praktizieren dürfen, denn Unseriosität würde das Ansehen des gesamten Berufsstandes stark gefährden. Aus diesem Grunde haben sich Heilpraktiker in verschiedenen Verbänden organisiert:

•    Allgemeiner Deutscher Heilpraktikerverband e.V. (ADHV)
•    Berufsverband Deutsche Naturheilkunde e.V. (BDN)
•    Bund Deutscher Heilpraktiker e.V. (BDH)
•    Bund Deutscher Heilpraktiker und Naturheilkundiger e.V. (BDHN)
•    Fachverband Deutscher Heilpraktiker e.V. (FDH)
•    Freie Heilpraktiker e.V. Berufs- und Fachverband (FH)
•    Freier Verband Deutscher Heilpraktiker e.V. (FVDH)
•    Union Deutscher Heilpraktiker e.V. (UDH)
•    Verband Deutscher Heilpraktiker e.V. (VDH)
•    Verband Heilpraktiker Deutschland e.V. (VHD)
•    Verband Unabhängiger Heilpraktiker e.V. (VUH)
•    Vereinigung Christlicher Heilpraktiker e.V. (VCHP)


In der Regel bieten alle diese Verbände auch Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Heilpraktiker an.


BOH – die einheitliche Berufsordnung der Heilpraktiker


Man könnte denken, dass bei zwölf unterschiedlichen Berufsverbänden ein Tohuwabohu an unterschiedlichen Berufsrichtlinien herrschen müsste, das mehr für Verwirrung als für eine klare Regelung der Berufspraxis der Heilkunde sorgt. Dem ist nicht so. Im Jahr 1992 haben sich die verschiedenen Berufsverbände für Heilpraktiker auf einheitliche Richtlinien geeinigt, die in der) festgelegt sind. In der BOH sind klare und einheitliche Kriterien des Berufsstandes geregelt, die das Heilpraktikergesetz darüber hinausgehend unberührt lassen.


Was ist in der BOH geregelt?


Grob gesagt regelt die BOH alle Punkte, die im Wesentlichen für die Berufspraxis des Heilpraktikers relevant sind. Dazu zählen insbesondere folgende Punkte:


•    Berufsgrundsätze
•    Berufspflichten
•    Schweigepflicht
•    Aufklärungs-, Dokumentations- und Sorgfaltspflicht
•    Pflicht zur Weiterbildung
•    Praxisort und Praxisräume
•    Werbung
•    Außenauftritt des HP (Praxisschilder, Drucksachen, Stempel, Verzeichniseintragungen und Inserate)
•    Besondere Bezeichnungen
•    Krankenbesuche, Arzneimittel und deren Verordnung
•    Haftpflicht und Meldepflicht
•    Beschäftigung von Hilfskräften
•    Berufsinsignien
•    Berufsaufsicht und Standesdisziplin
•    Hinzuziehung eines zweiten HP
•    Vertrauliche Beratung
•    Zuweisung gegen Entgelt
•    Vertretungsregelung bei Abwesenheit oder Krankheit
•    Verstöße gegen die Berufsordnung

Zusammenfassung:


Die verschiedenen Berufsverbände für Heilpraktiker in Deutschland haben sich 1992 auf eine einheitlich verbindliche Berufsordnung für Heilpraktiker (BOH) geeinigt. Hierin sind vor allem ethische Prinzipien des Berufsstandes zur Berufsausübung geregelt. In nachfolgender Grafik sehen Sie noch einmal das Wichtigste auf einen Blick: