Berufsperspektiven für den Heilpraktiker

Galten noch vor gut zwei Jahrzehnten Heilpraktiker als „Exoten“, die man vor allem dann aufsuchte, wenn die Mediziner partout keine Lösung des gesundheitlichen Problems bieten wollten und „mit ihrem Latein am Ende waren“, genießt der Heilpraktiker mittlerweile eine breite gesellschaftliche Akzeptanz und wird als gute Alternative beziehungsweise Ergänzung zur Schulmedizin angesehen. Die Lösung des Problems liegt – wie so oft – nicht in der Polarisierung der Frage „Heilpraktiker versus Schulmedizin“, sondern in dem Miteinander.

So praktizieren immer mehr Ärzte auch die alternative Heilkunde zur Schulmedizin, was dem Berufsbild des Heilpraktikers eine breite Akzeptanz bescherte. Unter diesem Gesichtspunkt sind auch die Berufsperspektiven des Heilpraktikers enorm gestiegen. Zum Heilpraktiker schleicht man heute nicht mehr heimlich, sondern geht voller Selbstbewusstsein, für sich und seine Gesundheit Gutes zu tun, offiziell zu dem Heilpraktiker seines Vertrauens.


Der ganzheitliche Aspekt in der Heilkunde


Heilpraktiker arbeiten mit einem anderen Lösungsansatz. Während die Schulmedizin analytisch vorgeht und Probleme bis in die kleinsten Details zerlegt, um dem Problem möglicherweise sogar auf der molekularen Ebene zu Leibe zu rücken, betrachtet der Heilpraktiker die Gesundheit als ganzheitliches System. Jede Störung im Gesamtsystem kann zu Auswirkungen an einer möglicherweise anderen Stelle führen, ähnlich wie bei einem Seebeben, das viele Kilometer entfernt erst an der Küste zu einer Flutwelle führt. Die analytische Schulmedizin würde nun das Symptom lokalisieren und gründlich analysieren. Der Lösungsansatz beschränkt sich auf diesen Punkt. Der Heilpraktiker behandelt möglicherweise gar nicht dort, wo die Symptome auftreten, sondern an einer anderen Stelle, die er für ursächlich diagnostiziert. Auch Schulmediziner haben die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtungsweise erkannt und lassen sie vielfach in ihre Behandlungsmethoden mit einfließen. Damit bewegt sich auch die Medizin einen mutigen Schritt weg von der reinen Kurativ-Methode hin zu einem ganzheitlichen Präventiv-System.


Wissenschaftliche Akzeptanz der Heilkunde


Dank eines Paradigmenwechsels in der Schulmedizin sind Ärzte nicht mehr nur darauf bedacht, Symptome zu kurieren, sondern den Menschen als Ganzes zu betrachten und ihn möglichst lange gesund zu erhalten. Da das Gesundheitssystem lange Zeit als „Krankheitssystem“ gehandhabt wurde, in dem Symptome beseitigt werden, fand im Laufe der Zeit auch in der Medizin ein Umdenken statt in Richtung Gesunderhaltung des Menschen. Mittlerweile gilt es vielmehr, die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung zu erkennen und als Arzt seine Patienten zu einer präventiv gesunden Lebensweise zu bewirken, sodass der Mensch im Vorfeld nicht mehr so leicht erkrankt. Hier ist der Heilpraktiker im Vorteil. Seine Heilkunde ist vielmehr auf Prävention ausgerichtet als die Schulmedizin, obwohl auch der Heilpraktiker Heilmethoden für die Fälle anwendet, wo das Gesundheitssystem aus dem Gleichgewicht geraten ist. Nicht selten schaut die Schulmedizin der Heilkunde über die Schulter und lässt probate Methoden mit in ihre Behandlungsmethoden einfließen.

Ob Homöopathie, Akkupunktur und andere Methoden aus der Traditionellen Chinesischen Medizin und vieles mehr, Schulmediziner haben die alternative Heilkunde für sich entdeckt und wenden sie – in Teilen zumindest – gerne mit an, sofern sie dafür eine Zusatzausbildung gemacht haben. Dadurch hat die Schulmedizin die Heilkunde in gewisser Hinsicht „geadelt“, nachdem sie sie früher generell als „unwissenschaftlich“ abqualifiziert hatte. Je öfters auch Ärzte sich der Heilkunde zugewandt haben, umso mehr Akzeptanz fanden auch die Heilmethoden. Mittlerweile werden manche Heilmethoden teilweise sogar schon von den Krankenkassen übernommen – ein bemerkenswerter Fortschritt.


Gesellschaftliche Akzeptanz der Heilkunde


Zum Heilpraktiker gehen heute nicht mehr nur besonders ökologisch orientierte Menschen mit einem Hang zur Esoterik, die der Schulmedizin per se misstrauen, sondern mittlerweile das breite bürgerliche Spektrum. Die alternative Heilkunde ist „in der Mitte“ der Gesellschaft angekommen und wird dort als wichtiger Teil des Gesundheitssystems akzeptiert. Damit hat der angehende Heilpraktiker beste Berufsperspektiven, da sein Beruf immer stärker nachgefragt wird. Je mehr Heilkunde und Schulmedizin einander ergänzen, statt sich auszuschließen, desto aussichtsreicher sind die Zukunftsperspektiven dieses Berufs – und heutige Heilpraktiker haben in jahrelanger Arbeit einen wohlverdienten guten Stand in unserer Gesellschaft erlangt. Das liegt nicht zuletzt auch an den gesetzlichen Vorgaben, die für die Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung strenge Auflagen verlangt. Dadurch trennt sich die Spreu vom Weizen und nur fachlich bestens ausgebildete Menschen werden überhaupt als Heilpraktiker zugelassen.


Zusammenfassung:


Der Beruf des Heilpraktikers bietet mittlerweile hervorragende Perspektiven mit Zukunft, weil die medizinische Wissenschaft sich für Teile der alternativen Heilkunde geöffnet und diese somit wissenschaftlich „geadelt“ hat. Dadurch erfuhr die Heilkunde eine breitere gesellschaftliche Akzeptanz. Auch die Krankenkassen tragen einige Behandlungskosten mittlerweile zum Teil mit, sodass immer mehr Menschen auch einen Heilpraktiker konsultieren. Sowohl die wissenschaftliche als auch die gesellschaftliche Akzeptanz trägt dazu bei, dass der Heilpraktiker heute als wichtiger und anerkannter Beruf gilt.