Die ideale Vorbereitung zur Prüfung für den Heilpraktiker für Psychotherapie

Das Fachwissen für den Heilpraktiker für Psychotherapie ist umfangreich und sehr komplex, auch wenn es die Naturheilkunde und medizinisches Grundwissen außen vor lässt. Alleine der Bereich der genauen Abgrenzung der Fachbereiche von Psychologie, Psychiatrie und Neurologie bringt den Studierenden leicht an seine Grenzen. Da ist es hilfreich, sich gründlich, aber auch gut strukturiert vorzubereiten.

Lerntypengerechtes Lernen erleichtert den Zugang zu komplexem Wissen

Für den Bereich des („großen“) Heilpraktikers wurde bereits vorgestellt, dass es verschiedene Lerntypen gibt, von denen einer immer hauptsächlich dominiert, obgleich wir über alle zur Verfügung stehenden Lernkanäle lernen. Zur Erinnerung:


Es werden vier Lernkanäle unterschieden:


 
Über den auditiven Kanal nehmen wir alles auf, was wir hören (im Seminar oder in einem Vortrag) oder lesen. Der visuelle Kanal meint das Lernen mittels Bilder und Visualisierungen. Der kinästhetische Kanal spielt auf das „Be-Greifen“ an und wird weitgehend für jene Lernstrategien verwendet, welche die Praxis beinhalten. Kinästhetiker studieren etwas nicht nur in der Theorie durch Lesen oder Sehen, sondern müssen die Dinge tatsächlich anfassen, um sie „be-greifen“ zu können. Sie lernen über das Selbst-Machen in der Praxis am effektivsten, während ihnen die anderen Kanäle zu wenig praxisnah erscheinen. Der olfaktorisch-gustatorische Kanal meint den Geruchs- und Geschmackssinn, kann für diesen Lernbereich aber vernachlässigt werden.
Selbstverständlich lernt der Mensch immer über alle vier Lernkanäle, nur sind diese unterschiedlich gewichtet. Es gibt bevorzugte Lernkanäle, über die wir leichteren Zugang zu komplexen Wissensstrukturen bekommen, die uns noch neu und fremd sind. Aus den bevorzugten Lernkanälen ermittelt man den Lerntypus.

Lerntypen- und gehirngerechtes Lernen macht die Sache leichter

Auditive Lerntypen bevorzugen das Ohr als Wahrnehmungskanal. In Vorträgen können sie dem Referenten bestens folgen, sich Notizen machen, aber das Gehörte bereits verinnerlichen. Auch wenn es mit den Augen geschieht, gehört das Lesen auch zum auditiven Lerntypus, weil wir beim Lesen das Aufgenommene in Sprache im Gehirn übersetzen. Der (stille) Vorgang entspricht in etwa dem Vorlesen, nur dass die Ohren dabei nichts zu hören bekommen, sondern über die Augen das Gelesene auf dieselbe Weise im Gehirn verarbeitet wird. Als visueller Typ kann man mit rein rationalen Beschreibungen nicht viel anfangen.

Man braucht Bilder, welche die Zusammenhänge visualisieren. Erst im Bild erschließt sich das große Ganze. Der kinästhetische Typus wurde im vorigen Abschnitt bereits ausführlich beschrieben: Er muss die Dinge nicht nur anfassen, sondern Prozesse auch selbst praktisch durchführen, um sie abspeichern zu können. So wäre darunter im Hinblick auf die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie zu verstehen, dass der kinästhetische Lerntypus am besten dann lernt, wenn er komplette Fallbeispiele aus der Praxis in einem Rollenspiel durchspielt.

Wer sich optimal auf eine Fachprüfung mit komplexem Stoffumfang vorbereiten möchte, findet am besten zuerst seine Vorlieben in Sachen Lernen heraus. Man stellt ja für sich selbst ziemlich schnell fest, womit man Erfolg hat und wie der Stoff schneller im Gedächtnis haften bleibt, und womit nicht. Dabei bleibt es dennoch wichtig, sich nicht nur auf eine Lernstrategie zu konzentrieren, sondern sich den Stoff über verschiedene Wahrnehmungskanäle anzueignen, wobei allerdings dem bevorzugten Kanal die größte Priorität eingeräumt wird.

Gehirngerecht wird Lernen erst dann, wenn man beide Gehirnhälften in den Lernprozess einbezieht. Ein (zugegeben etwas abstraktes) Gehirnmodell verdeutlicht dies:


 
In der linken Gehirnhälfte sind Logik und Analytik verortet, in der rechten dagegen Kreativität, Gefühl und Intuition. Wer seinen Prüfungsstoff rein auswendig lernt, beschäftigt nur die linke Gehirnhälfte. Wer hingegen kreativ wird und sich über Bilder, kleiner Lernkärtchen und viele verschiedene Methoden den Stoff aneignet, bezieht die rechte Gehirnhälfte in den Lernprozess mit ein. Optimal lernen lässt es sich meistens dann, wenn beide Gehirnhälften gleichermaßen beschäftigt werden.

Das Wichtigste: die richtige Fachliteratur

Das Einbeziehen beider Gehirnhälften, sowie das lerntypengerechte Lernen nützen nur dann etwas, wenn man sich mit der richtigen Fachliteratur optimal vorbereitet. Zusätzlich zu den Schulungsunterlagen der eigenen Heilpraktikerschule oder des Fernlehrinstituts bietet es sich an, weitere Fachliteraturen und Lernkarteien hinzuzuziehen. Wer sein Fachwissen aus verschiedenen Quellen bezieht, zwingt sein Gehirn immer wieder, neue (Lern-)Wege zu beschreiten. Damit werden beide Gehirnhälften angeregt und der Stoff prägt sich leichter ein.

Zusammenfassung:

•    Erfolgreiches Lernen ist besonders stark abhängig vom eigenen Lerntypus.
•    Es gibt – je nach den unterschiedlichen Wahrnehmungskanälen – auditive, visuelle und kinästhetische Lerntypen.
•    Gehirngerechtes Lernen spricht immer beide Gehirnhälften an.
•    Während in der linken Gehirnhälfte der analytische Verstand sitzt, ist in der rechten Hälfte die Kreativität verortet. Beide Gehirnhälften zusammen bilden ein Erfolgsteam für das Lernen.
•    Ohne die optimale Fachliteratur geht es nicht.