Die mündliche Prüfung für Heilpraktiker für Psychotherapie

Erfahrungsgemäß ist die allgemeine Nervosität bei der mündlichen Prüfung immer am größten. Das gilt natürlich auch für die mündliche Prüfung der Heilpraktiker für Psychotherapie in spe. Die Nervosität selbst ist eine Frage der Persönlichkeit und des Selbstvertrauens und hat immer auch ein wenig mit „Lampenfieber“ zu tun. Das Selbstvertrauen wiederum steigt, je besser man auf die mündliche Prüfung vorbereitet ist, und dazu zählt nicht nur das Fachwissen. Es ist auch vorteilhaft, wenn man in etwa den Ablauf der mündlichen Prüfung kennt, dann kann man nicht unangenehm vom Prüfer überrascht werden.


Der Ablauf der mündlichen Heilpraktikerprüfung mit Einschränkung für Psychotherapie


Wer in der mündlichen Prüfung die Abfrage reinen Fachwissens erwartet, wird sicher enttäuscht werden. Tatsächlich kommt es hier darauf an, zu beweisen, dass man in Zusammenhängen denken kann. Reines Fachwissen abzufragen würde bedeuten zu zeigen, dass man einzelne Wissenskomponenten beherrscht. Aber beherrscht man es auch, diese Einzelbausteine in der Praxis zusammenzuführen?

Genau darauf kommt es nämlich an: auf eine Simulation des späteren Berufsalltags. Die tägliche Praxis eines Heilpraktikers für Psychotherapie besteht nicht darin, auf konkrete Fragen eine Antwort „wie aus der Pistole geschossen“ geben zu können, sondern bei der Anamnese und Diagnostik alle relevanten Aspekte zu einem großen Ganzen zusammenfügen zu können. Dabei muss zuerst die rechtliche Situation und die eigene Zuständigkeit abgeklärt werden. Der Heilpraktiker für Psychotherapie kommt dort an seine (Behandlungs-)Grenzen, wo der Gesetzgeber das Hinzuziehen eines Arztes oder Psychotherapeuten vorschreibt. In diesen Fällen kann er nicht selbst tätig werden, sondern muss den Patienten weiter verweisen. Dazu muss er aber in der Lage sein, den konkreten Fall des Patienten genau einordnen zu können. Sind diese Dinge geklärt, kann er nach der Diagnose mit geeigneten psychotherapeutischen Verfahren beginnen, sofern er selbst für den Patienten zuständig ist.

Aus diesem Grunde wird in der mündlichen Prüfung für Heilpraktiker für Psychotherapie mit komplexen Fallbeispielen gearbeitet. Dabei werden die Aufgaben darin so aufgebaut, dass der Prüfling zunächst seine rechtliche Zuständigkeit abklären und darlegen muss, um dann weiter aufzuzeigen, wie er als Heilpraktiker für Psychotherapie in der realen Praxis vorgehen würde. Das Ablaufschema entspricht dabei in etwa dem der Prüfung für (Voll-)Heilpraktiker:

 

Sehr wichtig zu wissen ist, dass der Prüfer in den meisten Fällen solche Fallbeispiele wählt, in denen Fachwissen angewandt werden muss, bei dem der Prüfling in der schriftlichen Prüfung Wissenslücken hatte. Damit bekommt der angehende Heilpraktiker für Psychotherapie in der mündlichen Prüfung nochmals die Gelegenheit zu zeigen, dass er diese Gebiete auch beherrscht. Da die schriftliche Prüfung ja bereits bestanden sein muss, um überhaupt in die mündliche Prüfung vorgelassen zu werden, erfährt man ja auch sein Prüfungsergebnis und sieht genau, wo man im Schriftteil Defizite hatte. Diese sollte man sich nochmals genau anschauen und den Stoff nachlernen. In der mündlichen Prüfung wird mit Sicherheit etwas Ähnliches im Fallbeispiel abgefragt werden. Nichts desto trotz kann das Prüfungsteam auch Wissensfragen stellen. Das wird gerne gemacht, bevor sie zu den Fallbeispielen kommen. Es ist sowieso abhängig vom jeweiligen Prüfungsteam, welche Fragen gestellt und welche Fallbeispiele gewählt werden. Eine einheitliche Regelung für den Ablauf der mündlichen Prüfung gibt es nicht.


Erfahrungsberichte aus bereits absolvierten mündlichen Prüfungen


Es gibt nicht viele Foren und andere Webseiten, die Erfahrungsberichte zu bereits absolvierten mündlichen Prüfungen für den „kleinen“ Heilpraktiker anbieten, aber es sind wenige zu finden. Andere Seiten von Heilpraktikerschulen haben tolle Schemata erstellt, die bei der Vorbereitung ebenfalls hilfreich sein können. Hier finden Sie eine kleine Auswahl an interessanten Links:


•    Peter und Ingrid Scharf mit ihrer Praxis für angewandte Synergetik in Berlin haben ein Schema erstellt, mit dem sich der Ablauf einer mündlichen Prüfung für angehende Heilpraktiker für Psychotherapie leichter planen lässt, sofern es zu Fallbeispielen kommt. Anhand dieses Schemas sieht man sofort, worauf zu achten und welche Aspekte unbedingt zu berücksichtigen sind: http://www.natur-forum.de/forum/viewtopic.php?f=34&t=13375


•    Das Asklepiad Institut in München hebt drei Aspekte der mündlichen Überprüfung für den „kleinen“ Heilpraktiker hervor und unterscheidet in „kleinere“ und „große“ Fragen: http://www.asklepiad.de/ausbildung/p/heilpraktiker-fuer-psychotherapie/muendliche-pruefung


•    Im Natur-Forum hat jemand freundlicherweise sein eigenes Erfahrungsprotokoll mit der bestandenen mündlichen Prüfung zur Verfügung gestellt. Es gibt einen guten Einblick in den Ablauf einer echten Prüfung: http://www.natur-forum.de/forum/viewtopic.php?f=34&t=13375


Sicher werden Sie noch auf jede Menge weitere Ergebnisse stoßen, wenn Sie die Suchmaschinen bemühen. Mit dieser kleinen Auswahl jedoch haben Sie bereits ein gutes Rüstzeug an der Hand, mit dem Sie sich auf den praktischen Prüfungsablauf vorbereiten können.

Sich auf die mündliche Prüfung ideal vorbereiten


Neben der gesamten Fachliteratur zum komplexen Wissen des Heilpraktikers für Psychotherapie, bieten einige Autoren auch gezielte Literatur zur Vorbereitung auf die mündliche Amtsarztüberprüfung an. Anhand dieser Fachbücher können Sie den Ablauf und die konkreten Fragestellungen einer echten Prüfungssituation simulieren und sich so optimal darauf vorbereiten.


Auch für die optimale Vorbereitung zur mündlichen Prüfung für Heilpraktiker mit Einschränkung auf das Gebiet der Psychotherapie gibt es ein interessantes Video, das genau den Ablauf und die Schwerpunkte, worauf es ankommt, schildert: http://www.youtube.com/watch?v=zsDhuFFB9JA

Zusammenfassung:


•    Neben kleineren, einführenden Fragen zur persönlichen Einstellung und zur beruflichen Motivation gibt es noch gezielte fachliche Fragen, bevor es mit den großen Fallbeispielen losgeht.
•    Fallbeispiele dienen immer dazu, Fachwissen miteinander zu koordinieren und zu zeigen, dass man in Zusammenhängen denken kann und alle rechtlichen Aspekte berücksichtigt.
•    Besonders wichtig ist es zu zeigen, dass man seine persönlichen psychotherapeutischen Grenzen kennt und den Patienten notfalls an andere Stellen verweist.
•    Erfahrungsberichte und andere Lernhilfen sind eine gute Unterstützung bei der Vorbereitung.
•    Es gibt Fachliteratur mit dem Schwerpunkt „mündliche Prüfung“. Daneben helfen auch Videoszenen, mit gezielten Anleitungen für die optimale Vorbereitung auf die mündliche Prüfung.