Bis auf wenige Ausnahmen sind die Anmeldefristen für die eingeschränkte Heilpraktikerprüfung identisch mit denen für die große Heilpraktikerprüfung. Zur Erklärung der nachfolgenden Übersicht: In der Regel finden zwei Heilpraktikerprüfungen im Jahr statt (mit der Ausnahme von Berlin: hier werden Heilpraktiker für Psychotherapie im März und Voll-Heilpraktiker im Oktober geprüft), meistens im März und im September/Oktober.

Hier finden Sie aufgelistet, bis wann Sie sich spätestens bei der zuständigen Gesundheitsbehörde angemeldet haben müssen, um noch zum jeweiligen Termin im Frühjahr, respektive Herbst, zugelassen zu werden. Natürlich müssen bis zur Anmeldefrist alle erforderlichen Unterlagen vollgültig vorliegen.

 

„Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.“ Dieses Zitat ist bekannt, lässt sich aber noch um eine Abwandlung erweitern: Vor die Heilpraktikerprüfung haben die Behörden die Formalitäten gesetzt. Wer bestimmte Zulassungsvoraussetzungen nicht erfüllt und nicht alle erforderlichen Unterlagen beibringen kann, wird nicht zur eingeschränkten Heilpraktikerprüfung zugelassen.


Welche persönlichen Voraussetzungen müssen erfüllt sein?


Nachfolgende Grafik listet Ihnen schnell und übersichtlich auf, welche persönlichen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Sie überhaupt zur Heilpraktikerprüfung mit der Beschränkung auf die Psychotherapie zugelassen werden:


 

Welche Formalitäten sind zuerst zu erfüllen?

Ein weiterer bekannter Spruch beschreibt die Lebenssituation treffend: „Von der Wiege bis zur Bahre: Formulare, Formulare!“ Auf die Zulassung zur eingeschränkten Heilpraktikerprüfung trifft das auf jeden Fall zu, denn es müssen eine Menge Formulare vorgelegt werden, damit man sich endlich zur Prüfung anmelden kann. Welche das sind, sehen Sie in nachfolgender Übersicht:
 



Was gilt hierbei zu beachten?

Wichtig ist, die Fristen zu beachten. Das ärztliche Attest und das polizeiliche Führungszeugnis dürfen nicht älter als drei Monate sein. Die Beantragung eines polizeilichen Führungszeugnisses nimmt selbst wieder einige Wochen in Anspruch. Will man die Zulassung zur Prüfung beantragen, sind einige Anmeldefristen einzuhalten, damit man zum nächstmöglichen Prüfungstermin noch zugelassen wird. Also gilt es hier, die Zeitspanne für die Ausstellung der Formalitäten hinzuzurechnen, ohne dass der Zeitraum von drei Monaten überschritten wird. So darf man das polizeiliche Führungszeugnis nicht zu früh beantragen, damit es noch gültig ist, wenn man sich zur Heilpraktikerprüfung anmeldet, aber auch nicht zu spät, damit es bereits vorliegt, wenn man die Anmeldefrist für die Prüfung einhalten möchte. 

Erfahrungsgemäß ist die allgemeine Nervosität bei der mündlichen Prüfung immer am größten. Das gilt natürlich auch für die mündliche Prüfung der Heilpraktiker für Psychotherapie in spe. Die Nervosität selbst ist eine Frage der Persönlichkeit und des Selbstvertrauens und hat immer auch ein wenig mit „Lampenfieber“ zu tun. Das Selbstvertrauen wiederum steigt, je besser man auf die mündliche Prüfung vorbereitet ist, und dazu zählt nicht nur das Fachwissen. Es ist auch vorteilhaft, wenn man in etwa den Ablauf der mündlichen Prüfung kennt, dann kann man nicht unangenehm vom Prüfer überrascht werden.


Der Ablauf der mündlichen Heilpraktikerprüfung mit Einschränkung für Psychotherapie


Wer in der mündlichen Prüfung die Abfrage reinen Fachwissens erwartet, wird sicher enttäuscht werden. Tatsächlich kommt es hier darauf an, zu beweisen, dass man in Zusammenhängen denken kann. Reines Fachwissen abzufragen würde bedeuten zu zeigen, dass man einzelne Wissenskomponenten beherrscht. Aber beherrscht man es auch, diese Einzelbausteine in der Praxis zusammenzuführen?

Genau darauf kommt es nämlich an: auf eine Simulation des späteren Berufsalltags. Die tägliche Praxis eines Heilpraktikers für Psychotherapie besteht nicht darin, auf konkrete Fragen eine Antwort „wie aus der Pistole geschossen“ geben zu können, sondern bei der Anamnese und Diagnostik alle relevanten Aspekte zu einem großen Ganzen zusammenfügen zu können. Dabei muss zuerst die rechtliche Situation und die eigene Zuständigkeit abgeklärt werden. Der Heilpraktiker für Psychotherapie kommt dort an seine (Behandlungs-)Grenzen, wo der Gesetzgeber das Hinzuziehen eines Arztes oder Psychotherapeuten vorschreibt. In diesen Fällen kann er nicht selbst tätig werden, sondern muss den Patienten weiter verweisen. Dazu muss er aber in der Lage sein, den konkreten Fall des Patienten genau einordnen zu können. Sind diese Dinge geklärt, kann er nach der Diagnose mit geeigneten psychotherapeutischen Verfahren beginnen, sofern er selbst für den Patienten zuständig ist.

Aus diesem Grunde wird in der mündlichen Prüfung für Heilpraktiker für Psychotherapie mit komplexen Fallbeispielen gearbeitet. Dabei werden die Aufgaben darin so aufgebaut, dass der Prüfling zunächst seine rechtliche Zuständigkeit abklären und darlegen muss, um dann weiter aufzuzeigen, wie er als Heilpraktiker für Psychotherapie in der realen Praxis vorgehen würde. Das Ablaufschema entspricht dabei in etwa dem der Prüfung für (Voll-)Heilpraktiker:

 

Sehr wichtig zu wissen ist, dass der Prüfer in den meisten Fällen solche Fallbeispiele wählt, in denen Fachwissen angewandt werden muss, bei dem der Prüfling in der schriftlichen Prüfung Wissenslücken hatte. Damit bekommt der angehende Heilpraktiker für Psychotherapie in der mündlichen Prüfung nochmals die Gelegenheit zu zeigen, dass er diese Gebiete auch beherrscht. Da die schriftliche Prüfung ja bereits bestanden sein muss, um überhaupt in die mündliche Prüfung vorgelassen zu werden, erfährt man ja auch sein Prüfungsergebnis und sieht genau, wo man im Schriftteil Defizite hatte. Diese sollte man sich nochmals genau anschauen und den Stoff nachlernen. In der mündlichen Prüfung wird mit Sicherheit etwas Ähnliches im Fallbeispiel abgefragt werden. Nichts desto trotz kann das Prüfungsteam auch Wissensfragen stellen. Das wird gerne gemacht, bevor sie zu den Fallbeispielen kommen. Es ist sowieso abhängig vom jeweiligen Prüfungsteam, welche Fragen gestellt und welche Fallbeispiele gewählt werden. Eine einheitliche Regelung für den Ablauf der mündlichen Prüfung gibt es nicht.


Erfahrungsberichte aus bereits absolvierten mündlichen Prüfungen


Es gibt nicht viele Foren und andere Webseiten, die Erfahrungsberichte zu bereits absolvierten mündlichen Prüfungen für den „kleinen“ Heilpraktiker anbieten, aber es sind wenige zu finden. Andere Seiten von Heilpraktikerschulen haben tolle Schemata erstellt, die bei der Vorbereitung ebenfalls hilfreich sein können. Hier finden Sie eine kleine Auswahl an interessanten Links:


•    Peter und Ingrid Scharf mit ihrer Praxis für angewandte Synergetik in Berlin haben ein Schema erstellt, mit dem sich der Ablauf einer mündlichen Prüfung für angehende Heilpraktiker für Psychotherapie leichter planen lässt, sofern es zu Fallbeispielen kommt. Anhand dieses Schemas sieht man sofort, worauf zu achten und welche Aspekte unbedingt zu berücksichtigen sind: http://www.natur-forum.de/forum/viewtopic.php?f=34&t=13375

 


Sicher werden Sie noch auf jede Menge weitere Ergebnisse stoßen, wenn Sie die Suchmaschinen bemühen. Mit dieser kleinen Auswahl jedoch haben Sie bereits ein gutes Rüstzeug an der Hand, mit dem Sie sich auf den praktischen Prüfungsablauf vorbereiten können.

Sich auf die mündliche Prüfung ideal vorbereiten


Neben der gesamten Fachliteratur zum komplexen Wissen des Heilpraktikers für Psychotherapie, bieten einige Autoren auch gezielte Literatur zur Vorbereitung auf die mündliche Amtsarztüberprüfung an. Anhand dieser Fachbücher können Sie den Ablauf und die konkreten Fragestellungen einer echten Prüfungssituation simulieren und sich so optimal darauf vorbereiten.


Auch für die optimale Vorbereitung zur mündlichen Prüfung für Heilpraktiker mit Einschränkung auf das Gebiet der Psychotherapie gibt es ein interessantes Video, das genau den Ablauf und die Schwerpunkte, worauf es ankommt, schildert: http://www.youtube.com/watch?v=zsDhuFFB9JA

Zusammenfassung:


•    Neben kleineren, einführenden Fragen zur persönlichen Einstellung und zur beruflichen Motivation gibt es noch gezielte fachliche Fragen, bevor es mit den großen Fallbeispielen losgeht.
•    Fallbeispiele dienen immer dazu, Fachwissen miteinander zu koordinieren und zu zeigen, dass man in Zusammenhängen denken kann und alle rechtlichen Aspekte berücksichtigt.
•    Besonders wichtig ist es zu zeigen, dass man seine persönlichen psychotherapeutischen Grenzen kennt und den Patienten notfalls an andere Stellen verweist.
•    Erfahrungsberichte und andere Lernhilfen sind eine gute Unterstützung bei der Vorbereitung.
•    Es gibt Fachliteratur mit dem Schwerpunkt „mündliche Prüfung“. Daneben helfen auch Videoszenen, mit gezielten Anleitungen für die optimale Vorbereitung auf die mündliche Prüfung.

Es wurde bereits an mehreren Stellen im Portal hinlänglich darauf hingewiesen, dass die schriftliche Prüfung zum „kleinen“ Heilpraktiker einen Fragekatalog aus 28 Multiple-Choice-Fragen umfasst, für deren Beantwortung 55 Minuten zur Verfügung stehen. Um die Prüfung zu bestehen, müssen wenigstens 75% der Fragen, also 21, richtig beantwortet sein.


Neben den Schulungsunterlagen und komplexer Fachliteratur gibt es konkrete Vorbereitungsliteratur nur für die schriftliche Prüfung für Heilpraktiker für Psychotherapie. Es lohnt sich, in der Prüfungsvorbereitungsphase auch hiermit zu lernen, weil in diesen Büchern gezielt auf die Anforderungen der Multiple-Choice-Fragen eingegangen wird. So kann man auch die teilweise sehr komplizierten Fragestellungen genügend trainieren.

 

Den Abschluss einer langen Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie bildet die amtsärztliche Überprüfung mit Einschränkung auf den Bereich der Psychotherapie. Zwar weist die eingeschränkte schriftliche Heilpraktikerprüfung weniger Fragen als die umfassende Prüfung mit medizinisch-biologischem Bereich auf, dafür sind diese Fragen äußerst anspruchsvoll und umfassen den gesamten psychiatrisch-psychologischen und psychotherapeutischen Themenkomplex.

Da der Prüfungsablauf und der Korrekturaufwand derselbe bleiben, sind auch die Anmeldegebühren und sonstigen Verwaltungsgebühren identisch mit denen für den sogenannten „großen" Heilpraktiker. Immerhin unterscheiden sich die Korrekturleistungen nicht in der Qualität der Fragen, sondern lediglich in deren Anzahl, was wiederum auf die alleinige Beschränkung  auf das Themenfeld „Psychopathologie und Psychotherapie“ zurückzuführen ist. Die etwas verminderte Anzahl an Fragen wird für den Prüfling durch den geringeren Zeitumfang kompensiert, der ihm zur Beantwortung bleibt.



Wir haben für Sie die besten Anbieter für ein Fernstudium zum Heilpraktiker aufgeführt:

 

 

PS: Für einen besseren Vergleich empfehlen wir die Kataloge aller 4 oben genannten Anbieter anzufordern und sich diese in Ruhe anzuschauen. Manche anbieter senden Ihnen zusätzlich Probelektionen zu, so können sie entscheiden, ob Ihnen das Angebot zusagt oder nicht. Hier sei noch erwähnt, dass das Ganze für Sie komplett kostenlos und unverbindlich ist. Sie gehen dadurch keinerlei Verpflichtungen ein.

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