Der Bedarf an einem guten psychotherapeutischen Angebot ist so groß wie noch nie und die Wartezeiten bei den Psychotherapeuten sind in der Regel sehr lange. Da sollte es für frisch zertifizierte Heilpraktiker für Psychotherapie doch ein Leichtes sein, sich mit einer eigenen Praxis selbstständig zu machen. Oder?

Auch wenn der Bedarf nach psychotherapeutischen Angeboten sehr hoch ist, will eine Existenzgründung als Heilpraktiker für Psychotherapie gut durchdacht sein. Für eine eigene Praxisgründung sind eine gründliche Marktanalyse sowie eine intelligente Standortwahl angeraten. Darin unterscheidet sich die Eröffnung einer psychotherapeutischen Praxis als Heilpraktiker in nichts von der eines Vollheilpraktikers mit medizinischem Angebot. So können sich angehende Heilpraktiker für Psychotherapie ebenfalls an den Grafiken zur Markt- und zur Standortanalyse für Heilpraktiker orientieren:


Tipps für eine gute Standortwahl einer psychotherapeutischen Praxis (analog zum Heilpraktiker)
 

 


Tipps für eine gründliche Marktanalyse (analog zum Heilpraktiker)


Der Businessplan – Besonderheiten für die Heilpraxis für Psychotherapie

In der allgemeinen Einleitung zum Thema „Existenzgründung“ wurde bereits auf die Wichtigkeit eines Businessplans hingewiesen. Während der Vollheilpraktiker noch einige Leistungen über die Krankenkasse abrechnen kann und damit einen festgeschriebenen Abrechnungssatz als Berechnungsgrundlage für mögliche Einkünfte hat, ist der Heilpraktiker für Psychotherapie auf sich alleine gestellt. Alle Leistungen erfolgen auf privater Honorarbasis. Hier lohnt es sich, ganz genau und vor allem realistisch zu kalkulieren, was man einmal einnehmen wird. Vielleicht sollte man ganz zu Beginn der Praxistätigkeit von maximal einem Klienten pro Tag ausgehen, eher weniger. Erfahrungsgemäß ist es so, dass Leistungen, die vollständig selbst bezahlt werden müssen, nicht so intensiv nachgefragt werden wie Leistungen, die man über seine Krankenkassen abrechnen kann.


Psychotherapeutische Leistungen durch Heilpraktiker können zwar auch mit Krankenkassen abgerechnet werden, aber nur mit privaten Krankenkassen, sofern sie einige Leistungen in ihren Katalog mit aufgenommen haben. Es gibt allerdings eine Ausnahme, wonach auch gesetzliche Krankenkassen die Leistungen eines Heilpraktikers für Psychotherapie übernehmen:  Dann, wenn die Behandlungsbedürftigkeit des Patienten sehr dringend ist und alle ärztlichen und psychologischen Psychotherapeuten keine Kapazitäten frei haben und die Wartezeiten zu lange wären, können – in Einzelfällen – die gesetzlichen Krankenkassen einer Kostenübernahme bei regulären Therapieverfahren, die dann durch einen Heilpraktiker für Psychotherapie durchgeführt werden, zustimmen.

Wie man sieht, ist die Übernahme der Leistungen durch gesetzliche oder private Krankenkassen eher nicht eine Berechnungsgröße, die man feste mit einkalkulieren kann. Daher sollte man eher davon ausgehen, dass man seine Honorare privat abrechnet mit selbst zahlenden Klienten.
Vor diesem Hintergrund sollte man die geschätzten Einnahmen nicht zu hoch ansetzen, sonst wird der ganze Businessplan unrealistisch. Vielmehr sollte man in einer Anlaufphase von bis zu zwei Jahren sehr vorsichtig kalkulieren und versuchen, sich einen zufriedenen Klientenstamm aufzubauen, der einen auch gerne weiterempfiehlt. Das dauert dann zwar etwas länger, ist am Ende jedoch sehr nachhaltig.


Welche Anforderungen müssen Praxisräume erfüllen?


Anders als beim (Voll-)Heilpraktiker, der auch gesundheitliche Untersuchungen und Laboruntersuchungen vornimmt und dessen Praxisräume deshalb besondere hygienische Bedingungen erfüllen müssen, beschränken sich die psychotherapeutischen Verfahren auf Gespräche oder Hypnoseverfahren. Hierzu genügen Praxisräume, die behaglich und familiär eingerichtet sind, um ein Wohlgefühl im Klienten zu erzeugen. Nach Möglichkeit sollte der administrative Bürobereich vom Therapiebereich getrennt sein, d. h. Ein Einraum-Appartment bietet sich nicht an. Es reichen allerdings sehr kleine Praxisräume, wenn der Therapieraum ruhig liegt und der Entspannung dient.

Als Einrichtung bietet sich Mobiliar an, das weder zu nobel, noch zu nüchtern wirkt. Am besten entscheidet man sich für eine Ausstattung mit bequemer Sitzgruppe, die sehr gemütlich ist. In einem behaglichen, wohnlichen und vertrauten Ambiente lassen sich leichter klientenzentrierte Gespräche führen oder andere Therapieformen durchführen. Der Wohlfühlfaktor ist wichtig. Der Klient möchte sich weder erschlagen von mächtigem Mobiliar, erdrückt von viel Schnickschnack fühlen oder in einem sachlich-nüchternen Raum frieren. Er möchte sich einfach wohlfühlen.


Zusammenfassung:


•    Bevor man sich als Heilpraktiker für Psychotherapie selbstständig macht, empfiehlt sich eine optimale Standortauswahl und eine gründliche Marktanalyse.
•    Auch für Heilpraktiker für Psychotherapie ist ein gründlicher Businessplan unerlässlich.
•    Da nur in den ganz geringen Ausnahmefällen psychotherapeutische Leistungen durch einen Heilpraktiker mit Krankenkassen abgerechnet werden können, sollte man anfangs von einem eher geringeren Honorarumsatz ausgehen, wenn alle Leistungen mit den Klienten privat abgerechnet werden müssen.
•    Die Praxisräume müssen zwar keine Hygienebedingungen wie medizinische Labor- und Untersuchungsräume erfüllen. Sie sollten aber behaglich wirken und gemütlich ausgestattet sein.
•    Es ist anzuraten, dass therapeutische Gespräche nicht im selben Raum stattfinden, in dem auch die Bürotätigkeiten durchgeführt werden. Aus diesem Grunde sollte die Praxis mindestens aus zwei Räumen bestehen.


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