Warnung vor überzogenen Erwartungen


Angehende Tierheilpraktiker sollten ganz besonders darauf achten, ihre beginnende Selbstständigkeit auf ein sicheres und realistisches Fundament zu stellen. Das liegt zum einen daran, dass es keine einheitliche gesetzliche Regelung zu Ausbildung und Ausführung des Berufs des Tierheilpraktikers  gibt. Zum anderen ist der Beruf „Tierheilpraktiker“ nicht geschützt und unterliegt kaum einheitlichen amtlichen Vorschriften und Überprüfungen. Zwar gibt es einige Berufsverbände für Tierheilpraktiker, die sich darüber hinaus zur Kooperation Deutscher Tierheilpraktiker Verbände e.V. zusammengeschlossen haben, und die eine sehr akribische Berufsordnung mit einem hohen ethischen Verantwortungsgefühl und einem stark ausgeprägten Qualitätsbewusstsein entworfen haben, dennoch könnte theoretisch jeder eine Tierheilpraxis eröffnen – unabhängig von seiner Qualifizierung – und damit dem Berufsansehen schaden.

Zwar ist jemand, der sich außerhalb der Qualitätsansprüche der Verbände stellt, kein Verbandsmitglied und hat damit auch keine Qualitätsmerkmale wie die Zugehörigkeit zum Verband vorzuweisen. Es bleibt dennoch ein gewisser Unsicherheitsfaktor für seriöse, bestausgebildete Tierheilpraktiker, die sich ordnungsgemäß einem Verband anschließen und Qualität sowie Berufsethos garantieren, denn der Verbraucher kann nicht so gut zwischen den Angeboten auf dem Markt unterscheiden. Macht er einmal schlechte Erfahrungen, leidet ein ganzer Berufsstand darunter.


Diese Erkenntnisse sollte ein angehender Tierheilpraktiker berücksichtigen, um sich nicht mit falschen Vorstellungen und unrealistischen Erwartungen in die Selbstständigkeit zu stürzen. Anders als Humanheilpraktiker und Heilpraktiker für Psychotherapie sind Tierheilpraktiker eben nicht durch das Heilpraktikergesetz geschützt, sondern unterliegen – wie viele andere Anbieter im Bereich der Dienstleistungen für Tiere (zum Beispiel Tierheime und Pensionen) – einer Vielzahl von Verordnungen und Gesetzesvorschriften, die regional unterschiedlich ausfallen können und die in der Regel Hygienemaßnahmen und den Infektionsschutz betreffen.

Tierheilpraktiker sollten sich bei Gründung einer eigenen Praxis ganz genau darüber im Klaren sein, dass sie diesen Beruf ausüben wollen. Dann werden sie sich qualifizieren, organisieren und ihre Praxistätigkeit systematisch aufbauen. In den Markt der Tierheilpraktiker kann man nicht „mal eben schnell“ einsteigen, sondern man muss sich Vertrauen aufbauen und langsam aber sicher einen immer größeren Kundenkreis erarbeiten.


Die Standortfrage – Wo bietet sich eine eigene Tierheilpraxis an?


Die grundsätzlichen Überlegungen für eine ideale Standortwahl, wie sie auch Humanheilpraktiker und Heilpraktiker für Psychotherapie anstellen, sollten natürlich auch angehende Tierheilpraktiker beschäftigen:

 

Darüber hinaus steht die ideale Standortwahl für eine eigene Tierheilpraxis im engen Zusammenhang mit der Spezialisierung bei der Berufsausbildung. Kein angehender Tierheilpraktiker lernt seinen Beruf für ALLE Tierarten, sondern beschränkt sich bereits in seiner Ausbildung auf zwei bis maximal vier verschiedene Arten. So kann er sich auf Kleintiere, Hunde und Katzen, aber auch auf Großtiere wie Rinder und Pferde spezialisieren. Ein vorwiegend für die Behandlung für Pferde ausgebildeter Tierheilpraktiker wird seine Praxis kaum in der Großstadt eröffnen, sondern vorzugsweise auf dem Lande – im Einzugsgebiet seiner tierischen Patientenklientel. Dagegen dürften die Angebote eines Tierheilpraktikers, der sich auf die Behandlung von Hunden und Katzen spezialisiert hat, in einer Stadt sehr gefragt sein.


Somit beginnt die geeignete Standortwahl eigentlich schon, bevor sich jemand überhaupt zum Tierheilpraktiker ausbilden lässt. Mit seinen Spezialisierungen stellt er automatisch die Weichen dafür, wo er sich später mit einer eigenen Praxis niederlassen möchte. Wer das Großstadtflair mehr schätzt als die Landluft, sollte sich eher nicht auf Großtiere spezialisieren.
Zu berücksichtigen gilt auf jeden Fall, wie groß das Angebot an Tierheilpraktikern im näheren Einzugsbereich ist und was die Mitbewerber anbieten. Gibt es fast schon eine „Schwemme“ an Tierheilpraktiker mit dem Schwerpunkt „Hunde und Katzen“, wird man sich sehr schwer tun, wenn man genau in diesem Bereich noch eine weitere Praxis eröffnet. 

Vielleicht sollte man sich überlegen, ob es nicht auch Sinn machen könnte, sich auf andere Kleintiere zu spezialisieren und eine Tierheilpraxis mit speziellem Schwerpunkt als Ergänzung dort zu eröffnen, wo es schon ein Angebot an Spezialisten für Hunde und Katzen, vorwiegend im städtischen Bereich, aber auch an Rindern und Pferden, vorwiegend im ländlichen Bereich gibt. Damit würde man mit der eigenen Praxis eine Nische besetzen und bliebe vom Konkurrenzdruck weitgehend unberührt.


Anforderungen an die Räumlichkeiten
Auch in einer Heilpraxis für Tiere müssen bauliche und hygienische Kriterien erfüllt sein, die durch die regionalen Veterinärbehörden kontrolliert werden können. Prinzipiell unterscheiden sich Tierheilpraxen darin kaum von den Humanheilpraxen:


Oder noch einmal im Bild:


Businessplan – ein unverzichtbares Muss


Wer nicht gerade mit dem Glück eines größeren Sparguthabens oder sonstigen Vermögens gesegnet ist, muss sich seinen Traum von der eigenen Tierheilpraxis über eine Bank finanzieren lassen. Um von der Bank überhaupt Geld zu bekommen – jeder weiß an dieser Stelle, wie misstrauisch Banken bei der Kreditvergabe geworden sind – muss die Bank zunächst davon überzeugt werden, dass das Geschäftskonzept nachhaltig ist und langfristig Einnahmen verspricht, aus denen sich das Bankdarlehen mit Zinsen tilgen lässt.
Wichtig für einen für Bankexperten akzeptablen Businessplan ist eine realistische Rechnung. Gerade in Bezug auf die zu erwartenden  Einkommen schauen Banker ganz besonders hin und prüfen, ob sich da jemand ernsthafte und realitätsnahe Gedanken gemacht hat oder ob jemand realitätsfern schönrechnet und damit beweist, dass Finanzen in seinen Händen nicht gut aufgehoben sind. In einen guten Businessplan für angehende selbstständige Tierheilpraktiker gehören auf jeden Fall alle vorherigen Überlegungen zum Standort und zu den Praxisräumen.

Letztere sind entscheidend für den Kapitalbedarf, da man möglicherweise Bauauflagen oder sonstige Auflagen erfüllen und in seinen Praxisräumen nachbessern muss. Erstere Überlegungen sind ausschlaggebend für die geschätzten Einnahmen und für das gesamte Geschäftskonzept. Ein Businessplan enthält nicht nur Zahlenmaterial, sondern auch eine ausführliche Erläuterung des geplanten Business (siehe die Downloadmöglichkeit zu einem professionellen Businessplan). Darin muss auf jeden Fall nachvollziehbar begründet sein, warum man mit Einnahmen in dieser Höhe rechnet. Wer sich auf eine noch unbesetzte Nische spezialisiert, dürfte leichtere Argumentationen finden als jemand, der sich einem harten Konkurrenzkampf aussetzt und von Mitbewerbern nur so erdrückt wird.


Auf jeden Fall wollen Banker erkennen,dass jemand rechnen kann und nicht nur träumen. Aus diesem Grunde lohnt es sich sogar, einen Unternehmensberater mit ins Boot zu holen, der etwas von Marktanalyse und Businessplänen versteht.


Zusammenfassung:


•    Nie war der Markt für Tierheilpraktiker gleichzeitig so offen und schwer: die Bereitschaft für alternative Heilungsmethoden ist bei Tierbesitzern gestiegen wie lange nicht und dennoch haben es Tierheilpraktiker schwer, da sie in einen Markt einsteigen wollen, der ihnen keine rechtliche Sicherheit bietet.

•    Der Standortanalyse kommt größte Bedeutung zu und sie ist von der Spezialisierungsfrage nicht wegzudenken.
•    Praxisräume müssen bestimmte Auflagen erfüllen, das gilt es bei der Wahl der Räumlichkeiten und später bei der Finanzierung mit zu berücksichtigen.
•    Ein gut durchkalkulierter Businessplan ist unverzichtbar und ggf. sollte man die Hilfe eines Unternehmensberaters in Anspruch nehmen.

Wir haben für Sie die besten Anbieter für ein Fernstudium zum Heilpraktiker aufgeführt:

 

 

PS: Für einen besseren Vergleich empfehlen wir die Kataloge aller 4 oben genannten Anbieter anzufordern und sich diese in Ruhe anzuschauen. Manche anbieter senden Ihnen zusätzlich Probelektionen zu, so können sie entscheiden, ob Ihnen das Angebot zusagt oder nicht. Hier sei noch erwähnt, dass das Ganze für Sie komplett kostenlos und unverbindlich ist. Sie gehen dadurch keinerlei Verpflichtungen ein.

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