Seitdem Sigmund Freud das Psychische im Menschen als eigenständigen, störungsanfälligen Bereich in der Medizin etabliert hatte, weiß man, dass der Mensch nicht nur körperlich, sondern auch seelisch erkranken kann. Für die Therapie seelischer Störungen gibt es verschiedene Verfahren, die unter anderem auch tiefenpsychologisch wirken und dort nachhaltig in das seelische Gleichgewicht des Menschen eingreifen. Unqualifizierte Eingriffe in die menschliche Psyche könnten verheerende Auswirkungen haben, weshalb die Durchführung einer Psychotherapie nur einer stark eingeschränkten, hoch qualifizierten Berufsgruppe gestattet ist.


Psychotherapie – Ihre Ausübung ist nur wenigen gestattet


Die Psychotherapie ist ein äußerst sensibles Berufsfeld, das nur ganz wenige Berufsgruppen zulässt. Im Psychotherapeutengesetz (PsychThG) ist klar geregelt, wer überhaupt als Psychotherapeut tätig sein darf. Demnach ist die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ gesetzlich geschützt und darf nur von Ärzten und ausgebildeten Psychologen geführt werden, wenn sie eine psychotherapeutische Zusatzausbildung absolviert haben. Andere Berufsgruppen als Ärzte und Psychologen dürfen sich nicht „Psychotherapeut“ nennen. Nur Ärzte und Psychologen (Universitätsabschluss) erhalten nach einer psychotherapeutischen Zusatzausbildung eine Approbation (Zulassung) für ihre Berufsausübung.


Ausübung der Psychotherapie auch ohne Approbation


Allerdings gibt es für eine Berufsgruppe die Möglichkeit, auch ohne eine entsprechende Approbation Psychotherapien durchzuführen bzw. psychotherapeutische Verfahren anzuwenden: die Heilpraktiker. Wer dabei nicht die volle Heilkunde praktizieren, sondern sich ausschließlich auf die Psychotherapie beschränken möchte und dies auch glaubhaft macht, für den sieht das) ebenfalls vor, nur eine eingeschränkte Zulassung als Heilpraktiker für Psychotherapie zu erlangen.
Heilpraktiker sowie Heilpraktiker für Psychotherapie – und das ist an dieser Stelle besonders zu betonen – dürfen sich NICHT als „Psychotherapeuten“ bezeichnen, auch nicht als „Psychotherapeut (HPG)“ oder „Psychotherapeut nach dem HPG“, sondern müssen einschränkenderweise immer die Bezeichnung „Heilpraktiker für Psychotherapie“ in ihrer Berufsbezeichnung führen, damit sie sich klar von den approbierten Psychotherapeuten gemäß dem Psychotherapeutengesetz abgrenzen. Das leuchtet insofern ein, als dass ein Heilpraktiker sich ebenso wenig als „Arzt“ bezeichnen darf, sondern immer nur als „Heilpraktiker“. Im gleichen Sinne ist er KEIN Psychotherapeut, sondern ein Heilpraktiker, der sich auf die Anwendung von psychotherapeutischen Verfahren spezialisiert und dafür qualifiziert hat.


Der Heilpraktiker für Psychotherapie – ein verantwortungsvoller Beruf


Die strenge Abgrenzung zu Psychotherapeuten mit Approbation sagt nichts über die fachliche und persönliche Qualifikation eines Heilpraktikers für Psychotherapie aus. Dadurch schützt sich lediglich der Berufsstand der approbierten Psychotherapeuten. Da das Feld der seelischen Erkrankungen immer mehr an Bedeutung gewinnt und die Zahl der seelischen Störungen bislang immer größer wurde, ist auch der Bedarf an Psychotherapien so groß wie nie geworden. Durch unsachgemäße Verfahrensanwendung kann viel in der empfindlichen menschlichen Seele zerstört werden. Aus diesem Grunde ist auch die Ausbildung der Heilpraktiker auf dem Felde der Psychotherapie sehr fundiert. Immerhin erlernen Heilpraktiker für Psychotherapie tiefenpsychologische Verfahren, mit denen bis in die tieferen Schichten des Unbewussten vorgedrungen wird. Dementsprechend ist auch die Prüfung für Heilpraktiker für Psychotherapie schwierig mit einer hohen Durchfallquote behaftet.


Was ist für das Berufsbild des Heilpraktikers für Psychotherapie kennzeichnend?


Drei Dinge kennzeichnen ganz allgemein das Berufsbild des Heilpraktikers für Psychotherapie:
•    Festgesetzte rechtliche Grundlagen nach dem HPG und nach dem PsychThG
•    Eine umfassende und fundierte Ausbildung mit basispsychologischen Kenntnissen und psychotherapeutischen Verfahrensmethoden
•    Die Berufspraxis im Therapiegespräch oder als beratender Coach


Abgrenzung des Heilpraktikers für Psychotherapie zum Psychologischen Berater


Oftmals bieten Heilpraktikerverbände oder der Verband der Freien Psychotherapeuten (VFP) die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie als Ausbaustufe mit staatlicher Zulassung zum Psychologischen Berater an. Dazu ist an dieser Stelle noch ein wichtiger Unterschied anzumerken:
Der Psychologische Berater erlernt basale psychotherapeutische Kenntnisse und allgemeinpsychologische Grundlagen. Aufgrund dieser Grundlagen ist er in der Lage,
(lebens-)beratende Gespräche oder Coachings mit gesunden Menschen durchzuführen. Die Arbeit mit seelisch Erkrankten hingegen bleibt den Psychotherapeuten bzw. den Heilpraktikern für Psychotherapie vorbehalten.
 
Zusammenfassung:

•    Klare und strenge gesetzliche Regelung für die Psychotherapie (Psychotherapeutengesetz)
•    Nach dem Heilpraktikergesetz ist die Durchführung der Psychotherapie auch Heilpraktikern gestattet
•    Verbot der Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“
•    Einzig erlaubte Berufsbezeichnung: Heilpraktiker für Psychotherapie
•    Wer ausschließlich Psychotherapie ohne Ausübung der Heilkunde durchführen möchte, kann die Zulassung zum Heilpraktiker für Psychotherapie beantragen
•    Der Heilpraktiker für Psychotherapie arbeitet mit gesunden und erkrankten Menschen (im Gegensatz zum Psychologischen Berater, der ausschließlich nicht-therapeutische Beratungsgespräche mit gesunden Menschen führen darf)

welche Unterschiede bestehen zu Deutschland?

Die Besonderheit, Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz ohne Approbation anzubieten, gibt es in dieser Form nur in der Bundesrepublik Deutschland. Im Ausland ist der Beruf des Psychotherapeuten – ähnlich wie in der BRD – gesetzlich geschützt. Allerdings bietet das Ausland keine alternativen Wege wie über das Heilpraktikergesetz zur Ausübung der Psychotherapie, ohne sich dabei „Psychotherapeut“ nennen zu dürfen, an. Die Schweiz und Österreich sollen hier stellvertretend für viele europäische Länder als Beispiel herangezogen werden:


Die Psychotherapie in Österreich


Die Bundesrepublik Österreich kennt klare Ausbildungsregelungen für den Beruf des Psychotherapeuten nach dem österreichischen Psychotherapeutengesetz. Nur eigenberechtigte, voll ausgebildete Personen ab dem 28. Lebensjahr dürfen hier selbstständig Psychotherapie anbieten. Weitere Voraussetzungen sind die gesundheitliche Eignung, die in etwa dem deutschen Nachweis durch das Gesundheitszeugnis entspricht sowie die Vertrauenswürdigkeit, die mit dem deutschen Führungszeugnis vergleichbar ist und bei der nachgewiesen werden muss, dass man keine Strafregistereinträge besitzt.

Eine volle Psychotherapeutenausbildung absolviert man in Österreich durch ein zweigliedriges Studium: Erst gibt es das Psychotherapeutische Propädeutikum, an das sich das Psychotherapeutische Fachspezifikum anschließt. Zum Propädeutikum kann man nicht nur mit einer Hochschulzugangsberechtigung (Studienberechtigung), sondern auch mit einem abgeschlossenen Quellberuf* aus dem pädagogisch-sozialen-philosophischen Bereich zugelassen werden. Ferner bedarf es einer Zulassung per Gutachten zum Propädeutikum durch den Psychotherapiebeirat der Regierung.
 
Anmerkung:
* Bei den Quellberufen kann es sich um ein abgeschlossenes Hochschulstudium handeln, wie zum Beispiel für Pädagogen, Philosophen, Arzt oder Psychologe, oder um eine abgeschlossene Berufsausbildung aus dem Krankenpflegefachdienst bzw. dem medizinisch-technischen Bereich, wie im Bundesgesetzblatt Nr. 102 / 1961 vermerkt. Inwieweit eine in Deutschland absolvierte Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie mit Nachweis der Zulassung vom deutschen Gesundheitsamt als „Quellberuf“ anerkannt werden könnte, müsste mit den österreichischen Behörden abgeklärt werden.

In jedem Falle gilt allerdings, dass der Interessent allenfalls damit eine Zulassung zum Propädeutikum erlangen könnte, wenn die deutsche Heilpraktikerausbildung anerkannt wird. Das zweigliedrige Studium muss er auf alle Fälle absolvieren, wenn er in Österreich psychotherapeutisch tätig werden will. Der in Deutschland nach dem Heilpraktikergesetz anerkannte Beruf „Heilpraktiker für Psychotherapie“ findet in Österreich ohne das zweigliedrige Studium keine Anerkennung und der Beruf darf so nicht ausgeübt werden.


Die Psychotherapie in der Schweiz


Auch in der Schweiz darf nur Psychotherapie anbieten, wer zuvor ein abgeschlossenes wissenschaftliches Studium der Medizin, Psychologie, Sozial- oder Humanwissenschaften und eine psychotherapeutische Weiterbildung gemäß den Kriterien der Schweizer Charta für Psychotherapie absolviert hat. Dabei werden nur Ärzte zur Führung einer psychotherapeutischen Praxis zugelassen. Psychologische oder sozial- bzw. humanwissenschaftliche Psychotherapeuten dürfen in einer psychotherapeutischen Praxis allerdings als Angestellte arbeiten.

Eine psychotherapeutische Ausbildung ohne Hochschulstudium, wie es das deutsche Heilpraktikergesetz zulässt, findet in der Schweiz keine Anerkennung.Wer sich für die Psychotherapie im Ausland interessiert, findet über die) eine informative Übersicht über verschiedene europäische Länder und wie die Psychotherapie dort geregelt ist.


Zusammenfassung:


•    Im Ausland ist für die Ausbildung von Psychotherapeuten in der Regel ein wissenschaftliches Hochschulstudium Voraussetzung
•    Die Regelung wie in Deutschland nach dem Heilpraktikergesetz gibt es nicht und auch Heilpraktiker für Psychotherapie müssten ein Studium absolvieren, um die Psychotherapie ausüben zu können
•    Eine Übersicht der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie gibt Aufschluss über viele europäische Länder

In erster Linie darf man auch bei diesem Punkt auf den (Voll-)Heilpraktiker verweisen: Was für ihn bezüglich des alltäglichen Praxisablaufs gilt, lässt sich auch analog als Maßstab für Heilpraktiker für Psychotherapie anwenden. Auch der Heilpraktiker für Psychotherapie geht systematisch nach den Punkten Erstanamnese – Diagnostik – Therapie vor.
Die Erstanamnese beim Heilpraktiker für Psychotherapie

Jede therapeutische Beziehung zwischen dem Heilpraktiker für Psychotherapie und seinem Klienten beginnt mit der Erstanamnese, dem Kennenlern- oder sogenannten Vorgespräch. Wie kaum bei einer anderen Beziehung zu einem Heilpraktiker kommt es im Bereich der Psychotherapie vor allem darauf an, dass „die Chemie stimmt“. Natürlich möchte der Heilpraktiker seinen Klienten im Erstgespräch ebenfalls kennenlernen und vieles über dessen Lebensumstände erfahren, denn diese Informationen sind später wichtig für die erfolgreiche Durchführung der richtigen Therapiemethode.

Umgekehrt ist es allerdings ebenso wichtig, dass der Klient mit dem Heilpraktiker klarkommt, denn er wird es später sein, der ihn intensiv psychotherapeutisch betreut. Daneben ist es auch wichtig abzuklären, ob der Heilpraktiker für Psychotherapie für die spezielle Klienten-Problematik überhaupt zuständig ist: Nicht jeder HP für Psychotherapie bietet alle therapeutischen Verfahren aus dem großen Pool der Methoden an, sondern er spezialisiert sich auf einige wenige Psychotherapieverfahren. Ob diese ambulanten Therapieverfahren wirklich infrage kommen oder ob der Klient nicht besser stationär zu behandeln bzw. an einen anderen Psychotherapeuten zu empfehlen ist, kann bereits im Erstgespräch abgeklärt werden.

Das Diagnosegespräch beim Heilpraktiker für Psychotherapie

Bevor eine Therapie angewandt werden kann, muss zunächst abgeklärt werden, welche seelischen Beschwerden der Klient hat. Nicht jede Therapieform ist für jedes Beschwerdebild gleichermaßen angeraten. Im Diagnosegespräch versucht der Heilpraktiker für Psychotherapie herauszufinden, ob der Betroffene an einer klassischen reaktiven Depression oder einem Burn-out erkrankt ist oder ob es sich um posttraumatische Belastungsstörungen bzw. um andere schwerwiegende seelische Erkrankungen wie selbstverletzendes Verhalten oder ein Borderline Syndrom handelt. Vielleicht ist derjenige auch nur temporär einer belastenden Situation ausgesetzt, wie zum Beispiel Mobbing am Arbeitsplatz, und sucht nach einem Ausweg. Seelische Erkrankungen gibt es sehr viele und sie sind sehr unterschiedlich.

In einigen Fällen helfen Gesprächstherapien, in anderen tiefenpsychologische Maßnahmen oder Hypnose oder eine ausgewählte Mischung verschiedener Therapiemethoden. Welche Methode angewandt werden soll, wird in einer gründlichen Diagnosesetzung abgeklärt. Hier lernt der Heilpraktiker seinen Klienten genau kennen. Dabei kann der Klient ausführliche Fragebogen ausfüllen, ein intensives Diagnosegespräch führen oder über andere kreative Methoden Aufschluss über sein seelisches Befinden und dessen mögliche Ursachen geben.


Die Psychotherapie beim Heilpraktiker


Wenn die Therapiephase einsetzt, wird der Heilpraktiker für Psychotherapie sich in der Regel auf eine psychotherapeutische Methode beschränken, die er mit dem Klienten gemeinsam durchführt. Welche der vielen unterschiedlichen Methoden zum Einsatz kommt, hängt zum einen von der Spezialisierung des Heilpraktikers und zum anderen von der Art der seelischen Erkrankung ab. Therapiesitzungen dauern in den meisten Fällen eine Zeitstunde (manche bieten auch eine 45-minütige Schulstunde an). In diesem Zeitraum darf der Heilpraktiker durch nichts gestört werden. Telefonate sind – falls vorhanden – durch Mitarbeiter des Sekretariats zu bearbeiten, auch Zwischenfragen durch Personal sollten vermieden werden. Wer nicht über Mitarbeiter verfügt, legt seine Therapiestunden gerne außerhalb der allgemeinen Sprechzeiten, damit der Anrufbeantworter das Telefon übernehmen kann und der Heilpraktiker uneingeschränkt Zeit für seinen Klienten hat.

Das bedeutet für die meisten Therapeuten, dass sie mit sehr langen Arbeitstagen rechnen können: morgens allgemeine und administrative Tätigkeiten, mit Beginn der allgemeinen Sprechzeiten auch Klientenverkehr für Anamnese- und Diagnosegespräche und nach Geschäftsschluss erst die Therapiesitzungen. 12 bis 16 Stunden Arbeitszeit sind bei diesem Beruf keine Seltenheit, werden von den Heilpraktikern selbst aber kaum als Belastung empfunden, weil sie ihre Arbeit als Berufung ansehen. Am Ende einer Therapie wird nochmals ein Abschlussgespräch durchgeführt, in dem abgeklärt wird, ob die Psychotherapie die erwünschte Wirkung gebracht hat bzw. wie der Klient sich jetzt nach den Sitzungen fühlt.


Die administrativen Tätigkeiten – ein notwendiges Übel

Wer noch nicht über die finanziellen Mittel verfügt, sich genügend Mitarbeiter für Büro- und Organisationstätigkeiten zu leisten, wird gezwungen sein, alle administrativen und organisatorischen Dinge selbst zu erledigen. Nun wird es kaum einen Heilpraktiker geben, der das gerne tut. Man sieht es als seine Berufung an, Menschen zu heilen oder im seelischen Bereich ordentlich zu therapieren, aber doch bitte nicht, Abrechnungen zu erstellen, Termine zu planen, Telefonate zu tätigen und auch noch die Unterlagen für Bank und Finanzamt zu sortieren. Allerdings müssen diese Dinge sein.

Da psychotherapeutische Maßnahmen nach dem Heilpraktikergesetz teilweise von wenigen privaten Krankenkassen übernommen werden, muss man mit diesen professionell abrechnen. Dazu gibt es in der Regel Computerprogramme, aber diese müssen bedient werden. Auch auf Schriftverkehr kann nicht ganz verzichtet werden und eine kaufmännische Buchführung muss auch sein, soll die Praxis solide geführt werden. Administrative und kaufmännische Arbeiten werden demnach immer weit vor dem eigentlichen Sprechstundenbeginn durchgeführt, während Telefonate bei alleine arbeitenden Heilpraktikern auch zwischendurch angenommen werden müssen.


Zusammenfassung:
In diesem Punkt unterscheidet sich der Heilpraktiker für Psychotherapie in nichts vom allgemeinen (Voll-)Heilpraktiker: Wer sich als Heilpraktiker für Psychotherapie nicht sofort Angestellte für die tägliche Praxisunterstützung leisten kann, muss neben den typischen Berufsabläufen eines Heilpraktikers – also Erstanamnese und –diagnostik, Therapie und Therapiedurchsprache – noch alle kaufmännisch-administrativen Tätigkeiten selbst durchführen. Das verlängert den Praxistag erheblich, sodass ein selbstständiger Heilpraktiker nicht selten auf 10 bis 16 Stunden Arbeitszeit kommt. 

Auch Heilpraktikern für Psychotherapie stehen die beiden großen Wege, nämlich die Selbstständigkeit mit der eigenen Praxis und der Weg ins Angestelltenverhältnis, offen. Ob man sich für einen der beiden Wege entscheidet oder zu Beginn einer eigenen Praxistätigkeit zweigleisig fährt, ist eine persönliche Ermessenssache und sollte genau geplant werden.


Die eigene Praxis für Psychotherapie bei Heilpraktikern


Wer sich als Heilpraktiker ausschließlich auf die Ausübung der Psychotherapie beschränkt, braucht für seine Praxisausstattung bei Weitem nicht diejenigen Ausrüstungsgegenstände, die ein (Voll-)Heilpraktiker benötigt. Es werden keine Diagnosegeräte, keine therapeutischen Liegen und keine Laborgeräte fällig. Damit entfällt bei der Einrichtung der eigenen Praxis ein erheblicher Kostenfaktor. Im Grunde genommen reichen zu Beginn der selbstständigen Praxisführung wenige kleinere Räumlichkeiten, die lediglich Platz für ein Büro und für die Therapiesitzungen bieten. Da therapeutische Sitzungen in einer entspannten Wohlfühlatmosphäre stattfinden sollten, bietet es sich an, den Therapieraum vom Büro getrennt einzurichten.

Manche Heilpraktiker für Psychotherapie haben bereits im eigenen Hause genügend Platz für die Einrichtung eigener Praxisräume, die sich von den privaten Räumen gut trennen lassen. Wer auf das Mieten geeigneter Räumlichkeiten angewiesen ist, sollte zu Beginn der eigenen Praxis lieber klein und damit kostengünstiger anfangen, da die Mietkosten auch dann weiterlaufen, wenn noch nicht so viele Klienten regelmäßig kommen. Eine Wohlfühlatmosphäre wird hauptsächlich über warme Farben und Accessoires geschaffen und bedingt nicht unbedingt luxuriöses Mobiliar. Insofern kann der Heilpraktiker für Psychotherapie mit weitaus weniger Kostenaufwand in die Selbstständigkeit starten als der (Voll-)Heilpraktiker.


Der Heilpraktiker für Psychotherapie im Angestelltenverhältnis


Nicht für jeden bietet sich der Schritt in die Selbstständigkeit an. Manche bevorzugen die Sicherheit eines Angestelltenverhältnisses, auch wenn sie dann weisungsgebunden und nicht vollständig frei in ihren Entscheidungen sind. Jeder muss für sich selbst herausfinden, ob er eher der Typ für die Selbstständigkeit ist oder lieber ins Angestelltenverhältnis geht. Manchmal macht es Sinn, anfangs Berufserfahrungen als Angestellter zu sammeln und später in die Selbstständigkeit zu wechseln. Andere bauen sich von Anfang an ihre eigene Praxis auf, bleiben aus finanziellen Gründen dennoch erst einmal auf Teilzeitbasis im Angestelltenverhältnis. Wie sehen die Berufschancen auf dem Arbeitsmarkt für Heilpraktiker für Psychotherapie aus?


Zum einen ist die Anzahl der psychischen Erkrankungen statistisch gestiegen, was daran liegen kann, dass immer mehr Produktivitätssteigerung im Berufsleben und immer mehr Wissensvermittlung an den Schulen zu zunehmenden Erschöpfungssymptomen führt, zum anderen werden dank zahlreicher Prominenter aus Politik, Wirtschaft, Sport und Unterhaltung psychische Erkrankungen zunehmend in unserer Gesellschaft akzeptiert und öffentlich thematisiert statt – wie bislang – totgeschwiegen. Somit ist die Nachfrage nach psychotherapeutischen Angeboten groß. Das eröffnet Heilpraktikern für Psychotherapie immer mehr Möglichkeiten, auch im Angestelltenverhältnis Fuß zu fassen. Hier können Heilpraktiker für Psychotherapie beispielsweise beschäftigt werden:


•    Zur Unterstützung in großen Heilpraxen für Psychotherapie
•    Zur Unterstützung in Praxen von Psychotherapeuten* (psychologischer Psychotherapeut oder ärztlicher Psychotherapeut)
•    Fachkliniken und psychotherapeutische Einrichtungen
•    große Konzerne und Unternehmen mit eigener psychologisch-sozialer Abteilung**


Anmerkung:
* Nicht immer konkurrieren approbierte Psychotherapeuten mit Heilpraktikern für Psychotherapie. In manchen Fällen kann es auch zu einer konstruktiven Kooperation kommen, wenn sich der Heilpraktiker für Psychotherapie in großen Gemeinschaftspraxen auf ganz bestimmte psychotherapeutische Methoden oder auf bestimmte Klientel spezialisiert.


** Hier muss man wirklich Glück haben, wenn ein solches Stellenprofil einmal ausgeschrieben ist. Dabei muss es sich schon um ein großes, sehr renommiertes Unternehmen handeln, wenn es sich eine eigene sozial-psychologische Abteilung zur Pflege der psychischen Gesundheit seiner Mitarbeiter leisten kann. Ist das der Fall, dann steht den Mitarbeitern ein Gesprächstherapeut für alle Problemfragen des Berufsalltags zur Verfügung. Eine solche Stelle kann natürlich auch von nachweislich ausgebildeten Heilpraktikern für Psychotherapie bekleidet werden.


Zusammenfassung:


•    Die Berufsperspektiven sind für Heilpraktiker für Psychotherapie mittlerweile gestiegen, da die Zahl der psychischen Erkrankungen fühlbar zunimmt und das Thema mittlerweile auch gesellschaftsfähig geworden ist, sodass Menschen auch offiziell bei Problemen einen Therapeuten aufsuchen und sich nicht verstecken, obwohl sie eigentlich Hilfe brauchten
•    Der klassische Weg führt in die Selbstständigkeit.
•    Auch als Angestellte haben Heilpraktiker für Psychotherapie mittlerweile gestiegene Berufschancen in großen Praxen, in Kliniken oder in Unternehmen, die eine psychosoziale Betreuung ihrer Mitarbeiter anbieten

Da der Heilpraktiker für Psychotherapie für viele Interessenten, die beruflich den psychotherapeutischen Weg einschlagen möchten, die zeitlich besser realisierbare Berufsalternative erscheint als der klassische Weg via Hochschulstudium plus anschließender Psychotherapeutenausbildung, ist es natürlich vielfach von Interesse, bereits vorher die Verdienstchancen auszuloten. Zwar lassen sich Verdienstchancen für Heilpraktiker für Psychotherapie nicht genau darstellen, aber man kann bereits eine ganz gute Vorstellung davon bekommen, wie sich das durchschnittliche Einkommen entwickeln könnte.

Der Heilpraktiker für Psychotherapie im Angestelltenverhältnis


Wie auch bereits für Vollheilpraktiker dargestellt, hängt der Verdienst angestellter Heilpraktiker für Psychotherapie ebenfalls im Wesentlichen von ihrer Berufserfahrung, dem jeweiligen Bundesland, dem Unternehmen und ihrem Arbeitsumfang ab. Auch für Heilpraktiker mit der einschränkenden Spezialisierung auf Psychotherapie lässt sich keine klare Einkommensentwicklung im Angestelltenverhältnis wiedergeben, da der Gehaltsrange zu groß ist: Viele angestellte HP für Psychotherapie bauen sich eine eigene Praxis auf und arbeiten nur nebenberuflich – oftmals auf der Basis einer geringfügigen Beschäftigung – für eine andere Praxis. Diese Einkommen müssten dann zur Errechnung des Durchschnittseinkommens mit herangezogen werden, was allerdings die tatsächliche Aussagekraft über das durchschnittliche Angestellteneinkommen von Heilpraktikern für Psychotherapie verzerrt.
 

Das Einkommen freiberuflicher Heilpraktiker für Psychotherapie

In Sachen ökonomischen Handelns unterscheidet sich der Heilpraktiker für Psychotherapie in nichts vom (Voll-)Heilpraktiker. Alle kaufmännischen Kriterien, die ein Heilpraktiker berücksichtigen muss, bestimmen auch das Handeln des Heilpraktikers für Psychotherapie. Allerdings gibt es einen Unterschied: Die gesetzlichen Krankenkassen haben psychotherapeutische Leistungen nach dem Heilpraktikergesetz in der Regel nicht in ihrem Maßnahmenkatalog aufgeführt und rechnen diese auch nicht ab.
Im Gegensatz dazu kann der (Voll-)Heilpraktiker manche gesundheitsfördernde Heilleistungen nach den Sätzen der Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH) abrechnen. Allerdings bieten einige private Krankenkassen ihren Mitgliedern die Option an, psychotherapeutische Leistungen nach dem Heilpraktikergesetz mitzuversichern. Liegt so eine Zusatzversicherung bei einem privat versicherten Patienten vor, kann auch der Heilpraktiker für Psychotherapie seine Leistungen nach Nummer 19 (19.1-19.8) der GebüH mit den privaten Krankenkassen abrechnen.


In allen anderen Fällen gilt für psychotherapeutische Leistungen durch Heilpraktiker: Sie werden  als Leistungen aus einem Dienstvertrag angesehen (§ 611 ff) und dementsprechend vom Heilpraktiker für Psychotherapie frei mit seinem Klienten abgerechnet. Hierbei gibt es keine verbindlichen Regelungen, in welcher Höhe sich der Abrechnungssatz bewegen muss. Der Heilpraktiker für Psychotherapie kann seine Leistungen frei abrechnen und seine Klienten suchen seine Praxis als Selbstzahler auf. Vielleicht schadet es einem Heilpraktiker für Psychotherapie allerdings nicht, sich an der GOP zu orientieren. Eine Verpflichtung gibt es hierzu allerdings nicht. Vielfach wird auch die Möglichkeit genutzt, pauschal nach einem gewissen Stundensatz – unabhängig von der durchgeführten Behandlungsmethode – abzurechnen.


•    Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH)
•    Gebührenordnung für Psychologische Psychotherapeuten (GOP)


Zusammenfassung:


•    Gesetzliche Krankenkassen rechnen nicht mit Heilpraktikern für Psychotherapie, sondern nur mit approbierten Psychotherapeuten ab
•    Dementsprechend gibt es keine Abrechnungsgrundlage für selbstzahlende Patienten, der Heilpraktiker für Psychotherapie ist hier in seiner Honorarfestsetzung frei
•    Einige private Krankenversicherungen bieten ihren Mitgliedern die Zusatzversicherung für psychotherapeutische Leistungen nach dem HPG an; in diesen Fällen wird gemäß der Gebührenordnung für Heilpraktiker (Nummer 19) abgerechnet
•    Bei der Abrechnung mit Selbstzahlern schadet es nicht, sich an der GOP zu orientieren
•    Viele Heilpraktiker für Psychotherapie legen aber auch einen pauschalen Stundensatz (bspw. 60,- € / Std.) unabhängig von der Behandlungsmethode fest

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PS: Für einen besseren Vergleich empfehlen wir die Kataloge aller 4 oben genannten Anbieter anzufordern und sich diese in Ruhe anzuschauen. Manche anbieter senden Ihnen zusätzlich Probelektionen zu, so können sie entscheiden, ob Ihnen das Angebot zusagt oder nicht. Hier sei noch erwähnt, dass das Ganze für Sie komplett kostenlos und unverbindlich ist. Sie gehen dadurch keinerlei Verpflichtungen ein.

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