Wer sich auf den langen und anspruchsvollen Weg der Heilpraktikerausbildung begibt, wird regelmäßig auf Fragen stoßen, die mit seinem Wunschberuf zu tun haben. Natürlich ergeben sich solche Fragen aus der Lernpraxis heraus und können nicht im Vorfeld geplant werden. Trotzdem gibt es eine Vielzahl von Fragen, die immer wieder gestellt werden. 

So macht es Sinn, an dieser Stelle häufig gestellte Fragen aufzulisten. Diese Listen sind keineswegs vollständig.

Häufig gestellte Fragen zur Heilpraktikerausbildung

Gibt es persönliche oder schulische Voraussetzungen, um Heilpraktiker werden zu können?

Antwort: Ja, die gibt es. Sie müssen nachweislich das 25. Lebensjahr vollendet haben (Nachweis durch Geburtsurkunde), körperlich und geistig-seelisch gesund sein (Nachweis durch ärztliches Attest, das nicht älter als drei Monate ist), charakterlich geeignet sein (Nachweis einmal durch ein polizeiliches Führungszeugnis, das nicht älter als drei Monate ist und durch eine persönliche Erklärung, dass kein Strafverfahren in der Schwebe ist), mindestens den Hauptschulabschluss vorweisen können (Nachweis durch das entsprechende Schulzeugnis) und die Zulassung von der zuständigen Gesundheitsbehörde nach einer entsprechenden Kenntnisüberprüfung erteilt bekommen.

Kann ich vom Staat finanzielle Unterstützung für die Ausbildung bekommen?

Antwort: Grundsätzlich sind die Ausbildungskosten für die Heilpraktikerausbildung vom angehenden Heilpraktiker selbst zu tragen. Eine staatliche Beteiligung gibt es prinzipiell nicht. Die Heilpraktikerausbildung ist auch kein klassischer Ausbildungsberuf. Es gibt allerdings die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen über die Bildungsprämie den Staat an den Kosten anteilig zu beteiligen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung gibt auf seiner Homepage gründlich Auskunft darüber. Daneben gibt es noch die Möglichkeit für Langzeitarbeitslose, die in ihrem Beruf als berufsunfähig oder unvermittelbar gelten, die Qualifizierung zum Heilpraktiker komplett von der Arbeitsagentur finanzieren zu lassen, wenn dadurch die Chancen auf eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt (als Selbstständiger oder Angestellter) erheblich steigen. Darauf besteht aber kein grundsätzliches Anrecht, sonder kann im Ermessen des zuständigen Sachbearbeiters in Ausnahmefällen so entschieden werden.

 Wie lange dauert die Ausbildungszeit zum Heilpraktiker?

Antwort: Eine verbindliche Antwort kann auf diese Frage nicht gegeben werden, da die Ausbildungszeiten unterschiedlich sind und von den Schulen selbst festgelegt werden. Wie lange die Ausbildung dauern kann, hängt zum Beispiel davon ab, in welcher Frequenz die Heilpraktikerschule ihren Unterricht anbietet. Manche unterrichten drei-bis viermal wöchentlich in Vollzeit, andere nur an Wochenenden, wieder andere nur einmal wöchentlich für einen längeren Zeitraum. Die Dauer der Ausbildung ist demnach abhängig von der Unterrichtsfrequenz der Schule. Man sollte aber 1,5 bis 3 Jahre im Schnitt einplanen, will man eine fundierte Ausbildung erhalten, die wirklich auf den komplexen Prüfungsstoff vorbereitet.

 Wo wird die Heilpraktikerprüfung abgelegt?

Antwort: Die sogenannte Heilpraktikerprüfung ist eine fachliche Kenntnisprüfung zum Zweck des Nachweises der Fachkenntnisse aus dem Bereich der Medizin, der Rechts- und der Naturheilkunde, die zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung notwendig sind. Zuständig für diese Überprüfungen sind die Amtsärzte der regionalen Gesundheitsämter. Entweder verfügt eine Stadt über ein eigenes Gesundheitsamt oder man wendet sich an die zuständige Gesundheitsbehörde des Verwaltungsbezirks, zum Beispiel im Landkreis.

  • Wie läuft eine Heilpraktikerprüfung ab?

Antwort: Die Kenntnisüberprüfung der Gesundheitsbehörden setzt sich aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil zusammen. Der schriftliche Teil ist der komplexeste Teil mit einem umfassenden Fragenkatalog von sechzig Fachfragen. Hierin werden die medizinisch-biologischen, physiologischen und pathologischen Kenntnisse und diagnostisches Wissen abgefragt. Erst wenn der Schriftteil bestanden ist, wird man zur mündlichen Prüfung zugelassen. Bestanden ist der schriftliche Teil erst dann, wenn mindestens 75% der Fragen im Multiple-Choice-Verfahren richtig beantwortet wurden. In der mündlichen Prüfung werden zum einen Fragen zur Gesetzeskunde und zu Naturheilverfahren, auf die man sich besonders spezialisieren möchte. Es können aber auch Fragen aus den übrigen Wissensgebieten vorkommen, anhand derer der Prüfling aufzeigt, dass er in medizinischen Zusammenhängen denken, komplexe Probleme lösen und auch die Grenzen der Naturheilkunde einschätzen kann.

  • Wie lange dauert eine Heilpraktikerprüfung?

Antwort: Für den schriftlichen Teil stehen zwei Stunden, für den mündlichen Teil 45 Minuten zur Verfügung.

  • Was geschieht, wenn ich die schriftlichen Fragen bestanden, den mündlichen Teil aber nicht bestanden habe?

Antwort: In diesem Fall muss die Prüfung gesamt wiederholt werden, d. h., zum nächstmöglichen Prüfungstermin sind wieder der schriftliche und der mündliche Teil zu bestehen.

  • Wie oft darf ich eine Heilpraktikerprüfung wiederholen?

Antwort: Es gibt keine Höchstanzahl für die Prüfungen. Man kann die Prüfung so oft wiederholen, wie man möchte. Man muss nur jedes Mal erneut die Prüfungsgebühren entrichten. Wie hoch die regionalen Prüfungsgebühren sind, kann bei der Heilpraktikerschule oder beim Fernlehrinstitut erfragt werden. Es ist mit Prüfungsgebühren zwischen 250,- und 400,- Euro je Prüfungstermin zu rechnen.

  • Was ist, wenn ich die Prüfung bestanden habe? Wie darf ich mich dann nennen?

Antwort: Wer die Kenntnisüberprüfung erfolgreich bestanden hat, bekommt von der Gesundheitsbehörde die Bescheinigung, dass er zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (=ärztliche Approbation) berechtigt ist, und darf sich ab sofort „Heilpraktiker“ nennen.

Häufig gestellte Fragen zum Ablauf des Praxisalltags und des Heilpraktikerberufs

  • Was kann ich für eine Behandlung an Honorar verlangen und übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Antwort: Während Ärzte ihre Leistungen in der Regel mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen und sich dabei an die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) halten müssen, sind Heilpraktiker freie Dienstleister, die an keine Gebührenordnung gebunden sind. Grundsätzlich können Heilpraktiker ihre Leistungen auch nicht mit der gesetzlichen Krankenkasse abrechnen. Lediglich wenige Privatkrankenkassen bieten in bestimmten Fällen die Kostenübernahme an. In diesen Fällen gilt eine Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH), die sich an der Gebührenordnung für Ärzte orientiert. Grundsätzlich ist der Heilpraktiker allerdings nicht verpflichtet, sich bei seinen Honorarrechnungen an einer Gebührenordnung zu orientieren. Er könnte seine Honorare völlig frei festlegen. Ob sich das immer anbietet, steht auf einem anderen Blatt, denn der Konkurrenzdruck ist groß und am Ende wird derjenige Heilpraktiker vom Patienten gewählt, der einheitliche und transparente Honorare bietet, die sich vergleichen lassen.

  • Welchen Zeitumfang muss man für eine Behandlung einplanen?

Antwort: Diese Frage lässt sich nicht klar beantworten, da die Behandlungsdauer von der Art des Leidens abhängt. Jedes Leiden erfordert seine eigene Behandlungstherapie. Es wird unterschieden nach chronischen und akuten Beschwerden. Hinzu kommt, dass die Heilpraxis einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt und keinesfalls nur Symptome lindert, sondern versucht, die Ursachen der Leiden zu beseitigen. Das setzt eine längere Therapie voraus, an der der Patient aktiv mitwirkt und seine Lebensgewohnheiten umstellt. Homöopathisch-medikamentöse Behandlungen können innerhalb einiger Wochen Wirkungserfolg zeigen, manuelle Verfahren wie Massagen (klassische Massage oder die japanische Shiatsu-Massage), Anwendungen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (Akupunktur) oder intensive Naturheilverfahren benötigen einen längeren Zeitraum.

Häufig gestellte Fragen zur Existenzgründung und zur eigenen Praxis

  • Darf ich für meine Praxis Werbung machen?

Antwort: Diese Frage kann man nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten, sondern muss einen differenzierten Blick darauf werfen. Bis zum Jahr 2000 galt ein striktes Werbeverbot für Ärzte und Heilberufe, das mittlerweile in seiner strengen Form aufgehoben wurde. Hier ist aufgelistet, welche Einschränkungen auch heute noch greifen: das Heilmittelwerbegesetz (HWG) und das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). So dürfen nach dem HWG keine irreführenden Erfolgsversprechen abgegeben werden und nach dem UWG keine vergleichende Werbung stattfinden. So weit zu den Heilberufen im Allgemeinen. Für Heilpraktiker im Besonderen gilt die eng gefasste Regelung für Ärzte, Apotheker etc. nicht (im juristischen Sinne). Die Berufsordnung für Heilpraktiker sieht jedoch eine freiwillige Selbstbeschränkung in Sachen Werbung vor, die auf jede Werbemaßnahme verzichtet, die - selbst wenn sie nach HWG und UWG zulässig wäre – einen aktiv werbenden Charakter hat. So ist in der Berufsordnung für Heilpraktiker geregelt, dass Flyer mit beschreibender (nicht anpreisender) Auflistung der eigenen Verfahren und Methoden zwar in der Praxis ausgelegt werden, nicht aber an alle Haushalte über die Briefkästen verteilt werden dürfen. Dasselbe gilt für Zeitungsbeilagen, Plakate, Trikot- oder Bandenwerbung bei Sportveranstaltungen etc. Heilpraktiker, die sich keinem Verband angeschlossen haben, sind angehalten, sich diesem Berufsethos anzuschließen, um den Berufsstand insgesamt zu schützen und seriös zu gestalten.

  • Wie viele Praxen darf ich führen und was ist dabei zu beachten?

Antwort: Da es hier keine rechtliche Einschränkung gibt, kann ein Heilpraktiker so viele Praxen führen, wie er sich finanziell leisten kann, d. h., es gibt keine Begrenzung nach oben. Zu beachten ist aber, dass man seine Patienten in verschiedenen Praxen behandelt. Hier muss man sich auf eine Praxis festlegen, d. h. die Patienten, die in Praxis 1 behandelt werden, dürfen nicht ebenfalls in Praxis 2 oder 3 behandelt werden, sondern jede Praxis hat ihren eigenen festen Patientenstamm. Das Wechseln der Praxisräume für die Behandlung ein und desselben Patienten würde nämlich als im § 3 des Heilpraktikergesetzes ausgeschlossene „Heilkunde im Umherziehen“ gewertet.

  • Besteht für Heilpraktiker eine Weiterbildungspflicht?

Antwort: Ja, und zwar für Heilpraktiker, die einem Heilpraktikerverband angehören. Die organisierten Heilpraktiker haben sich in ihrer verbandsübergeordneten Berufsordnung zur regelmäßigen Weiterbildung verpflichtet. Wer keinem Verband angehört, ist zwar nicht zur Weiterbildung verpflichtet, wird aber auch kaum darauf verzichten können, um sein Wissen stets auf dem neuesten Stand zu halten. Das ist schon alleine deshalb notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben, denn Qualität ist ein hohes Kriterium für die Wahl des richtigen Heilpraktikers. Nur wer sich ständig fortbildet, kann auf dem Markt bestehen.

  • Darf ich meine Berufsbezeichnung abändern?

Antwort: Nein. Die zulässige Berufsbezeichnung nach dem Heilpraktikergesetz lautet „Heilpraktiker“ und darf auch nicht abgeändert werden. Man kann zwar in seiner Leistungsauflistung näher spezifizieren, welche naturheilkundlichen Verfahren man anbietet, die Berufsbezeichnung jedoch bleibt unveränderbar.

 

Meistens ergeben sich im Laufe der Zeit immer mehr Fragen, für die es sich lohnt, sie diesen Listen hinzuzufügen. Die Listen der häufig gestellten Fragen sind damit keineswegs statisch, sondern wachsen noch. Wenn Sie noch Fragen haben, die Sie auf diesen Listen vermissen, können Sie uns gerne kontaktieren. Wir werden Sie dann der entsprechenden FAQ-Liste hinzufügen, sodass auch andere von dieser Frage profitieren können.

Wir haben für Sie die besten Anbieter für ein Fernstudium zum Heilpraktiker aufgeführt:

 

 

PS: Für einen besseren Vergleich empfehlen wir die Kataloge aller 4 oben genannten Anbieter anzufordern und sich diese in Ruhe anzuschauen. Manche anbieter senden Ihnen zusätzlich Probelektionen zu, so können sie entscheiden, ob Ihnen das Angebot zusagt oder nicht. Hier sei noch erwähnt, dass das Ganze für Sie komplett kostenlos und unverbindlich ist. Sie gehen dadurch keinerlei Verpflichtungen ein.

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