Wer die Kenntnisüberprüfung erfolgreich bestanden hat, bekommt von der Gesundheitsbehörde die Bescheinigung, dass er zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (=ärztliche Approbation) berechtigt ist, und darf sich ab sofort Heilpraktiker nennen.

Tierheilpraktiker führen in der Regel freiberuflich eine eigene Praxis. Allerdings gibt es auch Tierheilpraktiker im Angestelltenverhältnis. Verbindliche Aussagen zur Gehaltsentwicklung sind hier nicht möglich, denn alles hängt von der Art des Berufsverhältnisses ab – ob selbstständig oder angestellt – und von der Berufserfahrung sowie von der Region.


Der Tierheilpraktiker als Angestellter


Wie überall im Berufsleben gelten auch für die durchschnittliche Gehaltsentwicklung eines Tierheilpraktikers
•    der Ort der Berufstätigkeit, also der regionale Faktor
•    der Arbeitsumfang, also der Zeitfaktor (Voll-, Teilzeit oder Minijobbasis)
•    das Unternehmen, für das man tätig ist, also der Bedarfsfaktor
•    die persönliche Berufserfahrung, also der Kompetenzfaktor


Diese vier Faktoren bestimmen das Gehalt im Angestelltenverhältnis wesentlich. Vergleicht man verschiedene Gehälter für angestellte Tierheilpraktiker in ganz Deutschland, ergibt sich ein Mittelwert von etwa 1900,- Euro brutto. Dabei gilt aber zu bedenken, dass sich der Mittelwert aus Gehältern von 2700,- bis 1180,- Euro brutto zusammensetzt. Das ist von Region zu Region verschieden. Am besten sollte man als Berufsanfänger seine Gehaltserwartungen nicht zu hoch schrauben und lieber niedriger ansetzen und sich dann freuen, wenn es immer mehr wird.


 
Der freiberufliche Tierheilpraktiker


Für Tierheilpraktiker gilt dasselbe in wirtschaftlicher Hinsicht wie für Heilpraktiker oder Heilpraktiker für Psychotherapie: Die Eröffnung einer eigenen Praxis muss gut durchkalkuliert werden. Bei Tierheilpraktikern kommt noch hinzu, dass manche Bundesländer und Kommunen eigene veterinärmedizinische Vorschriften haben hinsichtlich der Ausgestaltung von Praxisräumen. So gibt es zwar keine Vorschriften, wo und in welchem Umfang der Tierheilpraktiker seine Ausbildung gemacht hat, aber es gibt durchaus Vorschriften, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Praxisräume für Tiere eröffnet werden dürfen.

Das wirkt sich dann auf die Größe der Praxisräume aus. So dürften die meisten regionalen Veterinärämter verlangen, dass der Praxisbetreiber über separate Quarantänestationen verfügt. Das betrifft nicht nur Tierheilpraktiker, sondern alle gewerblichen und freiberuflichen Berufe, die mit Tieren zu tun haben, z. B. Tierpensionen, Tierarztpraxen, Tierheime etc. Während der Human-Heilpraktiker unter Umständen mit sehr kleinen Praxisräumen beginnen könnte, braucht der Tierheilpraktiker zumindest so viel Raum, dass er Tiere von anderen separieren kann. Dadurch kann sich der Miet- oder Kaufpreis wiederum erhöhen. Diese und andere Faktoren sind zu berücksichtigen.

In seiner Praxisausübung ist der Tierheilpraktiker frei, d. h., er kann Tiere behandeln, kann sie aber auch abweisen. Hier gelten keine ethischen Prinzipien wie bei Ärzten, dass behandelt werden muss. Ebenso frei ist er in der Honorargestaltung, denn für Tierheilpraktiker gibt es keine Gebührenordnung. Hier empfiehlt es sich, einen Vergleich mit anderen Praxen zu ziehen und sich auch ein wenig an veterinärmedizinischen Praxen zu orientieren, damit man mit seinen Preisen angemessen mithalten kann.

Setzt man die Preise zu niedrig an, kann es sein, dass man nicht mehr kostendeckend arbeitet. Setzt man sie zu hoch an, bleiben die Klienten aus. Angemessene Preise im Vergleich zu den Mitbewerbern festzusetzen und dabei kostendeckend zu arbeiten, das ist die Herausforderung für freiberufliche Tierheilpraktiker. Auch hier gilt wie bei allen: Jede selbstständig geführte Praxis benötigt einige Jahre an Anlaufzeit, bis dass sie Gewinne abwirft. Befindet man sich aber einmal in der Gewinnphase, wenn sich die Praxiskosten amortisiert haben, dann legt man selbst fest, wie viel man verdienen möchte anhand des Umfangs, wie viele Stunden man arbeiten will.


Zusammenfassung:
Auch für Tierheilpraktiker lassen sich keine verbindlichen Angaben zu Gehaltsentwicklungen machen, weder für Angestellte noch für Freiberufler. Bei Angestellten zählen Faktoren wie Bedarf, Zeitumfang, Kompetenz und Region und bei Freiberuflern zusätzlich die Preisgestaltung der Mitbewerber sowie die Investitionskosten für die Praxis. Kaufmännische Kostenkalkulation tut hier not.

Da der Heilpraktiker für Psychotherapie für viele Interessenten, die beruflich den psychotherapeutischen Weg einschlagen möchten, die zeitlich besser realisierbare Berufsalternative erscheint als der klassische Weg via Hochschulstudium plus anschließender Psychotherapeutenausbildung, ist es natürlich vielfach von Interesse, bereits vorher die Verdienstchancen auszuloten. Zwar lassen sich Verdienstchancen für Heilpraktiker für Psychotherapie nicht genau darstellen, aber man kann bereits eine ganz gute Vorstellung davon bekommen, wie sich das durchschnittliche Einkommen entwickeln könnte.


Der Heilpraktiker für Psychotherapie im Angestelltenverhältnis
Wie auch bereits für Vollheilpraktiker dargestellt, hängt der Verdienst angestellter Heilpraktiker für Psychotherapie ebenfalls im Wesentlichen von ihrer Berufserfahrung, dem jeweiligen Bundesland, dem Unternehmen und ihrem Arbeitsumfang ab. Auch für Heilpraktiker mit der einschränkenden Spezialisierung auf Psychotherapie lässt sich keine klare Einkommensentwicklung im Angestelltenverhältnis wiedergeben, da der Gehaltsrange zu groß ist: Viele angestellte HP für Psychotherapie bauen sich eine eigene Praxis auf und arbeiten nur nebenberuflich – oftmals auf der Basis einer geringfügigen Beschäftigung – für eine andere Praxis. Diese Einkommen müssten dann zur Errechnung des Durchschnittseinkommens mit herangezogen werden, was allerdings die tatsächliche Aussagekraft über das durchschnittliche Angestellteneinkommen von Heilpraktikern für Psychotherapie verzerrt.
 


Das Einkommen freiberuflicher Heilpraktiker für Psychotherapie
In Sachen ökonomischen Handelns unterscheidet sich der Heilpraktiker für Psychotherapie in nichts vom (Voll-)Heilpraktiker. Alle kaufmännischen Kriterien, die ein Heilpraktiker berücksichtigen muss, bestimmen auch das Handeln des Heilpraktikers für Psychotherapie. Allerdings gibt es einen Unterschied: Die gesetzlichen Krankenkassen haben psychotherapeutische Leistungen nach dem Heilpraktikergesetz in der Regel nicht in ihrem Maßnahmenkatalog aufgeführt und rechnen diese auch nicht ab.
Im Gegensatz dazu kann der (Voll-)Heilpraktiker manche gesundheitsfördernde Heilleistungen nach den Sätzen der Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH) abrechnen. Allerdings bieten einige private Krankenkassen ihren Mitgliedern die Option an, psychotherapeutische Leistungen nach dem Heilpraktikergesetz mitzuversichern. Liegt so eine Zusatzversicherung bei einem privat versicherten Patienten vor, kann auch der Heilpraktiker für Psychotherapie seine Leistungen nach Nummer 19 (19.1-19.8) der GebüH mit den privaten Krankenkassen abrechnen.


In allen anderen Fällen gilt für psychotherapeutische Leistungen durch Heilpraktiker: Sie werden nach dem) als Leistungen aus einem Dienstvertrag angesehen (§ 611 ff) und dementsprechend vom Heilpraktiker für Psychotherapie frei mit seinem Klienten abgerechnet. Hierbei gibt es keine verbindlichen Regelungen, in welcher Höhe sich der Abrechnungssatz bewegen muss. Der Heilpraktiker für Psychotherapie kann seine Leistungen frei abrechnen und seine Klienten suchen seine Praxis als Selbstzahler auf. Vielleicht schadet es einem Heilpraktiker für Psychotherapie allerdings nicht, sich an der) zu orientieren. Eine Verpflichtung gibt es hierzu allerdings nicht. Vielfach wird auch die Möglichkeit genutzt, pauschal nach einem gewissen Stundensatz – unabhängig von der durchgeführten Behandlungsmethode – abzurechnen.


•    Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH)
•    Gebührenordnung für Psychologische Psychotherapeuten (GOP)


Zusammenfassung:


•    Gesetzliche Krankenkassen rechnen nicht mit Heilpraktikern für Psychotherapie, sondern nur mit approbierten Psychotherapeuten ab
•    Dementsprechend gibt es keine Abrechnungsgrundlage für selbstzahlende Patienten, der Heilpraktiker für Psychotherapie ist hier in seiner Honorarfestsetzung frei
•    Einige private Krankenversicherungen bieten ihren Mitgliedern die Zusatzversicherung für psychotherapeutische Leistungen nach dem HPG an; in diesen Fällen wird gemäß der Gebührenordnung für Heilpraktiker (Nummer 19) abgerechnet
•    Bei der Abrechnung mit Selbstzahlern schadet es nicht, sich an der GOP zu orientieren
•    Viele Heilpraktiker für Psychotherapie legen aber auch einen pauschalen Stundensatz (bspw. 60,- € / Std.) unabhängig von der Behandlungsmethode fest

Wer sich auf den langen und anspruchsvollen Weg der Heilpraktikerausbildung begibt, wird regelmäßig auf Fragen stoßen, die mit seinem Wunschberuf zu tun haben. Natürlich ergeben sich solche Fragen aus der Lernpraxis heraus und können nicht im Vorfeld geplant werden. Trotzdem gibt es eine Vielzahl von Fragen, die immer wieder gestellt werden. 

So macht es Sinn, an dieser Stelle häufig gestellte Fragen aufzulisten. Diese Listen sind keineswegs vollständig.

Häufig gestellte Fragen zur Heilpraktikerausbildung

Gibt es persönliche oder schulische Voraussetzungen, um Heilpraktiker werden zu können?

Antwort: Ja, die gibt es. Sie müssen nachweislich das 25. Lebensjahr vollendet haben (Nachweis durch Geburtsurkunde), körperlich und geistig-seelisch gesund sein (Nachweis durch ärztliches Attest, das nicht älter als drei Monate ist), charakterlich geeignet sein (Nachweis einmal durch ein polizeiliches Führungszeugnis, das nicht älter als drei Monate ist und durch eine persönliche Erklärung, dass kein Strafverfahren in der Schwebe ist), mindestens den Hauptschulabschluss vorweisen können (Nachweis durch das entsprechende Schulzeugnis) und die Zulassung von der zuständigen Gesundheitsbehörde nach einer entsprechenden Kenntnisüberprüfung erteilt bekommen.

Kann ich vom Staat finanzielle Unterstützung für die Ausbildung bekommen?

Antwort: Grundsätzlich sind die Ausbildungskosten für die Heilpraktikerausbildung vom angehenden Heilpraktiker selbst zu tragen. Eine staatliche Beteiligung gibt es prinzipiell nicht. Die Heilpraktikerausbildung ist auch kein klassischer Ausbildungsberuf. Es gibt allerdings die Möglichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen über die Bildungsprämie den Staat an den Kosten anteilig zu beteiligen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung gibt auf seiner Homepage gründlich Auskunft darüber. Daneben gibt es noch die Möglichkeit für Langzeitarbeitslose, die in ihrem Beruf als berufsunfähig oder unvermittelbar gelten, die Qualifizierung zum Heilpraktiker komplett von der Arbeitsagentur finanzieren zu lassen, wenn dadurch die Chancen auf eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt (als Selbstständiger oder Angestellter) erheblich steigen. Darauf besteht aber kein grundsätzliches Anrecht, sonder kann im Ermessen des zuständigen Sachbearbeiters in Ausnahmefällen so entschieden werden.

 Wie lange dauert die Ausbildungszeit zum Heilpraktiker?

Antwort: Eine verbindliche Antwort kann auf diese Frage nicht gegeben werden, da die Ausbildungszeiten unterschiedlich sind und von den Schulen selbst festgelegt werden. Wie lange die Ausbildung dauern kann, hängt zum Beispiel davon ab, in welcher Frequenz die Heilpraktikerschule ihren Unterricht anbietet. Manche unterrichten drei-bis viermal wöchentlich in Vollzeit, andere nur an Wochenenden, wieder andere nur einmal wöchentlich für einen längeren Zeitraum. Die Dauer der Ausbildung ist demnach abhängig von der Unterrichtsfrequenz der Schule. Man sollte aber 1,5 bis 3 Jahre im Schnitt einplanen, will man eine fundierte Ausbildung erhalten, die wirklich auf den komplexen Prüfungsstoff vorbereitet.

 Wo wird die Heilpraktikerprüfung abgelegt?

Antwort: Die sogenannte Heilpraktikerprüfung ist eine fachliche Kenntnisprüfung zum Zweck des Nachweises der Fachkenntnisse aus dem Bereich der Medizin, der Rechts- und der Naturheilkunde, die zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung notwendig sind. Zuständig für diese Überprüfungen sind die Amtsärzte der regionalen Gesundheitsämter. Entweder verfügt eine Stadt über ein eigenes Gesundheitsamt oder man wendet sich an die zuständige Gesundheitsbehörde des Verwaltungsbezirks, zum Beispiel im Landkreis.

  • Wie läuft eine Heilpraktikerprüfung ab?

Antwort: Die Kenntnisüberprüfung der Gesundheitsbehörden setzt sich aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil zusammen. Der schriftliche Teil ist der komplexeste Teil mit einem umfassenden Fragenkatalog von sechzig Fachfragen. Hierin werden die medizinisch-biologischen, physiologischen und pathologischen Kenntnisse und diagnostisches Wissen abgefragt. Erst wenn der Schriftteil bestanden ist, wird man zur mündlichen Prüfung zugelassen. Bestanden ist der schriftliche Teil erst dann, wenn mindestens 75% der Fragen im Multiple-Choice-Verfahren richtig beantwortet wurden. In der mündlichen Prüfung werden zum einen Fragen zur Gesetzeskunde und zu Naturheilverfahren, auf die man sich besonders spezialisieren möchte. Es können aber auch Fragen aus den übrigen Wissensgebieten vorkommen, anhand derer der Prüfling aufzeigt, dass er in medizinischen Zusammenhängen denken, komplexe Probleme lösen und auch die Grenzen der Naturheilkunde einschätzen kann.

  • Wie lange dauert eine Heilpraktikerprüfung?

Antwort: Für den schriftlichen Teil stehen zwei Stunden, für den mündlichen Teil 45 Minuten zur Verfügung.

  • Was geschieht, wenn ich die schriftlichen Fragen bestanden, den mündlichen Teil aber nicht bestanden habe?

Antwort: In diesem Fall muss die Prüfung gesamt wiederholt werden, d. h., zum nächstmöglichen Prüfungstermin sind wieder der schriftliche und der mündliche Teil zu bestehen.

  • Wie oft darf ich eine Heilpraktikerprüfung wiederholen?

Antwort: Es gibt keine Höchstanzahl für die Prüfungen. Man kann die Prüfung so oft wiederholen, wie man möchte. Man muss nur jedes Mal erneut die Prüfungsgebühren entrichten. Wie hoch die regionalen Prüfungsgebühren sind, kann bei der Heilpraktikerschule oder beim Fernlehrinstitut erfragt werden. Es ist mit Prüfungsgebühren zwischen 250,- und 400,- Euro je Prüfungstermin zu rechnen.

  • Was ist, wenn ich die Prüfung bestanden habe? Wie darf ich mich dann nennen?

Antwort: Wer die Kenntnisüberprüfung erfolgreich bestanden hat, bekommt von der Gesundheitsbehörde die Bescheinigung, dass er zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (=ärztliche Approbation) berechtigt ist, und darf sich ab sofort „Heilpraktiker“ nennen.

Häufig gestellte Fragen zum Ablauf des Praxisalltags und des Heilpraktikerberufs

  • Was kann ich für eine Behandlung an Honorar verlangen und übernehmen die Krankenkassen die Kosten?

Antwort: Während Ärzte ihre Leistungen in der Regel mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen und sich dabei an die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) halten müssen, sind Heilpraktiker freie Dienstleister, die an keine Gebührenordnung gebunden sind. Grundsätzlich können Heilpraktiker ihre Leistungen auch nicht mit der gesetzlichen Krankenkasse abrechnen. Lediglich wenige Privatkrankenkassen bieten in bestimmten Fällen die Kostenübernahme an. In diesen Fällen gilt eine Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH), die sich an der Gebührenordnung für Ärzte orientiert. Grundsätzlich ist der Heilpraktiker allerdings nicht verpflichtet, sich bei seinen Honorarrechnungen an einer Gebührenordnung zu orientieren. Er könnte seine Honorare völlig frei festlegen. Ob sich das immer anbietet, steht auf einem anderen Blatt, denn der Konkurrenzdruck ist groß und am Ende wird derjenige Heilpraktiker vom Patienten gewählt, der einheitliche und transparente Honorare bietet, die sich vergleichen lassen.

  • Welchen Zeitumfang muss man für eine Behandlung einplanen?

Antwort: Diese Frage lässt sich nicht klar beantworten, da die Behandlungsdauer von der Art des Leidens abhängt. Jedes Leiden erfordert seine eigene Behandlungstherapie. Es wird unterschieden nach chronischen und akuten Beschwerden. Hinzu kommt, dass die Heilpraxis einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt und keinesfalls nur Symptome lindert, sondern versucht, die Ursachen der Leiden zu beseitigen. Das setzt eine längere Therapie voraus, an der der Patient aktiv mitwirkt und seine Lebensgewohnheiten umstellt. Homöopathisch-medikamentöse Behandlungen können innerhalb einiger Wochen Wirkungserfolg zeigen, manuelle Verfahren wie Massagen (klassische Massage oder die japanische Shiatsu-Massage), Anwendungen aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (Akupunktur) oder intensive Naturheilverfahren benötigen einen längeren Zeitraum.

Häufig gestellte Fragen zur Existenzgründung und zur eigenen Praxis

  • Darf ich für meine Praxis Werbung machen?

Antwort: Diese Frage kann man nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten, sondern muss einen differenzierten Blick darauf werfen. Bis zum Jahr 2000 galt ein striktes Werbeverbot für Ärzte und Heilberufe, das mittlerweile in seiner strengen Form aufgehoben wurde. Hier ist aufgelistet, welche Einschränkungen auch heute noch greifen: das Heilmittelwerbegesetz (HWG) und das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). So dürfen nach dem HWG keine irreführenden Erfolgsversprechen abgegeben werden und nach dem UWG keine vergleichende Werbung stattfinden. So weit zu den Heilberufen im Allgemeinen. Für Heilpraktiker im Besonderen gilt die eng gefasste Regelung für Ärzte, Apotheker etc. nicht (im juristischen Sinne). Die Berufsordnung für Heilpraktiker sieht jedoch eine freiwillige Selbstbeschränkung in Sachen Werbung vor, die auf jede Werbemaßnahme verzichtet, die - selbst wenn sie nach HWG und UWG zulässig wäre – einen aktiv werbenden Charakter hat. So ist in der Berufsordnung für Heilpraktiker geregelt, dass Flyer mit beschreibender (nicht anpreisender) Auflistung der eigenen Verfahren und Methoden zwar in der Praxis ausgelegt werden, nicht aber an alle Haushalte über die Briefkästen verteilt werden dürfen. Dasselbe gilt für Zeitungsbeilagen, Plakate, Trikot- oder Bandenwerbung bei Sportveranstaltungen etc. Heilpraktiker, die sich keinem Verband angeschlossen haben, sind angehalten, sich diesem Berufsethos anzuschließen, um den Berufsstand insgesamt zu schützen und seriös zu gestalten.

  • Wie viele Praxen darf ich führen und was ist dabei zu beachten?

Antwort: Da es hier keine rechtliche Einschränkung gibt, kann ein Heilpraktiker so viele Praxen führen, wie er sich finanziell leisten kann, d. h., es gibt keine Begrenzung nach oben. Zu beachten ist aber, dass man seine Patienten in verschiedenen Praxen behandelt. Hier muss man sich auf eine Praxis festlegen, d. h. die Patienten, die in Praxis 1 behandelt werden, dürfen nicht ebenfalls in Praxis 2 oder 3 behandelt werden, sondern jede Praxis hat ihren eigenen festen Patientenstamm. Das Wechseln der Praxisräume für die Behandlung ein und desselben Patienten würde nämlich als im § 3 des Heilpraktikergesetzes ausgeschlossene „Heilkunde im Umherziehen“ gewertet.

  • Besteht für Heilpraktiker eine Weiterbildungspflicht?

Antwort: Ja, und zwar für Heilpraktiker, die einem Heilpraktikerverband angehören. Die organisierten Heilpraktiker haben sich in ihrer verbandsübergeordneten Berufsordnung zur regelmäßigen Weiterbildung verpflichtet. Wer keinem Verband angehört, ist zwar nicht zur Weiterbildung verpflichtet, wird aber auch kaum darauf verzichten können, um sein Wissen stets auf dem neuesten Stand zu halten. Das ist schon alleine deshalb notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben, denn Qualität ist ein hohes Kriterium für die Wahl des richtigen Heilpraktikers. Nur wer sich ständig fortbildet, kann auf dem Markt bestehen.

  • Darf ich meine Berufsbezeichnung abändern?

Antwort: Nein. Die zulässige Berufsbezeichnung nach dem Heilpraktikergesetz lautet „Heilpraktiker“ und darf auch nicht abgeändert werden. Man kann zwar in seiner Leistungsauflistung näher spezifizieren, welche naturheilkundlichen Verfahren man anbietet, die Berufsbezeichnung jedoch bleibt unveränderbar.

 

Meistens ergeben sich im Laufe der Zeit immer mehr Fragen, für die es sich lohnt, sie diesen Listen hinzuzufügen. Die Listen der häufig gestellten Fragen sind damit keineswegs statisch, sondern wachsen noch. Wenn Sie noch Fragen haben, die Sie auf diesen Listen vermissen, können Sie uns gerne kontaktieren. Wir werden Sie dann der entsprechenden FAQ-Liste hinzufügen, sodass auch andere von dieser Frage profitieren können.

wie ein typischer Arbeitsalltag eines Heilpraktikers abläuft, hängt im Wesentlichen von den Patienten und ihren Beschwerden selbst ab. Kein Praxistag wird genauso wie der vorhergehende ablaufen und doch werden sich mit wachsender Praxisroutine einige Abläufe ähneln und wiederholen. Die Handlungsabläufe des Heilpraktikers bestehen aus Erstanamnese, Erstdiagnostik, Therapie und Besprechungen über den Therapieverlauf. Welche der täglichen Praxisaufgaben in welcher Reihenfolge oder Häufigkeit anfallen, hängt in der Regel vom Patientenaufkommen ab. Kommen viele Erstpatienten in die Praxis, wird der Tagesablauf zunächst primär durch Diagnostik und Anamnese geprägt sein.

Erst in den Folgeterminen werden Therapieverfahren angewandt. Ein selbstständiger Vollzeit-Heilpraktiker mit eigener Praxis kann – ähnlich wie auch ein Arzt – mit einem langen Praxistag rechnen, denn zur Patientenbehandlung kommen noch kaufmännische und buchhalterische Tätigkeiten hinzu, sofern man hierfür keine Mitarbeiter beschäftigt hat. Ein Arbeitstag von zehn bis sechzehn Stunden ist dabei nicht unüblich.


Die Erstanamnese – mit ihr steht und fällt die gesamte Heilpraxis
 

Eine therapeutische Beziehung zwischen Patient und Heilpraktiker muss auf solide Grundlagen gestellt werden. Daher beginnt jede Zusammenarbeit mit der Erstanamnese. Hierin unterscheiden sich Heilpraktiker von Ärzten auf den ersten groben Blick kaum, denn auch die Schulmedizin arbeitet mit einer gründlichen Anamnese. Unter Anamnese versteht man die gründliche Befragung des Patienten nach seinen Beschwerden und seine persönlichen Lebensumständen. Während die Schulmedizin vorwiegend einen symptombetonteren Fragenkatalog bei der Erstanamnese anwendet, stellt der Heilpraktiker in den meisten Fällen auch Fragen zur ganzheitlichen Lebenssituation, die scheinbar nicht erkennbar in einem Zusammenhang mit dem akuten Problem stehen müssen.

Die Erstdiagnostik – der Heilpraktiker macht sich ein praktisches Bild

Neben der Erstanamnese gehört die Erstuntersuchung mit verschiedenen Diagnoseverfahren zum wichtigsten Vorgang im Praxisablauf eines Heilpraktikers. Hierzu zählen die bekannten Untersuchungsmethoden wie Abhören, Abklopfen, Iris- und Zungendiagnostik, Harn- und Blutuntersuchungen und vieles mehr.

Die Therapie – die richtige Behandlungsmethode wählen

Da die Heilpraxis verschiedene Therapieverfahren kennt, u.a. Homöopathie, Spagyrik, Bioresonanztherapie, Blutegelbehandlung und vieles mehr, kann der Heilpraktiker erst aufgrund einer gründlichen Erstuntersuchung die entsprechenden Therapieverfahren einleiten.
 
Das Kaufmännische – oft ungeliebt, aber unverzichtbar

Natürlich wünscht sich jeder Heilpraktiker kaum etwas anderes als den Umgang mit den Patienten. Dafür wurde er ausgebildet, darin sieht er seine Berufung: nämlich Menschen zu helfen. Trotzdem gehören kaufmännische Dinge wie Kassenabrechnungen, private Honorarrechnungen zu verfassen und Buchhaltung für die Steuer zu führen dazu. Die wenigsten werden diese Dinge lieben, aber sie sind in den Praxisalltag integriert und werden in der Regel nach Praxisschluss noch durchgeführt.

Zusammenfassung:

Wer sich als Heilpraktiker nicht sofort Angestellte für die tägliche Praxisunterstützung leisten kann, muss neben den typischen Berufsabläufen eines Heilpraktikers – also Erstanamnese und –diagnostik, Therapie und Therapiedurchsprache – noch alle kaufmännisch-administrativen Tätigkeiten selbst durchführen. Das verlängert den Praxistag erheblich, sodass ein selbstständiger Heilpraktiker nicht selten auf 10 bis 16 Stunden Arbeitszeit kommt.

Wir haben für Sie die besten Anbieter für ein Fernstudium zum Heilpraktiker aufgeführt:

 

 

PS: Für einen besseren Vergleich empfehlen wir die Kataloge aller 4 oben genannten Anbieter anzufordern und sich diese in Ruhe anzuschauen. Manche anbieter senden Ihnen zusätzlich Probelektionen zu, so können sie entscheiden, ob Ihnen das Angebot zusagt oder nicht. Hier sei noch erwähnt, dass das Ganze für Sie komplett kostenlos und unverbindlich ist. Sie gehen dadurch keinerlei Verpflichtungen ein.

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