Heilpraktikerschulen – Worauf kommt es an?

Zunächst ist es wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, was genau man später als Heilpraktiker machen möchte. Neben dem allgemeinen Heilpraktiker gibt es noch den Heilpraktiker für Psychotherapie und den Tierheilpraktiker. Möchte man allgemein in der humanen Heilkunde tätig sein, oder möchte man sich auf ein Spezialgebiet wie der Tierheilkunde oder der psychotherapeutischen Betreuung festlegen?

Dann ist es wichtig abzuklären, ob man seine Ausbildung nebenberuflich absolvieren möchte, oder ob man die Möglichkeit zur Vollzeitausbildung besitzt. Kann man seinen Wohnort ggf. wechseln und dorthin ziehen, wo sich eine gute Heilpraktikerschule befindet, oder ist man strikt an seinen Wohnort aus privaten Gründen gebunden? Wie viel Geld kann man sich leisten zu investieren? Ist man in der Lage, den Höchstbetrag aufzubringen und gönnt sich dafür eine umfassende Rundumbetreuung, oder schätzt man sich als sehr selbstdiszipliniert ein, um sich den komplexen Lehrstoff im Fernstudium selbst anzueignen und bei den Kosten hierfür einzusparen?

HeilpraktikerschuleN VergleichEN

Ich will Heilpraktiker werden! Seit Jahren hält sich dieser Berufswunsch in Deutschland ganz oben auf der Beliebtheitsskala, und das generationsübergreifend und aus den verschiedensten Gründen. Entsprechend viele Heilpraktikerschulen schießen jedes Jahr wie Pilze aus dem Boden, denn es gibt keine gesetzlichen Regelungen, wie der Lehrplan für die Heilpraktikerausbildung aufgestellt sein muss. Viele dieser Schulen verschwinden ebenso schnell wieder von der Bildfläche, wie sie gegründet wurden. Ein Heilpraktikerschulenvergleich, bei dem du alle wichtigen Kriterien rund um die Ausbildung wie Qualität, Dauer und Kosten unter die Lupe nimmst, ist der beste Weg, eine seriöse Heilpraktikerausbildung zu absolvieren.


Worauf kommt es bei der Wahl der richtigen Heilpraktikerschule an?


Zunächst solltest du dich fragen, warum du Heilpraktiker werden willst.

  1. Geht es dir generell darum, Menschen zu helfen?
  2. Interessierst du dich für eine spezielle Therapie, für die du die Heilpraktikererlaubnis brauchst?
  3. Möchtest du von deinem Erstberuf umsteigen, um selbständig zu arbeiten?


Je nachdem, wie deine persönlichen Interessen gelagert sind, solltest du die grundsätzlichen Kriterien für die Auswahl deiner Schule festlegen. Wenn du beispielsweise mit der Homöopathie arbeiten möchtest, wäre es empfehlenswert, Heilpraktikerschulen zu bevorzugen, bei denen eine umfassende Homöopathieausbildung bereits in der Studiengebühr enthalten ist. Willst du mit der Traditionellen Chinesischen Medizin arbeiten, solltest du vergleichen, welche Schulen sich die TCM auf ihre Fahnen geschrieben haben. So kannst du sichergehen, dass dir keine Extrakosten für ein praktisches Therapietraining entstehen werden.

 

Welche sonstigen Kriterien solltest du beim Vergleich berücksichtigen?


Generell ist es ein gutes Zeichen, wenn die Schulen bereits lange am Markt sind und ihre Erfolgsquoten in der Heilpraktikerprüfung offenlegen. Manche Schulen weisen bis zu 90 % in der Prüfung vor dem Gesundheitsamt auf. Angaben dazu findest du auf den Webseiten und in den Newsletters der Heilpraktikerschulen. Hier erfährst du nebenbei gleich etwas über den Stil der Schule. Bist du eher ein pragmatischer Typ, der nicht viel drumherum redet und ein gutes Stück Fleisch nicht verachtest, wäre eine Schule mit esoterischem Grundton und dem Hinweis, dass dort vegane Verpflegung angeboten wird, eher nicht die erste Wahl. Du wirst dort geballt auf Menschen treffen, die ganz anders gepolt sind, und das könnte langfristig zu Konflikten führen. 

Hilfreich ist es auch, wenn die Heilpraktikerschule Erfahrungen mit dem für deine Meldeadresse zuständigen Gesundheitsamt und den Amtsärzten hat, die dort die Prüfung abnehmen. Basierend auf den Erfahrungen der Vergangenheit können sie dann zum Beispiel das Verhalten der Amtsärzte bei den mündlichen Prüfungen einschätzen. Sie wissen, wer die Richtlinien extrem streng auslegt, wer eher wohlwollend auf die Prüflinge eingeht und auch, welches Verhalten jeweils angebracht ist. Falls dein mündliches Prüfungsergebnis an einem seidenen Faden hängt, kann die Bewertung deiner Antworten von Kleinigkeiten abhängen. Solche Informationen werdem dir natürlich nur helfen, wenn deine Antworten generell richtig sind. Doch ein Blackout kommt manchmal unverhofft, und ein wohlwollender Schubser kann Wunder wirken.

Bietet die Schule Info-Abende und Probeunterricht an?

Bei den Info-Abenden der verschiedenen Schulen kannst du Fragen zu wichtigen Details stellen. Es ist empfehlenswert, alles zu hinterfragen, was dir einfällt.
 

  1. Bietet die Schule verschiedene Unterrichtszeiten an? Für viele junge Mütter und Berufstätige, die gerne eine Ausbildung machen möchten, bleiben oft nur die Abende und die Wochenenden.
  2. Ist die Schule zu den Ferienzeiten und an Feiertagen geschlossen, oder findet der Unterricht trotzdem statt?
  3. Kannst du den Unterricht kostenfrei nachholen, wenn du im Urlaub, krank oder verhindert bist?
  4. Ist es möglich, einen gebuchten Kurs kostenfrei zu wechseln?
  5. Bietet die Schule ein kostenfreies Repetitorium an, eine spezielle Prüfungsvorbereitung?
  6. Wenn ja, wie sieht das aus?
  7. Praktisch oder nur theoretisch?


Die meisten seriösen Schulen bieten als Entscheidungshilfe vor Vertragsabschluss einen Probeunterricht von einer bis zu vier Wochen an. Das hat den Vorteil, dass du alle Dozenten kennenlernen und dir einen Eindruck von deren Qualifikation schaffen kannst. Es gibt Schulen, die kostensparend Heilpraktikeranfänger einstellen, um die Theorie zu unterrichten. Solche in der Praxis unerfahrenen Dozenten sind sich ihrer Unzulänglichkeiten bewusst und reagieren auf tiefschürfende Fragen oft ungehalten. Mit der Qualität des Dozenten steht und fällt jedoch für dich der Erfolg des Unterrichts. 

Unabhängig davon sollte die Chemie stimmen. Nicht jeder Dozent passt zu dir. Du musst dich im Unterricht wohlfühlen. Es gibt in der HP-Ausbildung Themen, die so trocken sind, dass es dir schwerfallen wird, dich darauf zu konzentrieren. Ein Dozent, bei dem dich schon die Stimme oder seine Art langweilt, ist dann Gift. Wenn du dagegen einen Dozenten vor dir stehen hast, der selbst Stoff wie das Heilpraktikergesetz und Hygene so aufbereiten kann, dass er dein Interesse und deine Aufmerksamkeit weckt, wirst du dir selbst solche Themen merken können. Einfach, weil der Unterricht Spaß gemacht hat. Nimm dir genügend Zeit, wenn du den Dozententest machst. Beim Info-Abend kannst du dich erkundigen, nach welchen Kriterien die Heilpraktikerschule ihre Dozenten auswählt, ob sie einen Probeunterricht unter Supervision geben müssen, auch ob und wie lange sie in eigener Praxis arbeiten. Beim Probeunterricht kannst du in den Pausen die Mitschüler zu den Dozenten befragen.


Dauer und Kosten der Ausbildung


Von Schulen, die eine sechsmonatige Ausbildung zum Heilpraktiker anbieten, war schon die Rede. Der umfassende Stoff kann in dieser kurzen Zeit bestenfalls oberflächlich vermittelt werden. Selbst wenn du das unverschämte Glück hast, am Ende mit dieser Ausbildung die Prüfung zu bestehen, stehst du in deiner Praxis arm da, spätestens dann, wenn ein Patient mehr von dir will als eine Reiki-Behandlung mit Handauflegen. Deshalb haben seriöse Heilpraktikerschulen Unterrichtspläne mit zwischen 800 und 3.000 Unterrichtsstunden, je nach zusätzlichen Inhalten und Tiefgang. Das ist zwar teurer als der Sechsmonatskurs, aber sicherer im Hinblick auf die Prüfung und die spätere Arbeit mit kranken Menschen.


Was ist alles in den Unterrichtskosten enthalten?
 

  • Liefert die Schule das Lehrmaterial?
  • Gibt es ein einheitliches Lehrbuch und Skripte zum Unterricht?
  • Gibt es versteckte Kosten wie nicht im Gesamtpaket enthaltene Zwischenprüfungen?
  • Muss ich für Seminare extra zahlen?
  • Muss ich zuzahlen, wenn ich die Ausbildungsdauer verlängern möchte?
  • Ist es möglich, meine Ausbildung aus persönlichen oder beruflichen Gründen kostenfrei zu unterbrechen?


Es empfiehlt sich, die Inhalte der Ausbildung zu hinterfragen. Sind alle Prüfungsrelevante Themen im Unterrichtsplan enthalten? Folgende Themenschwerpunkte müssen behandelt werden (Reihenfolge nach einschlägigen Lehrbüchern):

  • Grundlagenwissen
  • Der Bewegungsapparat
  • Das Herz
  • Kreislauf- und Blutgefäßsystem
  • Blut, Lymph- und Immunsystem
  • Die Atmungsorgane
  • Verdauungstrakt
  • Leber, Gallen und Pankreas
  • Hormone und Stoffwechsel
  • Nieren und Harnwege
  • Geschlechtsorgane, Schwangerschaft, Kinder, Alter
  • Das Nervensystem
  • Die Sinnesorgane
  • Die Haut
  • Infektionskunde und Hygiene
  • Infektionskrankheiten
  • Psychologie und Psychiatrie
  • Notfall, Schock und Erste Hilfe
  • Gesetzeskunde
  • Naturheiltherapien
  • Anamnese und Untersuchung
  •  

Herzlichen Glückwunsch ! Du hast die Prüfung bestanden – und nun?

Kennst du alle Schritte, die du unternehmen musst, um eine Heilpraktikerpraxis erfolgreich zu führen? Nimmt deine Schule dich auch jetzt an die Hand nimmt und zeigt dir, worauf es ankommt? Dann hast du klug gewählt! Viele Schulen sehen nämlich mit der bestandenen Heilpraktikerprüfung ihre Aufgabe als erledigt an. Doch ohne das notwendige Know-how ist es  schwierig, in Deutschland als Heilpraktiker langfristig erfolgreich zu sein. 

Wer die Wahl hat, hat die Qual!
 

Weil es so schwierig ist, die Spreu vom Weizen zu trennen, leisten die bundesweiten Berufs- und Fachverbände der Heilpraktiker Hilfestellung bei der Entscheidung für eine seriöse Schule. Kann deine Schule der Wahl ein Zertifikat der Verbände vorweisen, bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Das gilt auch für Schulen, die eine Ausbildung im Fernstudium anbieten. Solltest du dich für einen solchen Lehrgang interessieren, ist es wichtig, dass er ZFU-zertifiziert ist. Damit ist sichergestellt, dass er staatlich geprüft ist.

Wir haben für Sie die besten Anbieter für ein Fernstudium zum Heilpraktiker aufgeführt:

 

 

PS: Für einen besseren Vergleich empfehlen wir die Kataloge aller 4 oben genannten Anbieter anzufordern und sich diese in Ruhe anzuschauen. Manche anbieter senden Ihnen zusätzlich Probelektionen zu, so können sie entscheiden, ob Ihnen das Angebot zusagt oder nicht. Hier sei noch erwähnt, dass das Ganze für Sie komplett kostenlos und unverbindlich ist. Sie gehen dadurch keinerlei Verpflichtungen ein.

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