Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten für angehende Heilpraktiker

Um in etwa eine gute Vorstellung von den zu erwartenden Kosten für eine Heilpraktikerausbildung zu bekommen, lohnt es sich, einige Präsenz- und Fernschulen zum Vergleich heranzuziehen und daraus einen Mittelwert abzuleiten, der sich dann als Kalkulationsfaktor für die Ausbildungsplanung eignet.

Verschiedene Heilpraktikerschulen und Fernschulen im Kostenvergleich:
 

Name der Schule

Art des Unterrichts

Kosten

Anmerkungen

Deutsche Heilpraktikerschule Michael Bochman

Teilzeitunterricht in Tages- oder Abendkursen

 

5800,-

Inklusive Einschreibegebühr

Amara Schulen für Naturheilkunde und Heilpraxis

Vollzeitunterricht

5950,-

Bei Vorauszahlung

Amara Schulen für Naturheilkunde und Heilpraxis

Vollzeitunterricht

6200,-

Bei Teilzahlung

Humanum Heilpraktikerschule

Teilzeitunterricht

2280,-

Bei Vorauszahlung

Humanum Heilpraktikerschule

Teilzeitunterricht

2580,-

Bei Ratenzahlung

Heilpraktiker-Intensivschule

Intensivkurs 10 Monate

3800

Bei monatlicher Zahlung

SGD / ILS Fernkurs Heilpraktiker

20 Monate Fernstudium

2780,-

Bei monatlicher Zahlung

Gesamtkosten

29390,-

Mittelwert: 4199,-

 

 
Rechnet man Voll- und Teilzeitunterrichte zusammen, ergibt sich ein Mittelwert von knapp 4200,- Euro. Dabei reicht die Spanne allerdings von 2300,- bis 6200,- Euro. Hier gilt es, die einzelnen Leistungen der Schulen genau miteinander zu vergleichen und gegeneinander abzuwägen. In dieser Aufstellung ist bei den Vergleichsschulen die Einschreibegebühr bereits inbegriffen. Es gibt aber auch Heilpraktikerschulen, die zeigen den Nettobetrag auf und erheben zusätzlich eine Einschreibegebühr, die bis zu 450,- Euro betragen kann.

Finanzierungsmöglichkeiten für angehende Heilpraktiker

Wie die Übersicht zeigte – und sie gibt lediglich einen Bruchteil der vielen Schulungsangebote wieder – schwanken die Kosten für eine fundierte Heilpraktikerausbildung enorm. Gut 4000,- Euro sollte man im Schnitt einplanen, wenn man die Absicht hat, sich zum Heilpraktiker ausbilden zu lassen. Da stellt sich für viele die Frage, wie diese Ausbildung idealerweise zu finanzieren ist.


Es gibt einmal den Weg der größtmöglichen Ersparnis und daneben den Weg der Finanzierung durch überschaubare Monatsbelastungen.


•    Größtmögliche Ersparnis: Wem es darauf ankommt, die Gesamtkosten seiner Ausbildung so gering wie möglich zu halten, sollte die Ausbildungskosten in einer Summe vor Ausbildungsbeginn entrichten. Hier bieten die Heilpraktikerschulen und Fernlehrinstitute in der Regel attraktive Rabatte an. Das lassen sich mitunter einige Hundert Euro an den Gesamtkosten sparen.

Wer bereits weiß, dass er sich in Zukunft zum Heilpraktiker ausbilden lassen möchte, kann bereits darauf hinsparen. Das wäre die intelligenteste Form. Man spart beizeiten seine Ausbildungssumme im Vorfeld an und entrichtet anschließend die Kosten vor Ausbildungsbeginn in einer Summe – und kommt in den Genuss der Rabatte.

Eine weitere Möglichkeit wäre der Bankkredit. Man nimmt sich das Geld zu einem günstigen Zinssatz bei seiner Bank auf, zahlt an die Bank geringe Monatsraten ab und kann dennoch bei der Heilpraktikerschule den Rabatt kassieren. Ob sich dieser Weg allerdings wirklich rechnet, hängt von den Zinskonditionen der jeweiligen Bank ab. Wenn die zurückzuzahlende Gesamtsumme an die Bank die Gesamtkosten der Heilpraktikerschule oder des Fernlehrinstituts bei eingeräumter Ratenzahlung übersteigt, lohnt sich dieser Weg nicht wirklich.

•    Tragbare Monatsbelastungen: Es steht bereits fest, dass man die Ausbildung machen möchte und man hat keine Möglichkeit mehr, solange zu warten, bis die Summe angespart ist. Über die Gesamtsumme als Sparguthaben verfügt man auch nicht. Hier bieten die Schulen in der Regel die Möglichkeit an, sich die Ausbildung in überschaubaren Monatsraten zu finanzieren. Die Gesamtkosten liegen hier etwas höher als bei der Entrichtung der Gebühren in einer Summe, jedoch hält sich der Preisaufschlag in Grenzen. Meistens handelt es sich hier um Beträge von zwei bis dreihundert Euro, die sicherlich dann zu verschmerzen sind, wenn man dafür eine tragbare Ratenzahlung eingeräumt bekommt.

Staatliche Unterstützung für die Heilpraktikerausbildung

Jemand ist arbeitslos und beschließt, sich zum Heilpraktiker ausbilden zu lassen, um sich einerseits beruflich zu qualifizieren und andererseits nach Ausbildungsende in die Selbstständigkeit einzutreten. Damit würde er seiner Arbeitslosigkeit in absehbarer Zeit ein Ende bereiten. Da die Wiedereingliederung des Arbeitslosen in das Berufsleben absolut im Interesse des Staates liegen müsste – so denkt man – müsste es doch die Möglichkeit geben, sich die Ausbildung fördern oder zumindest bezuschussen zu lassen. So einfach ist es jedoch nicht.
•    Übernahme der Ausbildungskosten: Nach § 10 SGB III konnten die Ausbildungskosten tatsächlich übernommen werden, wenn die Bundesagentur für Arbeit dies in ihrem eigenen Ermessen für notwendig erachtete. Das ermöglichte es im Einzelfall, auch Ausbildungen zum Heilpraktiker zu fördern.

Allerdings war dies eine Kann-Regelung, auf die es keinen gesetzlichen Anspruch gab. Mittlerweile ist der § 10 des Sozialgesetzbuches III jedoch weggefallen und damit die Möglichkeit, Förderungsansprüche geltend zu machen. Ob es überhaupt noch eine staatliche Übernahme der Ausbildungskosten in einzelnen Ausnahmefällen gibt, ist daher mit der jeweiligen Arbeitsagentur vor Ort individuell abzuklären.

•    Die Bildungsprämie: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung sichert Menschen Unterstützung bei der beruflichen Weiterbildung durch eine zweigliedrige Bildungsprämie zu. Einmal gibt es den Prämiengutschein und daneben das Bildungssparen.

Berechtigt zur Inanspruchnahme des Prämiengutscheins sind alle Berufstätigen mit einem zu versteuernden Einkommen von nicht mehr als 20.000,- Euro bei Ledigen oder 40.000,- Euro bei Erwachsenen. Voraussetzung ist, dass sie an mindesten 15 Stunden die Woche erwerbstätig sind. Auch eine selbstständige Tätigkeit zählt dazu. Mit dem Prämiengutschein werden 50% der Weiterbildungskosten übernommen, maximal 500,- Euro. Ob sich eine regionale oder überregionale Ausbildung zum Heilpraktiker fördern lässt, hängt davon ab, ob man die Zugangsvoraussetzungen erfüllt und ob diese Weiterbildungsmaßnahmen gefördert werden. Eine kostenlose Hotline 0800 – 262 3000 gibt genau Auskunft darüber.

Das Bildungssparen ist eine weitere Komponente, die alle Arbeitnehmer betrifft, die nach dem Vermögensbildungsgesetz sparen: Das Bildungssparen

Hier geht es nicht nach Einkommensobergrenzen, sondern nach Sparverträgen, die zur Förderung durch vermögenswirksame Leistungen berechtigt sind. Diese vermögenswirksamen Leistungen sind gesperrt und ein vorzeitiger Zugriff darauf würde die Leistungsberechtigung zunichtemachen. Eine Ausnahme bildet das Bildungssparen. Hier darf – im Rahmen der Finanzierung einer Weiterbildungsmaßnahme – auf die VL zugegriffen werden, ohne sich prämienschädlich auszuwirken. Aber auch hier sollten Interessenten sich genau informieren. Die Hotline gibt auch hierzu Auskunft.


 

Steuervorteile: Wer sich berufsbegleitend zum Heilpraktiker ausbilden lässt, kann seine Ausbildungskosten auch bei seiner Einkommenssteuererklärung geltend machen. Auskünfte in Steuersachen erteilen hierzu die Steuerberater oder regionale Lohnsteuerhilfevereine. Noch ein Tipp am Rande: Auch Finanzämter sind zur Auskunft in Steuersachen verpflichtet. Kein Sachbearbeiter darf einem Ratsuchenden Erläuterungen des Steuerrechts verweigern. Wenn man also Auskünfte über die Abzugsfähigkeit von Heilpraktiker-Schulungskosten bei den Werbungskosten sucht, steht auch der zuständige Sachbearbeiter während der Sprechzeiten zur Verfügung.

Besonderheiten für Zeit- und Berufssoldaten: Die Paracelcusschulen bieten in ihrer Heilpraktikerausbildung auch Zeit- und Berufssoldaten die Möglichkeit, ihre Heilpraktikerausbildung nach dem) fördern zu lassen, indem sie sich vom Dienst freistellen lassen können und trotzdem Bezüge beziehen. Ob diese Möglichkeit auch bei anderen Vollzeit-Schulen besteht, sollte im Einzelfall mit der anbietenden Schule abgeklärt werden.

Zusammenfassung:
•    Man sollte für die Gesamtkosten der Ausbildung gut 4000,- Euro einplanen. Manche Schulformen sind etwas günstiger, andere etwas teurer.
•    Wer die größtmögliche Ersparnis sucht, sollte die Gesamtkosten in einer Summe entrichten können, denn dann gibt es in der Regel attraktive Rabatte.
•    Wer die Kosten nicht in einer Summe aufbringen kann, bekommt von den meisten Heilpraktikerschulen und Fernlehrinstituten eine tragbare Ratenzahlung angeboten.
•    Ob sich zur Ausbildungsfinanzierung die Aufnahme eines Bankkredites lohnt, hängt von der jeweiligen Schule und ihren Kosten sowie von den aktuellen Zinskonditionen der Bank ab. Hier sollte man gründlich durchkalkulieren.
•    Die Bildungsprämie bietet die Möglichkeit, sich über einen Prämiengutschein oder durch das Bildungssparen die Ausbildungskosten teilweise oder vollständig erstatten zu lassen. Ob man für das Programm infrage kommt, erfährt man über die kostenfreie Hotline: 0800 – 262 3000.
•    Man sollte zudem bei seinem Steuerberater, bei den Lohnsteuerhilfevereinen oder beim Finanzamt nachfragen, ob sich die Ausbildungskosten für den Heilpraktiker als Werbungskosten von der Steuer absetzen lassen.
•    Für Zeit- und Berufssoldaten besteht nach dem Soldatenversorgungsgesetz die Möglichkeit, eine Berufsausbildung (auch zum Heilpraktiker) bei Dienstfreistellung durchzuführen und die Bezüge weiter zu erhalten. Hier ist aber eine genaue Erkundigung angeraten.