Das Gehalt des Tierheilpraktikers

Tierheilpraktiker führen in der Regel freiberuflich eine eigene Praxis. Allerdings gibt es auch Tierheilpraktiker im Angestelltenverhältnis. Verbindliche Aussagen zur Gehaltsentwicklung sind hier nicht möglich, denn alles hängt von der Art des Berufsverhältnisses ab – ob selbstständig oder angestellt – und von der Berufserfahrung sowie von der Region.


Der Tierheilpraktiker als Angestellter


Wie überall im Berufsleben gelten auch für die durchschnittliche Gehaltsentwicklung eines Tierheilpraktikers
•    der Ort der Berufstätigkeit, also der regionale Faktor
•    der Arbeitsumfang, also der Zeitfaktor (Voll-, Teilzeit oder Minijobbasis)
•    das Unternehmen, für das man tätig ist, also der Bedarfsfaktor
•    die persönliche Berufserfahrung, also der Kompetenzfaktor


Diese vier Faktoren bestimmen das Gehalt im Angestelltenverhältnis wesentlich. Vergleicht man verschiedene Gehälter für angestellte Tierheilpraktiker in ganz Deutschland, ergibt sich ein Mittelwert von etwa 1900,- Euro brutto. Dabei gilt aber zu bedenken, dass sich der Mittelwert aus Gehältern von 2700,- bis 1180,- Euro brutto zusammensetzt. Das ist von Region zu Region verschieden. Am besten sollte man als Berufsanfänger seine Gehaltserwartungen nicht zu hoch schrauben und lieber niedriger ansetzen und sich dann freuen, wenn es immer mehr wird.


 
Der freiberufliche Tierheilpraktiker


Für Tierheilpraktiker gilt dasselbe in wirtschaftlicher Hinsicht wie für Heilpraktiker oder Heilpraktiker für Psychotherapie: Die Eröffnung einer eigenen Praxis muss gut durchkalkuliert werden. Bei Tierheilpraktikern kommt noch hinzu, dass manche Bundesländer und Kommunen eigene veterinärmedizinische Vorschriften haben hinsichtlich der Ausgestaltung von Praxisräumen. So gibt es zwar keine Vorschriften, wo und in welchem Umfang der Tierheilpraktiker seine Ausbildung gemacht hat, aber es gibt durchaus Vorschriften, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Praxisräume für Tiere eröffnet werden dürfen.

Das wirkt sich dann auf die Größe der Praxisräume aus. So dürften die meisten regionalen Veterinärämter verlangen, dass der Praxisbetreiber über separate Quarantänestationen verfügt. Das betrifft nicht nur Tierheilpraktiker, sondern alle gewerblichen und freiberuflichen Berufe, die mit Tieren zu tun haben, z. B. Tierpensionen, Tierarztpraxen, Tierheime etc. Während der Human-Heilpraktiker unter Umständen mit sehr kleinen Praxisräumen beginnen könnte, braucht der Tierheilpraktiker zumindest so viel Raum, dass er Tiere von anderen separieren kann. Dadurch kann sich der Miet- oder Kaufpreis wiederum erhöhen. Diese und andere Faktoren sind zu berücksichtigen.

In seiner Praxisausübung ist der Tierheilpraktiker frei, d. h., er kann Tiere behandeln, kann sie aber auch abweisen. Hier gelten keine ethischen Prinzipien wie bei Ärzten, dass behandelt werden muss. Ebenso frei ist er in der Honorargestaltung, denn für Tierheilpraktiker gibt es keine Gebührenordnung. Hier empfiehlt es sich, einen Vergleich mit anderen Praxen zu ziehen und sich auch ein wenig an veterinärmedizinischen Praxen zu orientieren, damit man mit seinen Preisen angemessen mithalten kann.

Setzt man die Preise zu niedrig an, kann es sein, dass man nicht mehr kostendeckend arbeitet. Setzt man sie zu hoch an, bleiben die Klienten aus. Angemessene Preise im Vergleich zu den Mitbewerbern festzusetzen und dabei kostendeckend zu arbeiten, das ist die Herausforderung für freiberufliche Tierheilpraktiker. Auch hier gilt wie bei allen: Jede selbstständig geführte Praxis benötigt einige Jahre an Anlaufzeit, bis dass sie Gewinne abwirft. Befindet man sich aber einmal in der Gewinnphase, wenn sich die Praxiskosten amortisiert haben, dann legt man selbst fest, wie viel man verdienen möchte anhand des Umfangs, wie viele Stunden man arbeiten will.


Zusammenfassung:
Auch für Tierheilpraktiker lassen sich keine verbindlichen Angaben zu Gehaltsentwicklungen machen, weder für Angestellte noch für Freiberufler. Bei Angestellten zählen Faktoren wie Bedarf, Zeitumfang, Kompetenz und Region und bei Freiberuflern zusätzlich die Preisgestaltung der Mitbewerber sowie die Investitionskosten für die Praxis. Kaufmännische Kostenkalkulation tut hier not.