Zwar hat vor den Beruf des Tierheilpraktikers der Staat keine amtstierärztliche Kenntnisüberprüfung durch die regionalen Veterinärbehörden gesetzt, dennoch kommen angehende Tierheilpraktiker nicht ganz um eine Prüfung herum. Zumindest dann nicht, wenn sie sich in einem Verband organisieren wollen. Die Organisation in einem Verband bietet sich auf jeden Fall an. Da gesetzliche Rahmenbedingungen für den Beruf des Tierheilpraktikers noch gänzlich fehlen, stellt sich der Tierheilpraktiker unter den Schutz eines Verbandes, denn das bietet auch ein großes Qualitätsmerkmal. Wer einem Tierheilpraktikerverband angehört, hat sein Fachwissen unter Beweis gestellt und unterwirft sich einem gewissen Berufsethos. Menschen achten bei der Wahl eines Tierheilpraktikers auf so etwas, da sie ihre vierbeinigen Freunde nicht jedem anvertrauen möchten.

Die vierteilige Prüfung zum Tierheilpraktiker

Anders als die Prüfungen zum Humanheilpraktiker besteht die verbandsinterne Prüfung nicht aus zwei, sondern aus vier Prüfungsteilen:


Dabei beginnt die Prüfung für angehende Tierheilpraktiker mit dem eigenständigen Erstellen einer schriftlichen Facharbeit. Erst wenn die Facharbeit zur Korrektur eingereicht wurde und den Prüfern vorliegt, können die anderen drei Prüfungsteile absolviert werden. Der Schriftteil besteht aus einem Katalog von 60 Multiple-Choice-Fragen, von denen mindestens 45, also 75%, richtig beantwortet sein müssen. Hierin stimmt die Prüfung zum Tierheilpraktiker wieder mit der amtsärztlichen Prüfung zum Humanheilpraktiker überein. Wenn der Schriftteil bestanden ist, schließt sich eine mündliche Prüfung an. In der mündlichen Prüfung werden neben Fallbeispielen, Fragen zur Physiologie und zur Differenzialdiagnostik mit Therapieempfehlung auch Fragen zur eigenen Facharbeit gestellt. Das zeigt auf, weshalb diese als erstes fertiggestellt sein muss. Als letztes erwartet den Prüfling eine praktische Prüfung, in der er sich direkt am Tier beweisen muss. Die Kooperation Deutscher Tierheilpraktiker Verbände e.V. hat ihre verbandsübergreifenden Prüfungsrichtlinien zum Pdf-Download bereitgestellt.


Anforderungen an die Facharbeit


Während Studierende an den Hochschulen und Universitäten bereits frühzeitig zu Studienbeginn an die formalen Anforderungen schriftlicher wissenschaftlicher Arbeiten herangeführt werden, muss das nicht jedem angehenden Tierheilpraktiker sofort klar sein. Dabei unterscheiden sich die formalen Kriterien, die eine Facharbeit erfüllen muss, nicht wesentlich von denen einer wissenschaftlichen Arbeit. Neben einem Inhaltsverzeichnis ist ein umfassendes Literaturverzeichnis gefordert, in dem alle verwendeten Fachliteraturen aufgeführt werden müssen. Inhaltlich gliedert sich die Arbeit in eine persönlich gewählte Problemstellung, die durch eine allgemeine Einleitung erläutert und in der Zielsetzung präzisiert wird. Ein Kapitel beschäftigt sich nur mit den gewählten Methoden und möglicherweise gesammelten Daten. Natürlich muss der angehende Tierheilpraktiker auch seine Ergebnisse präsentieren und anschließend seine Methoden diskutieren. In einer Zusammenfassung wird nochmals auf einer Seite dargelegt, worum es bei dieser Facharbeit geht. Eine ausführliche Beschreibung, wie die Facharbeit aufgebaut sein soll, stellt der Verband der Freien Tierheilpraktiker e.V. in seiner Pdf-Datei zum Download bereit.


Der Ablauf der schriftlichen Prüfung


Da Multiple-Choice-Fragen am einfachsten und schnellsten zu korrigieren sind, wird für den Schriftteil der Prüfung ebenfalls diese Form gewählt. Wie beim Humanheilpraktiker müssen in zwei Zeitstunden 60 Fragen beantwortet werden. Bestanden ist die Antwort nur dann, wenn mindestens 5 Fragen richtig beantwortet wurden. Das entspricht 75% der Fragen. Die Fragen beziehen sich auf das gesamte Fachwissen eines Tierheilpraktikers und berühren die Bereiche der Anatomie und Physiologie genauso wie die Pathologie. Daneben gibt es auch einen kleineren Bereich an Fragen zur relevanten Gesetzeskunde.

Der Ablauf der mündlichen Prüfung

Die mündliche Prüfung der Tierheilpraktiker ist in der Regel kürzer gehalten als die für Humanheilpraktiker. In puncto Fallbeispiele, Differenzialdiagnostik, Anamnese und Befundung entspricht die mündliche Prüfung für Tierheilpraktiker der für Humanheilpraktiker. Hinzu kommt, dass auch Dinge aus der eigenen Facharbeit abgefragt werden können. Die mündliche Prüfung dauert etwa eine Viertelstunde.

Der Ablauf der praktischen Prüfung


Auch der praktische Prüfungsteil umfasst eine Viertelstunde. Hier zeigt der angehende Tierheilpraktiker direkt am Tier, dass er Untersuchungsmethoden anwenden und beispielsweise Injektionen setzen kann. Auch im praktischen Prüfungsteil erwarten den Prüfling Anatomie- und Physiologiefragen, die er direkt am Tier beantworten kann. Die Prüfer wollen sich vom Prüfungskandidaten hierbei einen Gesamteindruck verschaffen, wie er mit dem Tier umgeht.

Wann ist die Prüfung bestanden?


Die Prüfung gilt erst dann als bestanden, wenn alle Prüfungsteile bestanden sind. Besteht der Prüfling nur einen Teilbereich nicht, so muss die gesamte Prüfung wiederholt werden an einem neu angesetzten Termin.

Das Prüfungskomitee für die Tierheilpraktikerprüfung

Das Prüfungskomitee setzt sich zusammen aus praktizierenden Tierärzten und erfahrenen Tierheilpraktikern.

Die Kosten für die Prüfung zum Tierheilpraktiker


Egal, bei welchem Verband der angehende Tierheilpraktiker die Prüfung ablegt, die Kosten sind einheitlich gestaltet. Wurde eingangs erwähnt, dass Tierheilpraktiker, die einem Verband beitreten wollen, die Prüfung zwingendermaßen als Aufnahmekriterium ablegen müssen, dürfen sich natürlich auch Tierheilpraktiker zur Prüfung anmelden, die anschließend keinem Verband angehören wollen, aber trotzdem das Zertifikat zur Qualitätssicherung erlangen möchten. Insofern können die Prüfung Verbandsmitglieder und Nicht-Mitglieder ablegen.
Für Verbandsmitglieder kostet die Prüfung 100,- Euro, für Nicht-Mitglieder 150,- Euro. Natürlich gehören angehende Tierheilpraktiker noch keinem Verband an, wenn sie sich zur Prüfung anmelden, denn die Prüfung ist ja erst die Voraussetzung, um dem Verband beitreten zu können. Demzufolge bezahlen alle Prüflinge zunächst die vollen 150,- Euro, bekommen allerdings bei späterem Verbandsbeitritt 50,- Euro auf ihren Mitgliedsbeitrag angerechnet.

Die optimale Vorbereitung auf die Prüfung

Neben der Lerntypenermittlung und dem gehirngerechten Lernen gibt es auch für angehende Tierheilpraktiker jede Menge hochwertige Fachliteratur, mit der man sich optimal auf die Prüfungen vorbereiten kann. Hier finden Sie eine  Auswahl an empfehlenswerter Fachliteratur: Buchempfehlungen

Zusammenfassung:
•    Die Prüfung zum Tierheilpraktiker ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber Voraussetzung, um Verbandsmitglied werden zu können.
•    Die Verbandsmitgliedschaft ist ein wichtiges Qualitätskriterium, auf das Tierbesitzer bei der Wahl ihres Tierheilpraktikers achten.
•    Die verbandsinterne Prüfung besteht aus vier statt zwei Teilen: Facharbeit, schriftliche, mündliche und praktische Prüfung.
•    Die Prüfung ist erst dann bestanden, wenn alle vier Teile bestanden sind.
•    Die Prüfungskosten betragen 100,- Euro für Verbandsmitglieder und 150,- Euro für Nichtmitglieder.
•    Zur optimalen Prüfungsvorbereitung gibt es hervorragende Fachliteratur.

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