Voraussetzungen für den Beruf des Heilpraktikers für Psychotherapie

Die Voraussetzungen für den Beruf des sogenannten „Kleinen Heilpraktikers“, also für den Heilpraktiker für Psychotherapie, sind dieselben wie für den Heilpraktiker allgemein, d. h. auch wer einschränkenderweise Heilpraktiker für Psychotherapie werden möchte, muss


•    mindestens 25 Jahre alt sein, um zugelassen werden zu können
•    ein polizeiliches Führungszeugnis beibringen, um den einwandfreien Leumund zu bestätigen
•    körperlich und seelisch gesund sein
•    mindestens über den Hauptschulabschluss verfügen


Seelische Stabilität als Grundvoraussetzung für die Psychotherapie


Psychologische Psychotherapeuten, also ausgebildete Psychologen (Universität) mit psychotherapeutischer Zusatzqualifikation, kennen aus ihrem langjährigen Studium der Psychologie ein Phänomen, wenn es in den Bereich der Klinischen Psychologie geht: Nahezu jeder Student erkennt viele der beschriebenen Symptome an sich selbst wieder.
Dasselbe Phänomen kann auch von angehenden Heilpraktikern für Psychotherapie Besitz ergreifen, wenn sie basispsychologische Kenntnisse, Therapieverfahren und Diagnostik im Rahmen ihrer Ausbildung studieren. Immerhin erlernen angehende Psychotherapeuten und Heilpraktiker für Psychotherapie alles über seelische Symptome und nicht selten hinterfragen sich Anwärter: „Dieses und jenes Phänomen kann ich auch an mir beobachten. Bin ich seelisch gesund?“


Gerade in der Psychotherapie ist es wichtig, dass der Therapeut die notwendige psychische Distanz zum Patienten und vor allem zu dessen Problemen wahren kann. Dies gelingt nur Menschen, die selbst seelisch stabil sind und nicht über eine noch nicht genügend verarbeitete Vergangenheit verfügen.
Aus diesem Grunde sollte sich jeder angehende Heilpraktiker für Psychotherapie hinterfragen, weshalb dieser Weg überhaupt eingeschlagen wird. Sieht man darin aus der Distanz seinen Traumberuf oder soll der Beruf eine Möglichkeit sein, indirekt damit das eigene Leben zu therapieren, indem man seine vergangenen Probleme unbewusst auf seine Patienten projiziert? Diese Gefahr ist nämlich immer latent gegeben.

Nur wer in der Lage ist, innerhalb der Psychotherapie das Patientenproblem als etwas vollständig von sich Gelöstes distanziert zu betrachten, kann auf Dauer ein guter Therapeut werden. Sonst bestünde die Gefahr, sich von den seelischen Vorgängen des Patienten zu entfernen und auf seine eigenen Lebensreaktionen in einer ähnlichen Situation einzugehen, ohne es dabei zu merken.

Zusammenfassung:
•    Die Voraussetzungen für die Zulassung als Heilpraktiker für Psychotherapie sind dieselben wie für den allgemeinen Heilpraktiker
•    Der berufliche Weg der Psychotherapie sollte nur eingeschlagen werden, wenn das eigene Leben nicht über eine noch nicht verarbeitete Vergangenheit verfügt
•    Die Psychotherapie setzt im Therapeuten seelische Stabilität und die Fähigkeit zur Distanz in Bezug auf das Patientenproblem voraus